Unterhaltung

Ein Buch soll den „Alten“ Mut machen für neue Aktivität

Eva Böke und Heidemarie Brandschädel freuen sich über den lebendigen Vortrag von Dieter Bednarz, dem ehemaligen Spiegel-Journalisten, mit seinem Buch beim DHB-Netzwerk. Foto:Sebastian Sternemann

Eva Böke und Heidemarie Brandschädel freuen sich über den lebendigen Vortrag von Dieter Bednarz, dem ehemaligen Spiegel-Journalisten, mit seinem Buch beim DHB-Netzwerk. Foto:Sebastian Sternemann

Mitte.   Der Journalist Dieter Bednarz präsentiert seinen Altersratgeber „Zu jung für alt“. Er entstand auch als Wegweiser am Übergang vom Berufsleben.

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Was kommt nach dem Berufsleben? Ist es ein gelungener Übergang in den (Un-)Ruhestand oder eine harte Zäsur, die Betroffene durchaus auch seelisch angreift? Damit beschäftigte sich Journalist Dieter Bednarz, als er beim DHB Netzwerk Haushalt (vormals Deutscher Hausfrauen Bund) sein Buch: „Zu jung für alt - Vom Aufbruch in die Freiheit nach dem Berufsleben“ vorstellte. Knapp zwei Stunden berichtete er mit Einschüben und vielen Fakten rund um diese auch persönliche Lebenserfahrung.

Das Fazit des ehemaligen Spiegel-Mitarbeiters (1981 bis 2017) und WAZ-Volontärs: „Dieses Buch soll Mut machen, auch als älterer Mensch nach dem Berufsleben aktiv zu bleiben.“ Viel Applaus erhält der gebürtige Langendreerer deshalb von den knapp 60 Zuhörerinnen für seinen Aufruf: „Wir alle sind zu jung für alt. Auf ein Jung sein im Alter!“ Zufrieden sind die Zuhörerinnen: „Das war sehr amüsant, weil er authentisch erzählt hat“, sagt Luise Grümer. „Als er zum Beispiel von den Kindern berichtete, habe ich mich an eigene Erfahrungen erinnert.“

Auch Mechthild Adams fand den Vortrag toll. „Er hat frei gesprochen. Das war sehr gut.“ Die 70-Jährige benötigte kein Mutmachen für ein Leben nach dem Beruf. „Ich gehöre zu denen, die den Ruhestand als Befreiung empfinden.“ Und schmunzelnd ergänzt sie noch: „Ich war 46 Jahre lang Krankenschwester im Schichtdienst. Jetzt genieße ich es, an jedem Wochenende frei zu haben.“ In der Woche ist sie vielfältig ehrenamtlich und sportlich aktiv.

Bednarz dagegen räumt Probleme beim Übergang aus dem Berufsleben und auch zum „Älterwerden“ ein. „Das traf mich doppelt, quasi über Nacht“, erzählt er.

Tipp vom Weltmeister Philipp Lahm

Da war das Gespräch in der Spiegel-Redaktion 2017, als dem 60-Jährigen angeraten wurde, in den Vorruhestand zu gehen. „Ich fühlte mich als langjähriger Nahost-Experte des Spiegel unersetzlich und wollte mit meinem Chef und langjährigen Kollegen über Ideen reden, wie wir unseren Laden retten können“, berichtet er.

Kaum im Vorruhestand kam der nächste, dieses Mal familiäre Tiefschlag. „Meine Frau Esther sagte beim Besuch im Freizeitpark zu unseren drei Kindern: „Der Papa spart jetzt richtig Geld: über 6 Euro mit Seniorenkarte.“

Selbsttherapie und Wegweiser

Wie mit den Tiefschlägen umgehen, nachdem deutlich wird, dass er durch den digitalen Wandel in allen deutschen Zeitungsredaktionen keine Anstellung mehr finden wird? Bednarz: „Als Selbsttherapie und Wegweiser für andere schrieb ich dieses Buch.“ Dafür machte er sich akribisch an die Recherche. Er suchte zahlreiche Experten und Erfahrene mit dem (Un-)Ruhestand auf.

Im Buch kommt auch der ehemalige Fußball-Nationalspieler Philipp Lahm zu Wort. „Spätestens in der zweiten Karriere sollten wir darauf achten, den eigenen Werten und Zielen gerecht zu werden. Ein Mehr an Identität und Erfüllung entschädigt für ein Weniger an Geld und Bedeutung“, gibt er Bednarz auf den Weg.

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