Geburtstage

Drei Bochumer Kultur-Institutionen werden nächstes Jahr 100

Blick in den Großen Saal des Musikforums. Das 2016 eröffnete Haus setzte nach fast 100 Jahre dem „Nomadentum“ der Bochumer Symphoniker ein Ende.

Blick in den Großen Saal des Musikforums. Das 2016 eröffnete Haus setzte nach fast 100 Jahre dem „Nomadentum“ der Bochumer Symphoniker ein Ende.

Foto: Ingo Otto

Bochum.   Das Schauspielhaus, die Bochumer Symphoniker und das Stadthistorische Museum feiern 2019 Geburtstag. Auftaktfete am 5. Januar im Musikforum.

Man kommt nicht auf Anhieb darauf, aber 2019 ist für die Kulturstadt Bochum ein besonderes Jahr. Gleich drei Kulturinstitute werden 100: das Schauspielhaus, die Bochumer Symphoniker und das Stadthistorische Museum als Teil des Stadtarchivs/Zentrum für Stadtgeschichte.

Das Jubiläumsjahr wird mit einem übers Jahr verteilten Programm der drei Häuser gebührend gefeiert. Aber zunächst gibt es eine Gemeinschaftsaktion: Am 5. Januar wird mit einem abendlichen Auftakt im Musikforum das besondere Bochumer Geburtstagsjahr eingeläutet.

Zeitenwende nach dem Weltkrieg

Vor hundert Jahren war gerade der Erste Weltkrieg zu Ende gegangen. Bochum, eine auf Basis von Kohle und Stahl prosperierende Großstadt, stand vor dem politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Neubeginn. Das Ende der Kaiserzeit bahnte einem neuen Selbstbewusstsein des Bürgertums Bahn.

Dazu zählten auch kulturelle Aktivitäten. Mit einem eigenen Orchester, einem eigenen Theater zu glänzen, das war damals auch im Sinne des Ringens der Ruhrstädte um kommunale Hegemonie – was Bochum betrifft, etwa in Abgrenzung zu wirtschaftlich ähnlich starken Gemeinden wie Duisburg, Essen oder Dortmund.

So steht das Jahr 1919 nicht nur für die Zeitenwende nach dem Weltkrieg und damit der Neuordnung Europas, sondern auch für den endgültigen Aufbruch Bochums und des Ruhrgebiets ins 20. Jahrhundert. Das Theater entstand, zunächst als Varieté-Bühne angedacht, an der Königsallee.

Das städtische Orchester wurde gegründet, ohne eine festes Haus zu bekommen. Anfangs fanden die Aufführungen im Stadtpark-Restaurant statt. Und die heimatgeschichtliche Sammlung, fortan untergebracht im alten Haus Rechen, erinnerte an die Geschichte Bochums, einer Stadt, die immerhin schon 1321 gegründet wurde.

Dreier-Geburtstag wird zu Beginn des Jahres zusammen gefeiert

Drei Institutionen, drei unterschiedliche Zielrichtungen. Sowohl das Schauspielhaus als auch die BoSy und das Stadtgeschichtliche Museum werden mit jeweils eigenen Geburtstags-Events aufwarten, die zurzeit noch in Planung sind. Trotzdem wird der Dreier-Geburtstag gleich zu Beginn des neuen Jahres zusammen gefeiert.

Am Samstag, 5. Januar 2019, stehen Musiker der Bochumer Symphoniker mit dem Jugendsinfonieorchester der Musikschule auf der Bühne des Musikforums. Sowohl GMD Steven Sloane als auch Norbert Koop, Leiter der Musikschule und der Jugendsinfonie, werden dirigieren; es erklingen u.a. Beethovens „Fidelio“-Ouvertüre und Ausschnitten aus Dvoraks 9. Symphonie „Aus der neuen Welt“.

Auch das Schauspielhaus und das Zentrum für Stadtgeschichte gestalten den Abend im Musikforum mit. Als Start ins Jubiläumsjahr präsentieren Schauspielerinnen und Schauspieler in einer Lesung, eingerichtet von Intendant Johan Simons, vom Stadtarchiv recherchierte historische Texte.

Im Wechsel mit der Musik geben sie einen Einblick in die unruhige Epoche nach der Novemberrevolution 1918/19. Sie steht gleichermaßen für den Aufbruch Bochums in eine neue Zeit und die Gründungsmomente seiner drei großen Kulturinstitutionen.

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