Lesung

Kult-Detektiv Sherlock Holmes ermittelt in Bochumer Bücherei

Josef Schoenen untermalt seine Lesung aus „Der Vampir von Sussex“ in der Bücherei Langendreer mit der Gitarrenklängen.

Josef Schoenen untermalt seine Lesung aus „Der Vampir von Sussex“ in der Bücherei Langendreer mit der Gitarrenklängen.

Foto: Dietmar Wäsche

Langendreer.   Bei seiner gut besuchten Lesung in Langendreer erinnert Josef Schoenen an Sherlock Holmes. Am 13. November wird Shakespeares „Zähmung“ gelesen.

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Das Licht einer kleinen Lampe fällt in sein Gesicht. Vor ihm auf dem Tisch seine Lektüre und ein Glas Wasser, daneben eine Gitarre – viel mehr braucht Josef Schoenen nicht, um die Stadtbücherei in Langendreer in einen anderen Ort zu verwandeln.

Genauer gesagt in die Grafschaft Sussex im Süden Englands, wo es Inspektor Sherlock Holmes und seinen Gehilfen Dr. Watson für ihre neusten Ermittlungen hinzieht: Ein Mann namens Robert Ferguson glaubt, einen Vampir geheiratet zu haben. Zunächst hält es das Ermittlerteam für ein Märchen, doch dann entscheiden sie sich den Fall anzunehmen.

Sechs verschiedene Rollen

„Lesen ist nicht gleich lesen“, meint Josef Schoenen, der während seiner Lesung von „Der Vampir von Sussex“ sechs verschiedene Rollen spricht. „Um das Publikum nicht zu langweilen, muss man seine Stimme bewusst einsetzen, sprechtechnische Methoden kennen und sich seine Lektüre vorher noch einmal durchlesen.“ Nicht nur seine Stimme verändert sich, auch seine Mimik wechselt, als der Düsseldorfer in die Rollen von Sherlock Holmes und Watson schlüpft – Schoenen wird seinem Motto „Spielfilm fürs Ohr“ gerecht. Untermalt wird sein Programm durch selbst komponierte Live-Musik, die zwischen einzelnen Passagen die Spannung steigern soll. „So haben die Zuhörer einen Moment Zeit, das Gehörte sacken zu lassen.“

Seit elf Jahren tourt Josef Schoenen durch NRW, um seine Lieblingsgeschichten vorzutragen. Die Idee mit der Live-Musik kam ihm bei einem seiner ersten Auftritte, in einem Café, wo die meisten Besucher sich eher für ihr Kartenspiel, als für seinen Vortrag interessierten.

„Die waren leider nicht so literaturaffin. Da kam mir die Idee mit der Musik, einfach, um die Aufmerksamkeit zu steigern.“

40 Programme im Repertoire

40 Programme hat der Freiberufler mittlerweile in seinem Repertoire, am liebsten liest er Gedichte von Rilke oder das Dschungelbuch vor, bei dem er acht verschiedene Rollen sprechen kann.

Aber auch die Geschichten um Sherlock Holmes haben es Schoenen angetan. „Da steckt viel Dynamik drin. Das Besondere an dieser Geschichte ist, dass man erst am Ende erfährt, wer der Täter ist und als Zuhörer mit ermitteln kann.“

Besucher rätseln mit

Etwa 40 Besucher rätseln mit, für die richtige Atmosphäre gibt es englischen Teekuchen und Scones: fast wie zur Tea-Time in England.

Zweimal im Jahr finden in der Bücherei Lesungen statt, organisiert werden sie vom Förderverein „Langendreer liest.“ Er wurde gegründet, um die Bewohner des Stadtteils wieder in die Bücherei zu bringen. Mit Erfolg: Der Verein konnte das Kultur-Angebot im Stadtteil mit Comedy, Lesungen und Musik erheblich erweitern.

Shakespeare-Lesung im November

Bei Kabarettist Fritz Eckenga kamen 200 Zuhörer: „Mehr durften wir nicht reinlassen“, erinnert sich Brigitte Bablich, Vorsitzende des Vereins. „Aber auch heute habe ich nicht mit so vielen gerechnet.“

Eine musikalisch inszenierte Lesung wie die von Josef Schoenen ist aber auch für sie etwas Neues. „Wir dachten, wir stimmen uns mit Sherlock Holmes schon mal auf Halloween ein.“ Weiter geht es mit einer Komödie: Am 13. November lädt der Förderverein zum gemeinsamen Mitlesen aus William Shakespeares „Der Widerspenstigen Zähmung“ ein.

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