Die Geschichte von Burg Horkenstein

Dahlhausen.   Auf den Ruhrhöhen in Dahlhausen lag bis vor 50 Jahren die „Burg Horkenstein“ – nicht etwa eine mittelalterliche Burganlage, sondern ein gern besuchtes Ausflugslokal, zu dem man den Berg hoch noch auf Eseln reiten konnte.

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Auf den Ruhrhöhen in Dahlhausen lag bis vor 50 Jahren die „Burg Horkenstein“ – nicht etwa eine mittelalterliche Burganlage, sondern ein gern besuchtes Ausflugslokal, zu dem man den Berg hoch noch auf Eseln reiten konnte.

Das Hotel-Restaurant „Horkenstein“ war anno 1900 errichtet worden. Das Haus mit seinem großen Speisesaal bot Platz für bis zu 1000 Menschen. Es gab einen Aussichtsturm, die Stützmauern der Terrasse waren mit Zinnen versehen, die den Eindruck einer ehemaligen Burg vermittelten.

Esel-Touren vom Strandbad

Vor dem Ersten Weltkrieg kamen geführte Esel-Touren zum Einsatz, die Ausflügler über einen Fußweg vom Strandbad am Dahlhausener Ruhrufer hinauf zur „Burg“ brachten. Wegen ihrer pittoresken Anmutung war „Burg Horkenstein“ ein häufiges und beliebtes Motiv auf Ansichtskarten.

Ihr Gründer war der Gastwirt Carl Wilhelm Stammen, der auf einem Plateau oberhalb des Ruhrwehrs den imposanten Bau errichten ließ. Der Name wurde in Erinnerung an den sagenumwobenen „Horkenstein“ gewählt, ein 20 Tonnen schwerer Findling, der sich bis 1876 in Dahlhausen befand und dann nach Hattingen (heute Nähe Busbahnhof) verbracht wurde. Es wird vermutet, dass der gewaltige Stein in der Frühgeschichte entweder für die Bestimmung der Sonnenwenden oder als Opferstein verwendet wurde.

1909 wurde das Lokal an den Bauunternehmer Mathias Hox verkauft, der die Gaststätte bedeutend erweiterte. Neben der „Burg“ entstand ein weiteres Gebäude, das „Kurhaus“ genannt wurde, aber natürlich niemals eines war. Außerdem gründete Hox eine neue Schankwirtschaft an der Ruhrstraße (seit 1929 Lewackerstraße), die „Eselstation“. Von hier aus starteten besagte Eselstouren zum Horkenstein hinauf.

Obwohl das Gartenrestaurant ein geschätztes Ausflugsziel war, wurde es mehrmals verkauft, bis es 1925 der „Gewerkenverein christlicher Bergarbeiter Deutschlands“ erwarb und die Gaststätte verpachtete. 1933 beschlagnahmten die Nazis das Haus für ihre Parteiorganisationen. Seitdem war es für die Öffentlichkeit geschlossen.

Trauriges und tristes Ende

Nach 1945 ist das Haus Horkenstein von katholischen karitativen Einrichtungen genutzt worden, auch als Ledigenwohnheim der benachbarten Zeche Dahlhauser Tiefbau, schließlich als städtisches Obdachlosenasyl. Um 1960 wurde das ehemalige Ausflugslokal abgebrochen, einzig das „Kurhaus“ blieb in verfallenem Zustand erhalten. Heute informiert lediglich eine Informations-Tafel an die einst prunkvolle Geschichte von Burg Horkenstein.

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