Kunst

Bochumer Künstlerbund zeigt Großausstellung im Haus Kemnade

Gruppenbild mit Kunst: Die Akteure des Bochumer Künstlerbundes in einem der Ausstellungsräume im Haus Kemnade.

Gruppenbild mit Kunst: Die Akteure des Bochumer Künstlerbundes in einem der Ausstellungsräume im Haus Kemnade.

Foto: Svenja Hanusch / FUNKE Foto Services

Bochum.  Der Bochumer Künstlerbundes zeigt im Haus Kemnade eine sehenswerte Gruppenausstellung. Unterschiedliche Temperamente und Stile begegnen sich.

Eben ist die große Gemeinschaftsausstellung des Bochumer Künstlerbundes im Haus Kemnade zu Ende gegangen, da wird auch schon die nächste eröffnet: Diesmal lautet das Motto „Drama, Baby!“ in einer Schau, die den Kontrapunkt setzt zur jüngst in der Wasserburg gezeigten BKB-Ausstellung „Stilles Leben“.

Entdeckungen sind möglich

„Wir haben uns bewusst für inhaltlich Gegensätzliches entschieden, um möglichst viele Aspekte unseres künstlerischen Schaffens abzubilden“, erläutert Uta Hoffmann, 2. Vorsitzende des Künstlerbundes, das Konzept der neuen Schau. Nach den eher zurückgenommenen Statements zum Thema „Stille“ richtet sich der Ausdruck jetzt knallig und durchaus auch provokativ nach vorn. 18 Künstlerinnen und Künstler sind in der Übersichtsausstellung vertreten, und wer meinte, die große Zahl der damit verbundenen Arbeiten könnte am Ende ins Beliebigkeit abdriften, der irrt. Zum Glück, muss man sagen. In „Drama, Baby!“ lassen sich Entdeckungen machen.

Unheimlich und farbstark

Das gilt zuvörderst für die Neu-Mitglieder des Künstlerbundes, die stark auftrumpfen. Etwa Peter Gros mit düsteren Öl-Arbeiten auf Holz, die Landschaftsfragmente und skulpturale Formen zu hermetischen Tableaus verdichten. Oder Marion Stephans geheimnisvolle, mit Symbolen aufgeladene Frauenporträts, die an Bildwelten des Surrealismus erinnern. Oder Suria Kassimis leuchtende Mixed-Media-Arbeiten, die betörend daherkommen, beim genauen Blick aber Umwelt- und Beziehungsdramen thematisieren.

Überhaupt lädt die Ausstellung nicht nur wegen der Vielzahl der unterschiedlichen künstlerischen Temperamente zum Einlassen und genauem Hinsehen ein. Das gilt für Angela Schillings so verstörende wie fordernde Installation zum Thema „Mädchen & Selbstbewusstsein“ ebenso wie für die verwirrenden Foto-Großcollagen, mit denen Felix Freier menschliche Behausungen weltweit in den Blick nimmt.

Alle drei Jahre

Das gilt aber auch und gerade für die kleinteiligen Arbeiten etwa von Uli Ostgathe, der farbintensive und ausdrucksvolle Hommages an die Gemälde Emil Schumachers beisteuert. Oder für Werner Ryschawys kunstvoll „verdrahtete“ Wandskulpturen, die als selbstständige Raum-Objekte erkannt werden wollen, aber in Wirklichkeit in die 3. Dimension erhobene, filigrane Zeichnungen sind.

Die Ausstellung „Drama, Baby!“ ist bis zum 29. September bei freiem Eintritt im Kunsthistorischen Museum Haus Kemnade, An der Kemnade 10 (Hattingen) zu sehen (Öffnungszeiten Dienstag bis Sonntag 12 bis 18 Uhr). Damit geht die enge Kooperation des Künstlerbundes mit dem städtischen Kulturamt in die nächste Runde. Die Stadt stellt dem BKB die Räume alle drei Jahre für drei Monate kostenlos zur Verfügung – auf dass die Kunst auch jene Bürgerinnen und Bürger erreiche, die den Gang ins Kunstmuseum vielleicht scheuen würden.

Angebot zur Kunstbetrachtung

In der Schau im Haus Kemnade muss niemand Scheu haben vor der Kunst. Neugierde genügt. Der Künstlerbund macht mit „Drama, Baby!“ ein Angebot zur Kunstbetrachtung, das man nicht ausschlagen sollte.

Vernissage am Samstag, 24. August, um 15 Uhr. Es sprechen Bernhard Szafranek (Leiter Kulturbüro), Uli Marquardt (Kunsthistoriker) und Uta Hoffmann (Bochumer Künstlerbund).

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