Bochum Total

Mehr als 500.000 Besucher feiern bei Stadtfest Bochum Total

Der Singer-Songwriter Tim Kamrad setzte am Sonntagabend den musikalischen Schlusspunkt auf der 1Live-Bühne.

Der Singer-Songwriter Tim Kamrad setzte am Sonntagabend den musikalischen Schlusspunkt auf der 1Live-Bühne.

Foto: Ingo Otto / FUNKE Foto Services

Bochum.  Nach Veranstalterangaben feierten mehr als 500.000 Menschen bei Bochum Total – und damit 200.000 weniger als im vergangenen Jahr.

„Heute geben wir noch mal alles“, versprachen die Bochum-Total-Macher zum Start des vierten und letzten Festival-Tages in der Bochumer Innenstadt. Sie hielten Wort. Zum Ausklang der Umsonst-und-draußen-Party war die City am Sonntag noch einmal richtig voll. Und das Wichtigste: Diesmal blieb es trocken.

Das war am Samstag leider anders. Am frühen Abend, ausgerechnet zur Hoch-Zeit des Festivals, setzte Regen ein; die Temperaturen stürzten auf Fröstel-Niveau. Das schlug sich in den Besucherzahlen nieder. 170.000 meldeten die Veranstalter und die Polizei. Das ist für einen Festival-Samstag vergleichsweise bescheiden. In den Vorjahren wurde deutlich die 200.000-Marke überschritten.

500.000 Besucher an vier Tagen

Das konnte der Sonntag trotz des großen Zustroms nicht mehr herausreißen. Die Vorjahresmarke von 700.000 Fans wird deutlich verfehlt. Nach Veranstalterangaben strömten etwas mehr als eine halbe Million Menschen zu Bochum Total.

Auch die Polizei schätzt 500.000 Besucher. „Wir sind mit dem Verlauf zufrieden“, sagte ein Sprecher der Polizei am Montag. Die Bilanz aus Sicht der Ordnungshüter: 82 Straftaten und 27 Ordnungswidrigkeiten. 120 Platzverweise mussten ausgesprochen werden, zwei Personen wurden vorläufig festgenommen, 17 kamen ins Gewahrsam. Für ein Festival dieser Größe sei das „völlig im Rahmen“.

Regen trübt die Stimmung nicht

Die Stimmung war an allen Tagen top. Auch und gerade am Samstagabend. Großartig, wie ausgelassen trotz des Dauerregens vor den Bühnen abgefeiert wurde. Mal kräftig-heftig bei „Betontod“ oder „Rantanplan“. Mal kuschelig-sentimental beim Songpoeten Andreas Kümmert. Immer friedlich und ohne größere Ausschreitungen.

Einsätze der Rettungskräfte auf Normalmaß

Die Sanitäter der Johanniter Unfallhilfe verzeichneten an den vier Veranstaltungstagen 136 Einsätze, 25 Menschen mussten ins Krankenhaus gebracht werden. Einzige Besonderheit aus Sicht der Feuerwehr war eine Technische Hilfeleistung am Samstag: An der 1Live-Bühne hatte sich eine Dachplane gelöst. Mit Hilfe der Drehleiter der Innenstadtwache und unterstützt durch einen Bühnentechniker konnte die ein mal fünf Meter große Plane aber schnell wieder am richtigen Ort befestigt werden. „Nichts Dramatisches“, heißt es.

Und Festival-Sprecherin Sabine Hahnefeld ergänzt: „Wir sind sehr zufrieden. Alles ist gut gelaufen, niemandem ist etwas passiert.“ Auch logistisch sei alles im grünen Bereich. Bei über 100 Bands gab es nur eine Absage: „Darjeeling“ musste kurzfristig passen. Es gab Ersatz.

Musiker mit Karriere-Potenzial

Ab dem frühen Sonntagnachmittag füllte sich die City wieder. Die „Happy Gangstas“ zählten auf der Sparkassenbühne zu den ersten Live-Acts. Am Abend folgten mit „Van Holzen“ aus Ulm und dem jungen Singer-Songwriter Tim Kamrad Musiker, denen wie so mancher BO-Total-Band zuvor eine steile Karriere zugetraut wird.

Hoch gehandelt werden auch „Kuult“ aus Essen, die zum Endspurt um 20.45 Uhr die Ringbühne enterten.

Veranstalter richten Dank an Anwohner

Derweil richten die Veranstalter ein „großes Dankeschön“ an die Anwohner in der Innenstadt. „Es ist bestimmt manchmal hart für die Menschen – vor allem, wenn sie die Musik, die gerade gespielt, wird nicht mögen“, heißt es bei der Cooltour-Agentur. „Umso mehr freut es uns, immer wieder auch von den Anwohnern gute Wünsche und Schulterklopfen zu bekommen. Sicher, mancher ist nicht so begeistert. Aber alles in allem können auch sie stolz sein auf diese Stadt. Eine Stadt, in der sowas möglich ist.“

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