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Bochum Total 2018: So fällt die erste Festival-Bilanz aus

Vier Tage Rockmusik liegen hinter Bochum. Das Festival Bochum Total lockte rund 700.000 Menschen ins Bermudadreieck.

Vier Tage Rockmusik liegen hinter Bochum. Das Festival Bochum Total lockte rund 700.000 Menschen ins Bermudadreieck.

Foto: Ingo Otto

Bochum.   Am Ende waren es rund 600.000 Menschen, die zu Bochum Total in die City kamen. Zu sehen gab es mehr als 120 Auftritte. Zeit, Bilanz zu ziehen.

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Mit rund 600.000 Besuchern freuen sich die Bochum-Total-Macher über eines der erfolgreichsten Festivals der vergangenen Jahre – erste Schätzungen am Samstag gingen von rund 700.000 Besuchern aus. Trotz der Ferienzeit war die Innenstadt an allen vier Tagen prächtig gefüllt.

Allein am Samstag strömten nach Angaben der Polizei fast 250.000 meist junge Fans in die City.

Bochum wird zur Rock-Hauptstadt

125 Bands und Künstler, fünf Außenbühnen, Fortsetzung des Konzertmarathons nach 22 Uhr in den Clubs und Kneipen: Bochum avancierte von Donnerstag bis Sonntag zu Deutschlands Rock-Hauptstadt. Nicht nur die Live-Auftritte, sondern auch die Gastronomie- und Marktstände waren dicht umlagert. Auf der Brüderstraße ging zeitweise nichts mehr.

Angesichts der Menschenmassen und des beträchtlichen Alkoholkonsums zog die Polizei am Sonntag auf WAZ-Anfrage eine erste positive Bilanz. Zwar meldet Sprecher Frank Lemanis mehr Platzverweise als in den letzten Jahren (2017 waren es 20), meist wegen Körperverletzung und Rauschgift-Missbrauchs.

Eine genaue Aufstellung der Delikte will das Präsidium am Montag (23.7.) veröffentlichen. Aber: Größere Einsätze habe es auch diesmal nicht gegeben, ebenso wie schwerwiegende Verletzungen. „Wir sind mit dem Verlauf sehr zufrieden“, bekräftigt Veranstalter Marcus Gloria.

Das Wetter war ein „Glücksfall“

Einmal mehr bewährt hat sich das Glasverbot (das von den Ordnern an den Einlässen streng kontrolliert wird). Seit der Einführung 2010 ist die Zahl der Schnittverletzungen bei Bochum Total auf nahe null gesunken. „Es ist deutlich ruhiger als im letzten Jahr“, erklärte Feuerwehrchef Simon Heußen.

Bis Samstag gab es 200 Behandlungen und 33 Krankentransporte. Die Sanitäter, unterstützt von den Johannitern, müssen meist Besucher mit Kreislaufproblemen versorgen. Viele haben vor den Bühnen, bei Temperaturen über 30 Grad, zu wenig oder das Falsche getrunken.

Die ganz große Hitze blieb aus

Dabei wird das Wetter von Marcus Glorias Agentur Cooltour als „Glücksfall“ gewertet.

Die befürchtete ganz große Hitze blieb ebenso aus wie Unwetter aller Art, von denen das Festival in jüngster Vergangenheit häufig heimgesucht wurde. „Die Bedingungen sind ideal“, sagte Festival-Sprecherin Sabine Michalak.

So konnte das Mammut-Programm weitgehend planmäßig durchgezogen werden. Einzig die Band „Berlin Syndrome“ musste ihr für Samstag geplantes Gastspiel wegen Krankheit absagen. Dafür sprang der Sänger Kovic ein.

Fotostrecke: Erster Tag Bochum Total 2018 
Fotostrecke: Zweiter Tag Bochum Total 2018 
Fotostrecke: Dritter Tag Bochum Total 2018