Hanf

Cannabis-Aktivisten gründen Bochumer Ortsgruppe

Ein junger Mann raucht sein medizinisches Cannabis

Ein junger Mann raucht sein medizinisches Cannabis

Foto: Arne Immanuel Bänsch/ dpa (Symbolbild)

Bochum.   Erstmals hat sich in Bochum eine Ortsgruppe des Deutschen Hanfverbands getroffen. Sie fordert die Legalisierung von Cannabis in Deutschland.

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Sie fordern den legalen Anbau und Konsum von Cannabis in Deutschland. Erstmals haben sich Aktivisten und interessierte Bürger im Sozialen Zentrum in Hamme getroffen, um eine Bochumer Ortsgruppe des Deutschen Hanfverbandes zu gründen. In anderen Städten wie Wuppertal und Düsseldorf gibt es bereits fest etablierte Ortsgruppen, bundesweit sind es 14, die Demos veranstalten und Bürger über die Vorteile der Legalisierung informieren. Mehr als zwei Millionen Deutsche konsumieren gelegentlich oder regelmäßig Cannabis.

Rund 30 Teilnehmer versammelten sich zum ersten Treffen in Bochum im Sozialen Zentrum, überwiegend im Alter zwischen 18 und 30 Jahren. Aber auch vier ältere Teilnehmer zwischen 50 und 66 Jahren fanden sich ein.

„Der Schwarzmarkt kennt keinen Verbraucherschutz“

„Wir wollen, dass man sich legal einen Joint genehmigen kann, genauso wie man auch mal ein Bierchen trinkt“, erklärt Initiatorin Violetta Gosman (18). Mit der Legalisierung wolle man vor allem mehr Sicherheit und Jugendschutz erreichen. „Ein Dealer fragt nicht nach dem Ausweis und Gras wird häufig mit gefährlichen Mitteln wie Plastik, Glas oder Sand gestreckt“, so die Initiatorin. Durch eine Legalisierung wäre Kontrolle möglich. „Der Schwarzmarkt kennt keinen Verbraucherschutz“, sagt auch Chris J. Demmer (29), der sich Fachgeschäfte für den Verlauf von Cannabis wünscht. Dass es bei einer Legalisierung auch langfristig mehr Konsumenten gebe, glaubt Chris J. Demmer nicht: „Klar würden es zunächst viele ausprobieren, aber dann würde sich der Konsum wieder normalisieren. Das zeigt auch ein Blick in die USA, wo Cannabis schon erlaubt ist.“

Bei der Vorstellungsrunde gaben einige an, sich nur unverbindlich über die Ortsgruppe des Hanfverbands informieren zu wollen, andere machten deutlich, dass sie sich aktiv für die Legalisierung einsetzen möchten. „Da sich einige Parteien und einzelne Abgeordnete ja bereits für die Legalisierung aussprechen, könnten es ja bald mit ein wenig Druck was werden“, hofft ein älterer Teilnehmer. Wichtig ist den Teilnehmern, dass sie seriös in Erscheinung treten. „Wir wollen der Öffentlichkeit zeigen, dass wir eben nicht alle Hippies sind“, so Violetta Gosman.

Hanfpflanzen werden vielfältig verwendet

Als erste Aktion der Ortsgruppe wird ein Infostand in der Innenstadt für Februar geplant. Das Infomaterial wird der Ortsgruppe vom Deutschen Hanfverband zur Verfügung gestellt. Dann wollen die Hanffreunde auch auf die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten der Nutzpflanzen hinweisen. Hanf sei nicht nur Genussmittel und Medizin, sondern auch ein wichtiger Rohstoff. Violetta Gosman: „Viele wissen nicht, dass sich aus Nutzhanf auch beispielsweise Papier und Kleidung herstellen lässt und das auf eine sehr nachhaltige und umweltverträgliche Weise.“

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