Musik

Auf der ersten Musikmesse wird gespielt und gefachsimpelt

Zwei Akkorde bis zum Rockstar: Gemeinsam mit Musikschullehrer Bernd Oppel (hinten am Mikro) bringen die Besucher der Musikmesse den Klassiker „Get Back“ von den Beatles auf die Bühne.

Zwei Akkorde bis zum Rockstar: Gemeinsam mit Musikschullehrer Bernd Oppel (hinten am Mikro) bringen die Besucher der Musikmesse den Klassiker „Get Back“ von den Beatles auf die Bühne.

Foto: Ingo Otto

Bochum.   Die Bochumer Musikschule organisiert die Veranstaltung zum ersten Mal in der Rotunde. 500 Besucher sind dabei – und gründen spontan kleine Bands.

Wie kurz doch der Weg zum Rockstar sein kann! Jule und Christian wollen am Sonntagnachmittag eigentlich nur eine entspannte Zeit auf der Musikmesse in der Rotunde erleben – und schon stehen sie im Proberaum und sind Teil einer spontan gegründeten Band.

Jule haut in die Tasten des Keyboards, Christian schnappt sich den Bass, ihre Mitstreiter beugen sich eifrig über zwei Schlagzeuge und mehrere Gitarren. „Jetzt spielen wir ein A“, weist Musikschullehrer Bernd Oppel seine bunt zusammengewürfelte Combo an. „Dann ein D, dann wieder ein A.“

Weil das so gut klappt, geht das auch ein wenig schneller – und zur Überraschung der Band und der vielen Zuschauer, die neugierig ihre Hälse durch den Türrahmen recken, wird aus der Akkordfolge eine kleine Melodie. „Jojo was a man who thought he was a loner“, singt Oppel. Erkannt? Die Band spielt „Get Back“ von den Beatles. „Echt?“ staunt Jule am Ende ihres Band-Debüts nicht schlecht. „Das hat uns vorher keiner gesagt.“

Fachgespräche mit den Experten

Die Musikschule hat am Sonntag in der Rotunde am Bermuda-Dreieck ihre erste Musikmesse veranstaltet. Die Resonanz ist beachtlich: Rund 500 Besucher strömen in den Nachmittagsstunden in die Halle, um diverse Musikinstrumente zu entdecken, auszuprobieren und mit den zahlreichen Experten und Instrumentenbauern vor Ort zu fachsimpeln.

„Dass es hier so voll ist, freut uns total“, sagt der Organisator Rainer Buschmann. Weil jedes Instrument direkt auch getestet werden kann, entstehen im Foyer der Rotunde spontane Jam-Sessions: gern auch quer durcheinander, was eine stattliche Lautstärke mit sich bringt. Mehrere Ensembles der Musikschule bieten derweil auf der Bühne im Saal kleinere Konzerte.

Händler loben die entspannte Atmosphäre

Die Stimmung ist prächtig – und dies nicht nur bei den Besuchern. Auch die Händler und die Instrumentenbauer loben die entspannte Veranstaltung sehr. „Auf anderen Messen geht es immer ums Verkaufen und um den Profit“, sagt Erdal Firtina. „Das ist hier völlig anders. Verkaufen will ich gar nichts. Die Atmosphäre ist total locker.“

Der Kölner Instrumentenbauer ist ein Experte im Anfertigen der türkischen Laute „Baglama“. In der Türkei, so erzählt er, werden von denen im Jahr 25 Millionen Stück gebaut. Auch in Deutschland finde das Instrument immer treuere Anhänger. „Baglama spielen zu lernen, ist etwas schwieriger als das Gitarrenspiel“, sagt er. „Aber beide Instrumente ergänzen sich perfekt.“

Einblicke ins Handwerk eines Geigenbauers

Auch der Bochumer Geigenbauer Lukas Kehnen gibt Einblicke in sein faszinierendes Handwerk und beantwortet jede Frage. „Natürlich will jeder mal sehen, wie eine Geige von innen aussieht“, sagt er. Doch auch die enorme Preisspanne bei diesen Instrumenten wird oft nachgefragt. So gibt es eine herkömmliche Geige für Schüler ab 500 Euro. „Die wertvollen, von Hand gebauten Geigen beginnen ab 10.000 Euro.“

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