Seven Stones

Bochum bekommt seine erste Klimaschutzsiedlung

Es tut sich etwas auf dem Seven-Stones-Gelände. Zunächst werden die sechs Gebäude hinter der Polizeiwache (hinten) errichtet.

Es tut sich etwas auf dem Seven-Stones-Gelände. Zunächst werden die sechs Gebäude hinter der Polizeiwache (hinten) errichtet.

Foto: Socrates Tassos

Bochum.  Kappel investiert an der Universitätsstraße 40 Millionen Euro. Binnen zwei Jahren entsteht Bochums erste Klimaschutzsiedlung.

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Zehn Jahre lang stand sie ein wenig einsam an der Universitätsstraße. Jetzt bekommt die Polizeiwache Südost Gesellschaft. Die Kappel Grundstücks- und Verwaltungsgesellschaft als Eigner der vier Hektar großen Fläche mit dem Namen „Seven Stones“ beginnt den zweiten Bauabschnitt. Binnen zwei Jahren entstehen auf halber Strecke zwischen Innenstadt und Ruhr-Uni hinter der Wache sechs Gebäude mit 53 Wohnungen, 189 Studentenapartments, 2800 Quadratmeter Büro- und Gewerbeflächen sowie 140 Tiefgaragenplätzen. 40 Millionen Euro investiert Kappel.

Dabei entsteht Bochums erste NRW-Klimaschutzsiedlung. „Wir freuen uns über die Anerkennung durch die Energie-Agentur, zumal deren Anliegen nicht allein ein innovatives Energiekonzept ist. Sie legt ebenso Wert auf die städtebauliche und soziale Qualität“, sagt Anja Kappel-Stiegemann, Geschäftsführerin von Investor Kappel. Ihr Haus stehe für nachhaltiges Bauen mit städtebaulichem Anspruch, wie sie etwa auch die VBW an der Küpperstraße oder das Claudius-Sozialwerk mit den Claudius-Höfen verfolgt hätten. Kappel befürchtet, dass dieser Qualitätsanspruch in Bochum vor dem Hintergrund des großen Nachholbedarfs an Wohnungen zu kurz kommen könnte.

Umweltfreundliche Energien

Sechs Sole-Wasser-Wärmepumpen unter der Tiefgarage werden den sechs Neubauten aus etwa 150 Metern Tiefe warmes Wasser für die Heizungen liefern. Ein Blockheizkraftwerk sorgt für heißes Trinkwasser. Eine Photovoltaikanlage, verteilt über die Dächer, liefert die Energie für den Betrieb des Systems. In den Wohnungen selbst sollen Lüftungselemente dafür sorgen, dass Wärme zurückgewonnen wird. Der Investor spricht von einem „optimalen Energiemanagement“ seines Projekts, das er gemeinsam mit dem Architekturbüro Peintel & Partner entwickelt hat.

Mit den 60 bis 110 Quadratmeter großen Wohnungen zum Mietpreis von 11 Euro je Quadratmeter und den komplett möblierten, 21 bis 35 Quadratmeter großen Studenten-Apartments glaubt das Unternehmen genau die Nachfrage zu treffen. „Wir haben schon viele Anfragen erhalten, seit die Arbeiten auf dem Gelände begonnen haben“, so Anja Kappel. Möglich sei, dass auch im dritten Bauabschnitt, einer 24 000 Quadratmeter großen Fläche gleich neben dem jetzt erschlossenen Areal, Studentenwohnungen angeboten werden. Bereits zu 80 Prozent vermietet seien die Räume in der Gewerbeimmobilie.

Entwickler profitiert vom Vonovia-Neubau

Konkret geworden sind die Pläne für den zweiten Bauabschnitt spätestens, nachdem sich der Wohnungskonzern Vonovia Ende 2015 für den Bau seiner Zentrale genau gegenüber von „Seven Stones“ entschieden hat. Auch Kappel hatte damals mit seinen Flächen den Hut in den Ring geworfen. Nun profitiert der Immobilien- und Gewerbeflächenentwickler aber offenbar auch von dem großen Konzernbau gegenüber. Anja Kappel spricht von einem „weinenden und einem lachenden Auge“.

>> NATURSTEINQUADER SIND NAMENSGEBER

  • 242 Wohnungen und Apartments entstehen im zweiten Bauabschnitt von Seven Stones. Abschnitt eins war der Bau der Polizeiwache Südost.
  • „Seven Stones“ heißt das Areal, weil dort 2007 sieben mächtigen Natursteinquader gefunden wurden. Sie sollen später die zentrale Zufahrt an der Universitätsstraße markieren.

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