Entsorgung

Coronavirus: Ein Bochumer Wertstoffhof wird wieder geöffnet

Offenbar aus Verärgerung, dass der Wertstoffhof an der Havkenscheider Straße in Bochum-Kornharpen/-Laer am Wochenende geschlossen war, luden einige Bürger ihren Sperrmüll einfach vor dem Tor ab.

Offenbar aus Verärgerung, dass der Wertstoffhof an der Havkenscheider Straße in Bochum-Kornharpen/-Laer am Wochenende geschlossen war, luden einige Bürger ihren Sperrmüll einfach vor dem Tor ab.

Foto: Gernot Noelle

Bochum.  Am Wochenende waren alle Wertstoffhöfe in Bochum geschlossen. Das sorgte für viel Unmut. Nun hat der USB reagiert – und öffnet einen wieder.

Der Umwelt Service Bochum, kurz USB, rudert zurück. Ab Montag, 23. März, wird der Wertstoffhof an der Havkenscheider Straße in Bochum-Kornharpen/-Laer wieder öffnen. Allerdings gelten strenge Zugangsregeln.

In Bochum wird ein Wertstoffhof wieder geöffnet – allerdings unter strengen Auflagen

So ist ausschließlich die Entsorgung von Restmüll möglich. „Alle anderen Abfallarten werden nicht mehr entgegengenommen“, teilt Jörn Denhard, Sprecher des USB, mit. Der Wertstoffhof sei für gewerbliche Anlieferungen gesperrt und nur noch für Privatpersonen geöffnet. Die anderen fünf Wertstoffhöfe bleiben geschlossen.

Zum Wochenende hin hatte der USB entschieden, auch den Wertstoffhof an der Havkenscheider Straße als stadtweit letzten zu schließen. „Wir hatten damit auch auf den Erlass von Oberbürgermeister Thomas Eiskirch reagiert, der ja wegen der Corona-Krise ein Ansammlungsverbot von mehr als zwei Personen im Freien verkündet hatte“, erklärt Jörn Denhard.

Allerdings habe man beim USB noch einmal zusammengesessen und überlegt, wie man zumindest eine Notversorgung für die Bürger sicherstellen könne. „Es gibt ja Restabfälle, die aus hygienischen Gründen entsorgt werden müssen“, sagt Jörn Denhard und nennt als Beispiel Inkontinenzmaterial und Windeln, für die in der Mülltonne möglicherweise kein Platz mehr ist. In solchen Fällen kann ab sofort wieder der Wertstoffhof an der Havkenscheider Straße angesteuert werden. Aber auch nun in solchen Fällen.

Alles andere wie Grünschnitt, Sperrmüll, Metallschrott, Bauschutt, Kartonagen, Kunststoffe u. ä. muss warten. „Wir bitten alle Bürger, sich an diese Vorgaben zu halten. Die Lage wird sich irgendwann auch wieder normalisieren. Solange müssen Möbel, die ausrangiert werden sollen, eben noch im Haus bleiben.“

USB bündelt die Kräfte für die Müllabfuhr

Denhard bittet noch einmal um Verständnis, dass auch der USB seinen Service wegen des Coronavirus einschränken muss. Der USB hatte den Großteil seiner Wertstoffhöfe geschlossen, um Kräfte zu bündeln und an anderer Stelle die Entsorgungsstruktur sicherzustellen. „Bevor Leerungen von Mülltonnen ausfallen, werden Mitarbeiter aus anderen Unternehmensteilen für die Müllabfuhr eingesetzt“, erklärte der Sprecher des USB, Jörn Denhard bereits Ende der Woche. Bisher sei es bei den Leerungen der Restmüll-, Bio-, Wertstoff- und Papiertonne zu keinen nennenswerten Einschränkungen gekommen.

Dass einige Bürger über die Schließung auch des letzten Wertstoffhofes an der Havkenscheider Straße „nicht amüsiert“ waren, hatte Jörn Denhard noch mitbekommen. Nicht aber, dass am Wochenende der Sperrmüll teilweise einfach vor dem Tor des Wertstoffhofes abgeladen wurde; wohl aus Verärgerung, weil man nicht hineinkam. „Das ist sehr unschön und widerrechtlich“, macht Denhard deutlich.

Die Öffnungszeiten des Wertstoffhofes an der Havkenscheider Straße werden nun angepasst: montags bis freitags von 8 Uhr bis 15 Uhr, samstags bleibt er geschlossen. Es wird jeweils nur ein Fahrzeug auf das Gelände gelassen. Mit Wartezeit sei zu daher rechnen, teilt der USB mit, der darum bittet, den Wertstoffhof nur in absoluten Notfällen aufzusuchen.

Um Wartezeiten zu reduzieren und unnötigen Kontakt zu vermeiden, wird laut USB die Bezahlung nach gestaffelten Pauschalpreisen erfolgen. Das Unternehmen bittet um Verständnis, dass aufgrund der Corona-Pandemie diese Vorkehrungen getroffen werden müssen. Denhard: „Diese dienen zum Schutz unserer Kundinnen und Kunden und zum Schutz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“

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