Auszeichnung

Bochum: Peter-Weiss-Preis an Filmemacherin Ute Adamczewski

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Die Filmemacherin Ute Adamczewski wird mit dem Peter-Weiss-Preiss 2022 der Stadt Bochum geehrt

Die Filmemacherin Ute Adamczewski wird mit dem Peter-Weiss-Preiss 2022 der Stadt Bochum geehrt

Foto: Frank Sperling

Bochum.  Die 54-jährige Regisseurin wird mit dem bedeutenden Preis der Stadt Bochum geehrt. Vor allem ihr Film „Zustand und Gelände“ beeindruckt die Jury.

Die Filmemacherin Ute Adamczewski wird mit dem Peter-Weiss-Preis 2022 der Stadt Bochum ausgezeichnet. Insbesondere ihr Film „Zustand und Gelände“, der erst im vergangenen Sommer in den Kinos zu sehen war, habe mit seiner Aktualität und gesellschaftlichen Brisanz tiefen Eindruck hinterlassen, so begründet die Jury ihre Entscheidung.

Ute Adamczewski erhält Peter-Weiss-Preis der Stadt Bochum

Der Kulturpreis, der nach dem Dramatiker Peter Weiss benannt ist, wird seit 1990 alle zwei Jahre an eine Persönlichkeit aus Literatur, Theater, bildender Kunst und Film vergeben. Dotiert ist die Auszeichnung mit 15.000 Euro. In der Sparte „Film“ waren zuletzt unter anderem Harun Farocki (2002) und Fatih Akin (2012) preiswürdig.

Die studierte Architektin Ute Adamczewski (54) arbeitet als Regisseurin und Künstlerin, die seit 2013 mit verschiedenen konzeptuellen Videoarbeiten wie „Die neue Ordnung“ (2013) und „La Ville Radieuse Chinoise“ (2015) auf sich aufmerksam macht. Ihr Dokumentarfilm „Zustand und Gelände“ (2016-2019) wurde mehrfach ausgezeichnet. Darin zeigt sie Gebäude, in denen die ersten „wilden“ Konzentrationslager ab 1933 entstanden, wo vor allem politische Gefangene eingesperrt wurden.

Preisverleihung voraussichtlich am 24. April im Schauspielhaus

„Dieser Film baut mehrere Bedeutungsebenen übereinander auf und verknüpft sie miteinander. In dieser Form ist das einzigartig“, lobt Kulturdezernent Dietmar Dieckmann (SPD), der auch Vorsitzender der Jury ist. „Für mich ist das außergewöhnlich und zugleich beispielhafter Ausdruck eines aufrichtigen gesellschaftlichen Engagements.“

Auch Barbara Jessel, Fraktionsvorsitzende der Grünen und Vorsitzende des Kulturausschusses, freut sich über die Entscheidung der Jury: „Der Film ist hochaktuell und erinnert an Formen der Entmenschlichung, von denen auch unsere heutige demokratische Gesellschaft jederzeit bedroht ist“, sagt sie.

Die Preisverleihung soll voraussichtlich am 24. April im Schauspielhaus stattfinden. Zur Jury gehören unter anderem die Schauspielerin Friederike Becht und Prof. Oliver Fahle vom Institut für Medienwissenschaft der Ruhr-Uni. Intendant Johan Simons nahm beratend teil. (sw)

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