Coronavirus

Bochum: Krankenhäuser halten an strengen Besuchsregeln fest

Im Augusta-Krankenhaus in Bochum bleibt es nach dem Corona-Ausbruch im Juli vorerst beim Besuchsverbot. Nur in Härtefällen dürfen Angehörige in die Klinik.

Im Augusta-Krankenhaus in Bochum bleibt es nach dem Corona-Ausbruch im Juli vorerst beim Besuchsverbot. Nur in Härtefällen dürfen Angehörige in die Klinik.

Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Services

Bochum.  Trotz sinkender Infektionszahlen halten die Kliniken in Bochum an ihren strengen Besuchsregeln fest. Für Lockerungen sei es zu früh, heißt es.

Die Krankenhäuser in Bochum halten an ihren strengen Besuchsregeln fest. Obwohl die Zahl der Neuinfektionen zuletzt wieder zurückgegangen ist, sei es zu früh, um Lockerungen ins Auge zu fassen, heißt es auf WAZ-Anfrage in den Kliniken.

Um das Risiko zu vermindern, dass das Coronavirus durch Angehörige ins Krankenhaus getragen wird, haben die Bochumer Kliniken ihre Regeln verschärft. Aktuell sind Besuche im Katholischen Klinikum (u.a. St.-Josef-, St.-Elisabeth-Hospital und Martin-Luther-Krankenhaus), im Bergmannsheil und im Knappschaftskrankenhaus Langendreer nur am Wochenende erlaubt. Im Augusta-Krankenhaus gilt nach wie vor ein allgemeines Besuchsverbot.

Corona in Bochum: Fehlende Kontakte schmerzen

Eine WAZ-Leserin übt daran Kritik. Ihre 81-jährige Mutter liegt derzeit im Krankenhaus. „Sowohl sie als auch wir als Angehörige leiden sehr darunter, dass die Besuchszeiten stark reduziert sind bzw. dass gar kein Besuch stattfinden darf“, schreibt die Bochumerin und fragt: .Hat diese willkürliche und individuelle Entscheidung wirklich Gründe des Infektionsschutzes oder ist Corona auch eine willkommene Begründung, um Besucher aus den Häusern zu verbannen, um mehr Ruhe zu haben? Keiner läuft herum, stellt Fragen und kontrolliert den Pflegezustand.“ Und: „Was macht es mit Patienten, die lange keinen Besuch von ihren Liebsten bekommen?“

Augusta setzt Besuchsverbot fort

„Krankenhäuser sind in diesen Zeiten immer mehr gefährdet als andere Einrichtungen des öffentlichen Lebens. Solange keine grundlegende Trendwende in Sicht ist, gilt in einer Nutzen/Lasten-Abwägung der Vorrang der Patientensicherheit“, bekräftigt Augusta-Chefarzt Prof. Santiago Ewig.

Die Klinik an der Bergstraße musste im Juli leidvoll erfahren, wie schnell und verheerend sich das Corona-Virus ausbreiten kann. 21 Mitarbeiter und Patienten steckten sich bei einem „Superspreader“ an. Für zwei Wochen musste ein Aufnahmestopp verhängt werden. Besuche sind seither nur noch „in Härtefällen“ erlaubt und müssen mit dem behandelnden Arzt abgestimmt werden. Dabei werde es in absehbarer Zeit auch bleiben, teilt das Augusta mit und appelliert an das Verständnis der Angehörigen.

Katholisches Klinikum öffnet am Wochenende

„Zurückhaltend und verantwortungsbewusst“ reagiere man auch im Katholischen Klinikum: „zum Schutz unserer Patienten und Mitarbeitenden“, betont Geschäftsführer Prof. Christoph Hanefeld. Ein Patient kann während seines Aufenthalts bis zu zwei Besucher empfangen, deren Daten bei der Aufnahme hinterlegt werden werden müssen. Samstag und sonntags stehen die Krankenhäuser von 10 bis 11.30 Uhr sowie 15 bis 17 Uhr jeweils für einen Angehörigen offen. Die Temperatur wird gemessen. Es gelten die Corona-Hygieneauflagen.

Bergmannsheil sieht sich in der Pflicht

Die Wochenend-Regelung praktiziert seit August auch das Bergmannsheil. Hier ist der Besuch unter Corona-Bedingungen samstags und sonntags von 13.45 bis 17.45 Uhr auf eine Person und maximal eine Stunde beschränkt.

„Uns ist bewusst, dass Besuche von Angehörigen und Freunden für unsere Patienten eine sehr große Rolle spielen“, sagt Bergmannsheil-Geschäftsführerin Dr. Tina Groll. Das Haus sehe sich aber „in der Pflicht, die Vorkehrungen zum Infektionsschutz weiter zu verstärken“. Das Besuchsverbot während der Woche bleibe „bis auf weiteres“ bestehen, auch mit Blick auf eine drohende Grippewelle im Herbst, kündigt Kliniksprecher Robin Jopp an.

Knappschaftskrankenhaus plant keine Änderung

Diese vorsichtige Strategie fährt auch das Knappschaftskrankenhaus. In Langendreer ist Besuch samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr erlaubt. Auch hier gilt: Ein Besucher pro Patient pro Tag. „Es ist aktuell nicht geplant., an dieser Regelung etwas zu ändern“, berichtet Kliniksprecherin Bianca Braunschweig. Eine weitere Freigabe würde das Screening in der vorgelagerten Notaufnahme konterkarieren.

Die Kliniken werden durch die Corona-Entwicklung in Bochum bestätigt. Seit dem Ausbruch im Augusta-Krankenhaus ist es zu keinen weiteren bestätigten Infektionen gekommen.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben