Schulschließung

Bochumer Hugo-Schultz-Schule schließt ihre Pforten

Karin Wartala und Martina Keller arbeiteten jahrelang Hand in Hand. Im nächsten Monat endet ihre gemeinsame Arbeit.

Karin Wartala und Martina Keller arbeiteten jahrelang Hand in Hand. Im nächsten Monat endet ihre gemeinsame Arbeit.

Foto: Ingo Otto

Dahlhausen.   Am 29. Juni werden die Schüler aus der Realschule verabschiedet. Die Schließung steht lange fest. Die Konrektorin wird einiges vermissen.

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Die Trauer merkt man Konrektorin Karin Wartala und Sekretärin Martina Keller an: In der Hugo-Schultz-Schule werden am 29. Juni die letzten Schüler verabschiedet.

70 Jahre lang hatte die Realschule bis zu 684 Kinder beherbergt. „Unser Herz hängt hier schon ein wenig dran“, sagt Keller. Seit dem Schuljahr 2012/2013 wurden die Schulklassen sukzessive in die Sekundarschule Südwest übernommen, die im gleichen Gebäude verortet ist.

„Der Schließungs-Entschluss war falsch“

Die Bochumer Entwicklung betrachten Konrektorin und Sekretärin kritisch. Schließlich habe die Stadt drei von acht Realschulen geschlossen. Der Grund: Die Stadt setzte mehr auf Gemeinschafts- und Realschulen. Die übrig gebliebenen Schulen seien jetzt überfüllt: „Der Beschluss, uns hier zu schließen, zeigt sich, war der falsche“, so Wartala.

36 Jahre lang, ihre gesamte Berufslaufbahn nach ihrem Referendariat, war sie als Lehrerin an der Hugo-Schultz-Schule tätig gewesen: „Am Montag dieser Woche habe ich zum letzten Mal hier Schüler unterrichtet. Das war ein komisches Gefühl“, berichtet sie. Für die letzten dreieinhalb Jahre geht es für sie nun als Konrektorin an die Hans-Böckler-Realschule. Das werde eine große Umstellung, da ist sie sich sicher. Schließlich habe jede Schule ihr eigenes System.

Vorreiter beim Thema Innovation

Bei der Hugo-Schultz-Schule stand beispielsweise das gute Team aus Schulleitern und Kollegen sowie die Orientierung hin zum Schüler im Fokus. Wer ein Problem hatte, konnte immer anklopfen. „Schüler, die bei uns den Abschluss gemacht haben, kommen uns später noch einmal besuchen“, sagt die Konrektorin.

Auch beim Thema Innovation sei die Schule oft Vorreiter gewesen. Zum Beispiel gab es schon sehr früh Checklisten vor Arbeiten mitsamt Lerntipps, die den Schülern zur Verfügung gestellt wurden. Auch ein Feedback in Form eines Rückgabebogens nach den Arbeiten war in der Realschule Usus. „Wer das ernst nimmt, hat bessere Noten“, erzählt Wartala von ihren Erfahrungen.

Keine „Beerdigungsfeier“, bitte!

Gerade einmal 75 Schüler sind derzeit noch in den 10. Klassen anzutreffen. Nächste Woche Donnerstag werden sie verabschiedet. Am 7. Juli schließlich gibt es dann noch einmal eine große Abschiedsfeier. „Mit 70 in die Rente“, so das Thema. „Ich will nicht, dass das Ganze wie eine Beerdigungsfeier wirkt“, sagt Karin Wartala. Viel mehr will sie mit Ehemaligen noch einmal gemeinsam die schönen Jahre feiern.

Beisammensein zum Abschied

Nach ein paar Reden gibt es ein fröhliches Beisammensein mit Fiege-Bier und Kruse-Würstchen. Denn: Bernd Kruse ist auch ein Ehemaliger der Hugo-Schultz-Schule. Und sogar sein Vater soll bereits auf den Schulbänken gesessen haben. Im Anschluss gehören die Räume dann vollends der Sekundarschule Südwest.

>> Start an der Lewackerstraße

Die Hugo-Schultz-Schule wurde am 22. April 1947 an der Lewackerstraße 47 gegründet.

Der Umzug in die neuen Gebäude am Schulzentrum Südwest fand im März des Jahres 1985 statt.

Als besondere Erinnerung bleibt der Schüleraustausch von Chor und Orchester der Schule nach Finnland.


Auch die Weihnachts-Fußball-Turniere der vier im Gebäude beherbergten Schulen fehlen nun.

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