Erich-Brühmann-Haus

Erich-Brühmann-Haus soll zu einem Stadtteilzentrum werden

Peter Scheffler (links), Gisela Estel und Benjamin Fiedler machen sich Gedanken über die Zukunft des Erich-Brühmann-Hauses.

Peter Scheffler (links), Gisela Estel und Benjamin Fiedler machen sich Gedanken über die Zukunft des Erich-Brühmann-Hauses.

Foto: Rainer Raffalski

Werne.   Gemeindehaus in Werne soll Stadtteiltreff werden. Dadurch könnten die laufenden Kosten auf mehrere Schultern verteilt werden. Und nicht nur die.

Von zwei Gemeindehäusern hat sich die evangelische Gemeinde Werne schon getrennt – das Ludwig-Steil-Haus wurde abgerissen, das Oberlinhaus zur Tagespflege umgebaut. Bleibt noch das Erich-Brühmann-Haus. Dieses will die Gemeinde auf jeden Fall halten. Intern diskutiert wird derzeit allerdings das Wie.

Um an frische Ideen zu kommen, wurde ein „Lenkungsausschuss“ gegründet; bestehend aus Pfarrerin Gisela Estel, Presbyter Benjamin Fiedler, dem früheren Superintendent Peter Scheffler und seiner Frau Beate. Das Team machte zunächst eine Bestandsaufnahme und stellte fest, dass das Brühmann-Haus weit über die gemeindeinternen Gruppen hinaus von vielen Wernern genutzt wird. Sei es für den Knappen-Karneval, Bürgerveranstaltungen der Stadt oder Aufführungen der Amtmann-Kreyenfeld-Grundschule.

Sanierung kostet 2,1 Millionen Euro

„Wir sind also viel mehr als ein reines Gemeindehaus“, findet Peter Scheffler. Es sei vielen nur gar nicht bewusst, dass das Brühmann-Haus längst zu einem Stadtteiltreff geworden ist. Die laufenden Kosten allerdings stemmt die Gemeinde allein. „Wir halten die Vermietung der Räume bewusst günstig“, sagt Presbyter Benjamin Fiedler, der die Finanzen im Blick hat. „Darüber bekommen wir die Betriebskosten dann aber auch nicht gedeckt.“

Erschwerend hinzu kommt, dass das vor 41 Jahren gebaute Erich-Brühmann-Haus dringend saniert werden müsste: Dach, Fenster, die sanitären Anlagen, die Akustik, der Brandschutz – all dies muss nach Angaben von Benjamin Fiedler erneuert werden. Geschätzte 2,1 Millionen Euro würde die Sanierung verschlingen. Kosten, die für die Gemeinde allein nicht zu stemmen wären und die man auf mehrere Schultern verteilen könnte, wenn das Erich-Brühmann-Haus auch offiziell zu einem Stadtteilzentrum umfunktioniert würde, findet die Projekt-Gruppe.

Erster Antrag auf Fördermittel wurde abgelehnt

Große Hoffnung setzt das Quartett in das Stadterneuerungsprogramm für Werne. Ein erster Antrag auf Fördermittel für das Erich-Brühmann-Haus wurde abgelehnt. Nun, mit der Idee, es zu einem Stadtteilzentrum zu machen, wird ein erneuter Vorstoß unternommen. „Es muss halt ein neues Konstrukt her, das förderfähig ist“, weiß Beate Scheffler, die aber zuversichtlich ist, die Voraussetzungen zu schaffen. Tipps will man sich u.a. in Stahlhausen holen, wo aus dem Gemeindezentrum das Stadtteilzentrum Q1 wurde.

Auch über eine andere Trägerschaft müsse nachgedacht werden. Benjamin Fiedler schwebt eine Bürgerstiftung oder eine gemeinnützige Gesellschaft vor. Wichtig ist allen zu betonen, dass man nicht die Kosten für das Brühmann-Haus einfach auf andere abwälzen will: „Wir könnten es auch einfach aufgeben und ein kleineres Gemeindehaus bauen. Doch wir finden es wichtig, es als Bürgerzentrum zu erhalten.“

>>> Bezirksvertretung diskutiert über Stadtteilzentrum

Ein mögliches Stadtteilzentrum regen auch SPD und Grüne an. Diese Anfrage wird am Donnerstag (21.) in der Bezirksvertretung Ost diskutiert, die sich passenderweise um 16 Uhr im Erich-Brühmann-Haus, Kreyenfeldstraße 36, versammelt. Interessierte Bürger sind willkommen.

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