Kommentar

Die Flüchtlingsbetreuung scheint teurer als nötig zu sein

WAZ-Redakteur Thomas Schmitt

Foto: WAZ

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Bochum.   Der Bericht der Rechnungsprüfer zur Flüchtlingsbetreuung listet Mängel im Sozialamt auf. Bei der Stadt sitzt man das Thema wie immer aus.

Die Arbeit in der Sozialverwaltung war auf dem Höhepunkt der Flüchtlingswelle 2015 bestimmt kein Zuckerschlecken. Tempo war das Gebot der Stunde. Ohne die Hilfe der Sozialverbände, die sich als verlässliche Partner in der Not erwiesen haben, wäre die Unterbringung der von Krieg und Verfolgung bedrohten Menschen in unserer Stadt nicht zu stemmen gewesen.

Ganz offensichtlich aber hat sich im Krisenmodus eine Arbeitsweise im Rathaus etabliert, die wirtschaftliches Handeln als Störfaktor und nicht als Pflicht für die Bürgerschaft versteht.

Der RPA-Bericht belegt, dass die Wohlfahrtsverbände geradezu einen Freifahrtschein hatten und der Stadt Kosten und Konditionen nach Gusto diktieren konnten. Ob sie das getan haben und daraus über Gebühr Profit erwirtschaftet haben, ist Stand heute nicht seriös einzuschätzen.

Wer den Bericht der Rechnungsprüfer liest, muss aber befürchten, dass in der Flüchtlingsbetreuung viel Geld verschwendet wurde. Vertrauen in die Verwaltung verspielt wurde auf jeden Fall: Die freihändige Vergabe von Aufträgen an den Awo-Chef, der zugleich SPD-Ratsmitglied ist, schreit zum Himmel.

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