Ehrung

Bochum: Peter-Weiss-Preis ehrt Künstlerin Otobong Nkanga

Otobong Nkanga bei ihrer Danksagung im Foyer des Kunstmuseums.

Otobong Nkanga bei ihrer Danksagung im Foyer des Kunstmuseums.

Foto: Olaf Ziegler / FUNKE Foto Services

Bochum.  Die nigerianische Künstlerin Otobong Nkanga erhält den Peter-Weiss-Preis. Es ist die wichtigste Bochumer Kultur-Auszeichnung.

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Die nigerianische Künstlerin Otobong Nkanga wurde im Kunstmuseum Bochum mit dem Peter-Weiss-Preis der Stadt Bochum ausgezeichnet. Er wurde zum vierten Mal in der Sparte „Bildende Kunst“ vergeben.

Zum vierten Mal die Sparte „Kunst“

Nkanga (*1974) gesellt sich damit zu den Preisträgern Jochen Gerz (1996), Hans Haacke (2004) und zuletzt Rosemarie Trockel (2010). Die Veranstaltung im Foyer des Museums war mit annähernd 100 Gästen gut besucht, neben Abgesandten Bochumer Kultureinrichtungen gaben sich zahlreiche Vertreter aus dem politischen Raum die Ehre, an ihrer Spitze OB Thomas Eiskirch (SPD), der den Preis überreichte. Der Peter-Weiss-Preis gilt als wichtigste Bochumer Kulturauszeichnung.

Otobong Nkangas Kunst wird international stark beachtet. Zu ihren aktuellen Einzelausstellungen zählen „A Lapse, a Stain, a Fall“ im Galerie Museum Bozen und „To dig a Hole that Collapses Again“ im Museum of Contemporay Art in Chicago. Zudem war sie zuletzt an einer Gruppenausstellung im Rahmen der 58. Biennale in Venedig beteiligt.

Es geht um Perspektivenwechsel

Die körperliche Begegnung mit und die Geschichtsverbundenheit von Kunst machen die Besonderheit von Nkangas Schaffen aus. Ihre Spezialität sind performative Installationen, in denen die Körper der Besucher in Beziehung zum Werk gesetzt werden. Es kann nicht nur angesehen, sondern muss erlebt werden.

Den „Schatten der Dinge“ sichtbar machen

Dabei steht der „Schatten“ im Zentrum ihrer Aufmerksamkeit; etwa, wenn Nkanga Aspekte der Kolonialisierung Afrikas wie die Ausbeutung von Bodenschätzen aufgreift und diese mit der westlichen Welt der Dinge in Beziehung setzt.

Es geht ihr um Perspektivenwechsel, um Bildende Kunst als Gespinst von Assoziationen und Beziehungen – im erwähnten Fall wird durch den Eingriff der Künstlerin die Ära der Kolonisation der Welt nicht als vergangene Geschichte aufgefasst. Sondern gezeigt, dass der Kolonialismus immer noch die Lebensgeschichte vieler Menschen prägt.

Ohne theoretische Ferne

Aufgewachsen in Nigeria, studierte Nkanga in Paris und ist heute als Fotografin, Performerin, Plastikerin, Autorin tätig. Ihr Werk überwindet eine theoretische Ferne und Abstraktion, es zieht den ganzen Menschen in umfassende Untersuchungen ein.

„Mit gutem Recht darf man in der Suche von Otobong Nkanga eine Fortführung der ästhetischen Recherche sehen, die das Werk von Peter Weiss auszeichnet: Der unbedingte Wille zum Verständnis von Welt durch eine ästhetische Aneignung derselben“, so die Begründung der Preisjury.

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