Sport

Chinesische Kampfkunst macht Kopf und Körper beweglich

Sebastian Eisenberg (r.) demonstriert einen Fußstoß mit Partner Robin Romahn in der Technik des Shaolin-Kempo.

Sebastian Eisenberg (r.) demonstriert einen Fußstoß mit Partner Robin Romahn in der Technik des Shaolin-Kempo.

Foto: Barbara Zabka / FUNKE Foto Services

Langendreer.  Bei „Fit im Volkspark“ in Bochum-Langendreer zeigt Bojutsu e.V. Techniken der Selbstverteidigung. Die Vereine bieten Schnupper-Kurse an.

„Es ist runder, einfach anders“, beschreibt Sebastian Eisenberg seinen Sport. Shaolin-Kempo stellt er in der Aktion „Fit im Park -Sport für alle“ im Volkspark an der Dördelstraße vor. Gleich nebenan üben an diesem Abend die Disc-Golfer des LFC Laer, und dort herrscht etwas mehr Zulauf. Das stört den Träger des ersten Schwarzgurts, Dan, aber überhaupt nicht. Er findet bei der Vorstellung interessante Vergleiche für die Eigenheiten dieser Kampfkunst: „Wie Schönschreiben, aber nicht Geschichten Schreiben.“ Das passt dann auch mit den Fußstößen, Faustangriffen oder Blocktechniken in das Bild, das er unter dem Titel „Chinesisches Karate im Drachen-Stil“ zum Mitmachen zeigt.

Eisenberg, 2. Vorsitzender des Bochumer Vereins Bojutsu, erzählt kurz, dass Shaolin Kempo aus verschiedenen Kampfsport-Elementen besteht, und wohl in der Mongolei entwickelt wurde. Chinesisch und Japanisch fließen schon in dem Begriff ineinander über, „Shaolin“ verweist auf chinesische Klöster, „Kempo“ auf „Gesetz der Faust“ oder „Weg der Faust“ im Japanischen.

Umgesetzt für den Breitensport

Wir konzentrieren uns auf die breitensportliche Verwendung, Techniken aus der Selbstverteidigung und dem Leichtkontakt-Sparring kommen dann später dazu“, umreißt Eisenberg. Deshalb ist Shaolin Kempo auch für alle Altersklassen und Fitness-Grade geeignet.

Aufwärmen auf einem Bein

Er hat inzwischen das grüne „Fit im Park“-Über-Shirt des Stadtsportbundes abgelegt und ist in leichte Stoffschuhe geschlüpft. Warmmachen und Dehnen steht auf dem Programm, und selbst das ist schon ein bisschen anders als in vielen anderen Sportarten. Auf einem Bein stehend werfen Eisenberg und Partner Robin Romahn sich einen Ball zu, wechseln Standbein und Wurfarm. „Dir wird ganz sicher warm“, hatte der Trainer gemeint, und er hat Recht.

Die nächste Übung klingt auch einfacher, als sie dann wirklich ist: Mit gestreckten Knien den Oberkörper vorbeugen, aber dann Stück für Stück wieder „aufrollen“, jeder Rückenwirbel meldet sich. Die innere Haltung der fernöstlichen Kampfkünste entwickelt sich beinahe von selbst, die „äußere“ wird immer wieder korrigiert, trainiert, perfektioniert.

Parallelen sogar zum Tai-Chi-Chuan

Ganz nebenbei stoßen Sebastian Eisenberg und Sparrings-Partner Robin Romahn auf eine unerwartete Gemeinsamkeit. Denn Romahn findet sich für einen Anfänger beim ersten Schnuppern in der Kampfkunst erstaunlich gut mit den Grundstellungen, den Hand- und Fußtechniken und dem Wechsel von Abwehr zu Angriff zurecht.

Und er erklärt, woher er die Schritte und Tritte kennt: „Ich mache schon eine ganze Zeit Tai Chi, aber ganz privat, mit Freunden, und im Moment sogar in unserem Gartenhäuschen.“ Weil für ein regelmäßiges Treffen oder sogar Kursangebote die Anlaufstellen fehlen, schließlich hat er es in verschiedenen Sporthallen und Fitness-Studios schon probiert.

Neue Kontakte über den Verein

Sebastian Eisenberg horcht auf, da könnten sich doch noch weitere Möglichkeiten über Bojutsu bieten. Schließlich ist auch er nicht auf eine Richtung in der Kampfkunst festgelegt, sondern weiß zum Beispiel auch um die Wirksamkeit von Yoga-Übungen.

„Sport für alle“ bei „Fit im Park“ fächert beim genauen Hinsehen eine enorme Palette auf.

Fotostrecke zu einem Abend „Fit im Park“ in Langendreer mit Shaolin-Kempo und Disc-Golf auf www.waz.de

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