Moschee

Christlich soziale Initiative baut Kanzel für Khaled-Moschee

Das neue Bauwerk in der Khaled Moschee in Querenburg, hier bei der Übergabe.

Das neue Bauwerk in der Khaled Moschee in Querenburg, hier bei der Übergabe.

Foto: Klaus Pollkläsener

Bochum.   Die Khaled-Moschee stellt ihre Kanzel für eine Ausstellung zur Verfügung. Eine christliche Initiative baut das ägyptische Bauwerk nun nach.

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Noch ein paar Mal dröhnt der Bohrer laut auf, dann steht die neue Kanzel in der Khaled-Moschee an der Querenburger Straße neben der Gebetsnische. „Als ich hörte, dass die Moschee ihre Kanzel zugunsten der Ausstellung ,Der geteilte Himmel’ ins Ruhr-Museum abgibt und solange über keine verfügt, kam mir die Idee: Warum bauen wir keine?“, sagt Pater Winfried Pauli, Leiter der sozialen stadtteilbezogenen Initiative Brunnenprojekt Hustadt bei der Übergabe des Bauwerks.

Eine Kanzel, arabisch Minbar, ist für eine Moschee von großer Bedeutung: „Bei der Freitagspredigt und an Feiertagspredigten steigt der Imam hinauf, begrüßt die Gemeinde und predigt“, erklärt Ahmad Aweimar, Pressesprecher und Dialogbeauftragter des islamischen Kulturvereins. „Unsere alte Kanzel haben wir seit 2008, sie stammt aus Ägypten und wurde dort von einer Traditionsfamilie gebaut.“ Das Besondere sei, dass die Kanzel aus Buchenholz nach der alten Technik erbaut sei, also fast ohne Nägel auskomme. Das tut die neu erbaute Kanzel zwar nicht, dennoch steckt viel Arbeit und Mühe darin: „An zwölf Arbeitstagen haben wir in einem Team von rund zehn Menschen die Kanzel gebaut“, sagt Peter Biermann, der die Holzwerkstatt der Diakonie leitet und ehrenamtlich beim Brunnenprojekt mitmacht.

Mit der Fotovorlage des Originals sei Stück für Stück die neue Kanzel entstanden. „Die Arbeit hat Spaß gemacht, es ist ja eine gute Sache“, so Biermann. Die Materialkosten, die sich auf rund 700 Euro beliefen, seien durch Spenden gedeckt

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Interreligiöse Arbeit fördern

Auch Ordensschwester Ulrike hat das Brunnenprojekt, welches ein Kooperationsprojekt von Bistum, Pfarrerei, Ordensgemeinschaften und Caritas ist, ebenfalls unterstützt. „Wir wollen den interreligiösen und interkulturellen Dialog suchen und fördern“, so die Schwester. Der Bau der Kanzel drücke die Verbundenheit zur Khaled-Moschee aus, die durch viele interreligiöse Veranstaltungen gepflegt werde. Ahmad Aweimar: „Heute sagen wir Danke an alle Helfer.“

Pater Pauli ist sich sicher, dass Zeichen wie diese wichtig sind: „In Zeiten von Spannungen sollten wir die interreligiöse Arbeit fördern.“ Die Studierenden Jamila Bouhouch und Gideon Adami haben in ihrem BWL Studium ebenfalls mitgeholfen. „Ich weiß noch, wie wir mit den Außenpfosten begonnen haben, jetzt steht hier die fertige Kanzel“, freut sich Bouhouch.

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