Erinnerungskultur

Bochum: Gedenkstunde für die Opfer der Pogromnacht 1938

Mit Ansprachen, Erinnerungszitaten und Kränzen wird auch in diesem Jahr das Gedenken an die Pogromnacht 1938 aufrecht erhalten.

Mit Ansprachen, Erinnerungszitaten und Kränzen wird auch in diesem Jahr das Gedenken an die Pogromnacht 1938 aufrecht erhalten.

Foto: Vladimir Wegener

Bochum.  Am 9. November findet die zentrale Gedenkveranstaltung zur Judenverfolgung in Bochum statt. Das Stadtarchiv bietet einen begleitenden Vortrag.

Zur Gedenkveranstaltung zum 82. Jahrestag der Reichspogromnacht wird am Montag, 9. November, aufgerufen. Sie beginnt um 17 Uhr an den Erinnerungs-Stelen Harmoniestraße/Dr.-Ruer-Platz.

Am 9. November 1938 wurden im Deutschen Reich Synagogen und Gebetshäuser angezündet, jüdische Geschäfte und Wohnungen geplündert, gab es Verhaftungen und die Ermordung von Menschen. Hintergrund waren die „Judengesetze“ der nationalsozialistischen Diktatur, die Angehörigen jüdischen Glaubens die Bürgerrechte absprachen. Die Pogromnacht 1938 gilt als Fanal zum schlimmsten Völkermord in der Geschichte, dem Holocaust.

Jugendring Bochum gestaltet Feierstunde

In Bochum und in vielen anderen Städten wird alljährlich an die Ereignisse der 1930er und 40er Jahre erinnert. In diesem Jahr ist das Leid der jüdischen Ärzte zentrales Thema. 1933 gab es 50.000 Ärzte in Deutschland. Unter ihnen waren etwa 9000 jüdische Ärzte, die meisten verloren bereits 1933 ihre Zulassung. Viele wurden in den Selbstmord getrieben oder waren gezwungen zu emigrieren. 1938 gab es in Bochum keinen jüdischen Arzt mehr. Die Gedenkveranstaltung zur Reichspogromnacht wird in Kooperation vom Arbeitskreis „9. November“ und vom Kinder- und Jugendring Bochum durchgeführt. Schüler des Neuen Gymnasiums werden die Erinnerungsstunde gestalten und musikalisch begleiten.

Vortrag über jüdischen Fußball-Club

Um die jüdische Geschichte geht es auch am Mittwoch, 28. Oktober, im Stadtarchiv/Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte, Wittener Straße 47. Um 19 Uhr beginnt der Vortrag „Die (fast) vergessenen Meister: Erich Gottschalk und der jüdische Sport in Bochum“ von Henry Wahlig (Eintritt frei, Anmeldung erforderlich unter 0234/910-95 10).

Lebensgeschichte von Erich Gottschalk

Die Spieler des Clubs „Schild Bochum“ errangen am 26. Juni 1938 die deutsche Fußball-Meisterschaft. Ausrichter war jedoch nicht der DFB, sondern der jüdische Schild-Verband. Der Vortrag beleuchtet Leben und Schicksal der heute vergessenen Fußballmeister aus Bochum. Einen Schwerpunkt bildet dabei die Lebensgeschichte von Mannschaftskapitän Erich Gottschalk. Dessen Elf wurde letzter Titelträger der bis 1938 ausgespielten deutsch-jüdischen Fußballmeisterschaft.

Nur wenige Wochen später, nach den Pogromen des 9. November 1938, wurde die Fußball-Gemeinschaft für immer auseinandergerissen.

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