Prinzregenttheater

„Die Schöne und das Biest“ als buntes Familien-Märchen

Szenenfoto (v.li.) mit der Musikerin Linda Bockholt, Bernhard Glose als schwarzes „Biest“, Yvonne Forster als hübsche Belle und Elena Ubrig als Kaninchen Hoppi, das gerade den pinken „Gedankenfänger“ zum Einsatz bringt.

Szenenfoto (v.li.) mit der Musikerin Linda Bockholt, Bernhard Glose als schwarzes „Biest“, Yvonne Forster als hübsche Belle und Elena Ubrig als Kaninchen Hoppi, das gerade den pinken „Gedankenfänger“ zum Einsatz bringt.

Foto: Sandra Schuck/PRT

Bochum.  Am Prinzregenttheater feiert das Weihnachsstück „Die Schöne und das Biest“ umjubelte Premiere. Das größte Croissant der Welt spielt auch mit.

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Im Prinzrengenttheater (PRT) hatte mit „Die Schöne und das Biest“ das Weihnachtsstück Premiere. Um es gleich zu sagen: Romy Schmidts Inszenierung grenzt ans Wunderbare.

Die Geschichte über die schöne Belle, die von einem grauenerregenden Biest – das ein verwunschener Prinz ist – im Schloss festgehalten wird, dürfte spätestens seit dem Disney-Trickfilm jeder kennen. Romy Schmidt nimmt sich die bekannte Vorlage zu Herzen, macht aber daraus ihr eigenes Ding. Und wie! Im Zusammenspiel zweier Welten, der Welt des Märchens und der Welt des Theaters, entfaltet sich „Die Schöne und das Biest“ spielerisch, man möchte sagen: wie hingezaubert als eine Aufführung die beides ist: knallbunt und unterhaltsam, und doch poetisch und zu Herzen gehend.

Regisseurin Schmidt ist für ihren Einfallsreichtum bekannt

Schmidt ist für ihren Bühnen-Einfallsreichtum bekannt, man denke an „Die Verwandlung“ oder „Tschick“. Die Reduziertheit der Möglichkeiten des kleinen PRT begreift sie nicht als Hemmnis, sondern gerade als Herausforderung. Mit sparsamsten Mitteln entwickelt sie mit der Ausstatterin Sandra Schuck auch diesmal ihre Aufführung, wobei sogar erstmals ein „Schnürboden“ ins Spiel kommt, war hätte gedacht, dass das im Prinzregent mal möglich sein würde! Lichteffekte und Schattenspiele, flotte Kostümwechsel, skurrile Accessoires wie ein rosa Gedankenfänger, das größte Croissant der Welt und ein pieksiges Einhorn-Ei wirken wie magisches Theaterbackpulver, durch das dieses Märchen-Musical richtig groß aufgeht.

Menschen von 8 bis 88 Jahren sollen angesprochen werden

Es ist romantisch, aber auch wild, oft rasend komisch, aber auch ein bisschen unheimlich. Ausgeflaggt ist „Die Schöne und das Biest“ für Menschen von 8 bis 88, und es ist ein weiterer Vorteil dieser Inszenierung, dass sie das Kindgerechte nie aus dem Blick verliert und doch auch Erwachsene überzeugen kann. Schmidts Regie-Zutaten sind aber nicht alles, denn es geben zwei Folkwang-Schauspieler ihr Debüt im Prinzregenttheater, die man sich merken wird: Yvonne Forster und Bernhard Glose werfen sich mit so viel Laune, Lust & Leidenschaft in ihre vielen Rollen, dass man die lange Aufführungsdauer von 120 Minuten (mit Pause) gar nicht als lang empfindet.

Auch der Soundtrack beweist Klasse

Und dann ist ja da auch noch Linda Bockholt, die für die Live-Musik sorgt – Akkordeon, Schlagzeug, Ukulele, Gitarre, Xylophon und ihre Stimme kommen untermalend zum Einsatz; dazu schreckt Linda auch noch als schreckliche „Gundula“. Auch im Soundtrack beweist das Stück Klasse. Als das schwarze Biest sich erstmals regt, dröhnt Black Sabbaths „Iron Man, irgendwann ertönt die Star Wars-Fanfare, und am Ende, wenn sich Belle und der verzauberte Prinz endlich küssen, wird dahinschmelzend „Once upon a December“ (aus dem Anastasia-Musical) angestimmt.

Und immer mittenmang Hoppi, das weiße Kaninchen, noch so ein verrückt-genialer Regie-Einfall, der von Elena Ubrig höchst charmant umgesetzt wird.

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