Disc-Golf

Bei den Fußballern des LFC Laer fliegen jetzt auch Scheiben

Dennis Burstyn, Sina Burstyn, Nadine Bäcker und Sascha Frenz (v.l.) machen sich für den hierzulande noch ungewöhnlichen Sport beim LFC stark.

Foto: lfc

Dennis Burstyn, Sina Burstyn, Nadine Bäcker und Sascha Frenz (v.l.) machen sich für den hierzulande noch ungewöhnlichen Sport beim LFC stark. Foto: lfc

Laer.   Bei den Fußballern des LFC wurde eine Abteilung für Disc-Golf geschaffen. Dennoch suchen die Trendsportler weiter nach einem eigenen Platz.

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Zugegeben, der Laie sieht im Park erst einmal nur Frisbeespieler und stutzt vielleicht, weil die nicht einfach hin und her werfen. Dann ist da noch dieser ungewöhnliche Korb. Ein Ring mit Ketten, kein Netz, kein Basketball. Disc-Golf stammt nicht aus den USA, sondern aus Skandinavien und wird auf Anlagen ganz in der Nähe gespielt. Bei den Fußballern des LFC Laer wird auf dem Rasenplatz an der Havkenscheider Straße in einer eigenen Unterabteilung mit inzwischen sechs Aktiven trainiert.

Kennen gelernt haben den Sport Geschäftsführerin Sina Burstyn (32) und ihr Mann Dennis (36) im Urlaub in Kellenhusen an der Ostsee – und ins Ruhrgebiet mitgenommen. Weil es da oben noch flacher ist als in Westfalen, steht einer der Körbe auf der größten Anlage in Deutschland sogar auf einem Strandkorb. „22 Bahnen, 1956 Meter“ spult Sina ab.

Hierzulande sind die Sportler noch nicht so weit wie in den Vereinigen Staaten, wo Disc-Golf dem eigentlichen Golfen wohl in zehn Jahren den Rang ablaufen könnte. 4500 Bahnen gibt es dort. In Deutschland sind es 32. Deutsche Meister haben international auch schon einen Namen, wie Hartmut „Hartl“ Wahmann. Seit dem vergangenen Juli sind die Laer’schen beim Landesverband gemeldet, 31 weitere Clubs sind dort geführt. Immerhin 1500 Aktive hat das Disc-Golf zusammen mit dem „Ultimate“, „so etwas wie Football mit Scheiben“, erzählt Sascha Frenz (31), drittes Gründungsmitglied beim LFC-Ableger.

Gespräche mit der Stadtverwaltung über einen eigenen Platz wurden bereits aufgenommen. Bis dahin werden Wettbewerbe notgedrungen in der Nähe ausgetragen, im Herner Gysenberg, in Dortmund-Wischlingen, in Lünen, in Neuss im Rennbahnpark. Die Strecken bis zum Korb sind zwischen 40 und 250 Meter lang. Das Vokabular zeigt wieder die Nähe zum Golf: Höchstes Ziel ist ein „As“. Es gibt unterschiedliche Scheiben, „Driver“, „Mid Range“ und „Putter“, also auf Weite, mittlere Distanz und zum Abschluss. Sie sind zwischen 130 und 180 Gramm schwer und kosten zwischen 8 und 18 Euro. 493 verschiedene Scheiben können Fachhändler anbieten. Die halten es mit den Fachausdrücken eher bieder, reden auch vom Frisbee oder schlicht „Scheibe schmeißen“.

Sascha Frenz kannte Disc-Golf zunächst nur virtuell, von der Playstation. Seinen Freund Dennis haben sie zum Junggesellenabschied in den Revierpark Wischlingen entführt. Beim Training haben sie zunächst einmal auf Youtube-Videos zurückgegriffen, dann selbst gefilmt und die Videos analysiert. „Der richtige Griff, die Schulterhaltung, der lange Schwung vor dem Körper, das macht Meter aus, die dann entscheiden.“ Ob das „Par“, der Bahnen-Schnitt, geschafft wurde oder nicht.

Für die Deutschen Meisterschaften Anfang Oktober bei Reutlingen hatten sie nicht gemeldet. „Die nehmen uns locker 20 Würfe ab“, kommentiert Sascha lächelnd.

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