Kommunalwahl

Bochum: Gaststätte kündigt AfD plötzlich Saal für Parteitag

Der AfD Bochum wurde der Tagungsraum kurzfristig gekündigt.

Der AfD Bochum wurde der Tagungsraum kurzfristig gekündigt.

Foto: Sina Schuldt / dpa

Bochum.  Die AfD muss ihren Kreisparteitag in Bochum verschieben. Die gemietete Gaststätte sagte kurzfristig ab - vermutlich auf Druck linker Gruppen.

Vermutlich auf Druck linker Bochumer Gruppierungen sind dem Bochumer Kreisverband der AfD am Freitag sehr kurzfristig die Räumlichkeiten für ihren Kreisparteitag gekündigt worden. Auf Nachfrage der WAZ bestätigte der stellvertretende Kreissprecher, Jens Wittbrodt, dass die eigentlich am Freitag, 26. Juni, für 17.30 Uhr in der Gaststätte Heinrichsbauer geplante Veranstaltung nicht stattfinden könne. „Uns ist sehr kurzfristig abgesagt worden, nachdem linke Gruppen den Inhaber des Lokals auf verschiedenen Wegen unter Druck gesetzt haben.“

Gaststätte in Bochum veröffentlichte Mitteilung auf ihrer Internetseite

Am Freitagnachmittag veröffentlichte die alteingesessene Gaststätte in Dahlhausen folgenden Hinweis auf ihrer Internetseite: „Liebe Gäste, aus aktuellen Anlass möchten wir euch darüber informieren, dass wir den Parteitag der ,AFD’ bei uns im Haus abgesagt haben. Obwohl es in den momentan schwierigen Zeiten schwerfällt, eine ,Einnahmequelle’ abzusagen, stehen das Wohl und die Sicherheit unserer Gäste an erster Stelle. Mit freundlichen Grüßen Euer Heinrichsbauer Team“.

Die AfD muss nun für ihre bis zu 40 Delegierten neue Räumlichkeiten finden. Denn beim Wahlamt müssen die Listen mit den Kommunalwahlkandidaten bis spätestens 27. Juli, 18 Uhr, vorliegen.

„Antifaschistische Linke Bochum“ rief Gaststätte auf, die Vermietung „nochmals zu überdenken“

Die „Antifaschistische Linke Bochum“ schreibt in einer Pressemitteilung, dass „Antifaschisten“ die Gaststätte dazu aufgerufen hätten, „ihr Vorhaben, die AfD zu beherbergen, nochmals zu überdenken“. Und weiter: “In einer gesellschaftlichen Stimmungslage, wo extrem rechte Einstellungen salonfähig werden und in Morden wie zuletzt in Hanau münden, gilt es als unverantwortlich, Räume einer Partei wie der AfD zur Verfügung zu stellen.“

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