Krankenhaus-Jubiläum

Evangelisches Krankenhaus in Linden wird 120 Jahre alt

Das evangelische Krankenhaus in Linden aus der Luft. Nach dem Zweiten Weltkrieg

Das evangelische Krankenhaus in Linden aus der Luft. Nach dem Zweiten Weltkrieg

Bochum-Linden.   Im Jahr 1897 wurde das heutige Zentrum für Altenmedizin und Pflege gegründet. Mit der Betreuung von 30 Patienten fing alles an.

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Mehr als ein Jahrhundert ist es bereits her, dass Generalsuperintendent Gustav Nebe im Einweihungsgottesdienst folgende Worte sprach: „Es ist ein köstlich Ding dem Herrn zu danken, denn das Danken ist selten, teuer erkauft und von hohem Wert.“ Ihre Gültigkeit haben die Worte dennoch nicht verloren. „Ich bin dankbar über den langjährigen Bestand des Hauses“, sagt Dr. Olaf Hagen, Chefarzt der Geriatrischen Klinik.

Dabei waren die Mitglieder im Presbyterium der Kirchengemeinde sich im Jahr 1895 gar nicht einig, ob in Linden überhaupt ein evangelisches Krankenhaus gebaut werden soll. Dennoch: Eine entsprechende Petition wurde im März 1895 von der Gesamtvertretung der Gemeinde abgesegnet, im Folgejahr startete bereits der Bau. „1897 begann man mit der Betreuung von etwa 30 Patienten, heute beherbergt das Haus 90 Menschen“, blickt Hagen zurück.

Hospital schließt sich den Augusta-Kliniken an

Und auch sonst hat sich einiges geändert: Im Jahr 1991 schließt sich das Krankenhaus den Augusta Kliniken an, wird von einer Abteilung für innere Medizin in eine Klinik für Geriatrie umgebaut. Auch der Zweite Weltkrieg hinterlässt seine Spuren. Nach Reparatur der Schäden und Ausbau stehen heute auch Seniorenwohnungen, Altenheim, Augusta-Zentrale und Kurzzeitpflegestation auf dem Gelände.

„Die Bedingungen, unter denen vor 120 Jahren das Krankenhaus gegründet wurde, haben sich grundlegend geändert“, sagt Hagen. Die gesellschaftliche Bedeutung der Altenmedizin nehme stetig zu, die Patienten seien im Schnitt 40 Jahre älter.

Ganzheitlicher Ansatz

Nicht nur die Medizintechnik, auch das Verständnis vom Patienten habe sich im vergangenen Jahrhundert gewandelt: „Wir behandeln Patienten heute ganzheitlicher. Die Methoden sind dabei interdisziplinär“, erklärt Hagen. Das evangelische Krankenhaus kombiniert Geriatrie und Gerontopsychiatrie auf zwei Stationen.

Fast wäre das Jubiläum durchgegangen: Nur durch die Anfrage eines WAZ-Lesers vor einigen Monaten und die damit einhergehende Nachfrage beim Krankenhaus fiel der Jahrestag auf. „Die Bedeutung für den Stadtteil ist groß. Die Lindener schätzen das Krankenhaus im Stadtteil“, ist sich Olaf Hagen, seit 2002 im Hause, sicher.

Patienten aller Konfessionen werden hier behandelt

Zwar werden dort natürlich auch katholische Patienten behandelt, Hagen aber meint: „Der Streit zwischen Protestanten und Katholiken ist nicht mehr groß, vielen Gläubigen ist es aber wichtig, in einem Krankenhaus ihrer Konfession behandelt zu werden.“ So bietet das Hospital Gottesdienste, Seelsorge an und will im Sinne des barmherzigen Samariters den Kranken eine gute Herberge sein. Auch in den nächsten 120 Jahren.

>>INFO: Gesundheitstag mit Expertenvorträgen

  • Keine Jubiläumsfeier, aber ein Geriatrischer Gesundheitstag findet am Samstag (16.) von 10 bis 16 Uhr am Evangelischen Krankenhaus statt. Unter dem Motto „Fit ins Alter – fit im Alter“ gibt es an der Dr.-C.-Otto-Straße 27 in Linden Vorträge von Fachärzten.
  • Themen sind z. B. Schluckstörungen, Sturzprophylaxe, Gedächtnisstörungen und Alterstraumatologie.


  • Besucher haben außerdem die Möglichkeitit , an Tests für Fingerfertigkeit und Messungen von Knochendichte, Blutzucker, oder Blutdruck teilzunehmen.

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