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Bochumer Projekt hilft 1700 Menschen im afrikanischen Malawi

Die Musikerin Seon Hee Lee begleitete das Benefizkonzert in der Melanchthonkirche auf einer koreanischen Trommel.

Die Musikerin Seon Hee Lee begleitete das Benefizkonzert in der Melanchthonkirche auf einer koreanischen Trommel.

Foto: Wicho Herrmann

Bochum-Ehrenfeld.  In der Melanchthonkirche berichtet Presbyter Florian Barth von dem Malawi-Projekt. Hier wird erfolgreich Hilfe zur Selbsthilfe vermittelt.

Das „Malawi-Projekt“ der Evangelischen Kirchengemeinde Wiemelhausen startete im Juni 2017. „100(0) Decken für Malawi“ hieß damals der Aufruf der Gemeindeleitung zusammen mit der koreanischen Ortsgemeinde und weiteren Aktiven. Inzwischen erreicht das Projekt etwa 1700 Menschen in 18 „Alinafe-Gruppen“ in und um Nkhoma (Malawi).

„Alinafe – Communities of Hope“ heißt dabei die gemeindliche Organisation im Lande, die vor allem Hilfe zur Selbsthilfe fördert. Anlass für diesen Überblick war ein – unter Corona-Bedingungen – gut besuchtes Benefizkonzert in der Melanchthonkirche. Presbyter Florian Barth, einer der Projekt-Ansprechpartner, berichtete. Musiker aus der Gemeinde gestalteten das Beisammensein.

Für die Menschen in der Region Nkhoma passierte auch nach der Aktion mit den „100(0) Decken“ einiges, erzählt Florian Barth. So folgte in 2019 ein „Haustierprojekt“, damit es den Menschen in dem afrikanischen Land besser gelingt, sich selbst zu versorgen. „Mit 40 Ziegen machten wir einen großen Schritt bei der Hilfe zur Selbsthilfe für die Menschen in der Region“, erzählt der Presbyter.

Fotos in der Kirche zeigen, wie stolz die neuen Besitzer auf ihre Milch-, Käse- und später auch Fleischproduzenten sind. Zwei weitere Anliegen förderte der Arbeitskreis mit Hilfe von Spenden zudem. Das sind das „Mais-Projekt“ sowie das „Kleider-Projekt für die Wickelröcke ‘Chitenje‘“.

Menschen in Malawi entwickeln eigene Ideen

Während erstes vor allem das Einkaufen und Einlagern von größeren Mengen Mais in der Erntezeit bedeutet, damit niemand in der Dürreperiode hungern muss, will das Kleiderprojekt die heimische Wirtschaft ankurbeln. Barth: „Unsere fleißige Nähgruppe kauft Stoffe aus Malawi und verarbeitet sie zu Taschen, Rucksäcken, Tischläufern und Kissenbezüge. Die Einnahmen daraus fließen vor Ort in den Kauf neuer Stoffe wie auch in den Ankauf traditioneller Wickelröcke, die wiederum verteilt werden.“

Diese Anstöße veränderten auch die Zusammenarbeit mit den Einheimischen. Barth: „Während das deutsche Team sich anfangs viele Gedanken machte, wie die Projekte durchführbar sind, ergreifen inzwischen die Menschen vor Ort verstärkt die Initiative und entwickeln eigene Ideen.“

Mit Spendengeldern werden Gießkannen aus Zink gebaut

Daraus entstand in diesem Jahr das Garten- und Heckenprojekt in Zusammenarbeit „Farming God‘s Way“ und den Malawiern. Die Aufgabe: Eine Gruppe von etwa zehn Personen baut auf einer Parzelle Nahrungsmittel für den gemeinschaftlichen Eigenbedarf an. Sie schützt diese mit hochwüchsigem Grashecken gegen Wind, der ansonsten die fruchtbare Erde abtragen würde.

Das Gras wird wiederum zum Eindecken und Reparieren der Häuser verwendet. „Wir stellten dafür Gießkannen zur Bewässerung der kleinen Felder bereit“, erklärt der Gemeindeaktive. Dafür wurden allerdings keine Plastikkannen hier vor Ort gekauft, sondern Spenden gesammelt, um von dem Geld in Malawi Gießkannen aus Zink bauen zu lassen.

Projekt erfährt viel Anerkennung

„80 Kannen sind inzwischen im Einsatz. Für die Menschen dort bedeuten sie Hoffnung und Zuversicht“, freut sich Barth. Das nächste Anliegen für die Feldbewirtschaftung ist nun Saatgut zu kaufen, das mehrjährig nutzbar ist.

Das Gemeindeprojekt erhält inzwischen viel Anerkennung. „Die Dorfältesten schenkten ‘Alinafne’ ein Stück Land für das Projekt. Bei der Übergabezeremonie am 22. August konnten wir aufgrund der Pandemie nur online teilnehmen“, erklärt Barth. Er stellt fest: „Die Menschen in Nkhoma sind hier in der Gemeinde nicht in Vergessenheit geraten, obwohl wir in diesen Zeiten natürlich viel damit beschäftigt sind, über die Gestaltung unseres Alltags zu diskutieren.“

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