Kronenstraße

Auf den Abriss des Möbellagers folgt Bau eines Wohnviertels

Die Abrissarbeiten am Hein-de-Groot-Bau (links im Bild) sind in vollem Gange.Auf der Fläche an der Kronenstraße entsteht ein Wohnprojekt. Foto:Svenja Hanusch

Die Abrissarbeiten am Hein-de-Groot-Bau (links im Bild) sind in vollem Gange.Auf der Fläche an der Kronenstraße entsteht ein Wohnprojekt. Foto:Svenja Hanusch

Ehrenfeld.   An der Kronenstraße im Ehrenfeld entsteht ein neues Quartier. Geplant sind Genossenschafts- und Sozialwohnungen sowie Eigentum.

Der Abriss des alten Möbellagers Hein de Groot, fast 20 Jahre lang Adresse des Stadtarchivs, ist nahezu abgeschlossen. Zeitgleich laufen die Vorbereitungen zum neuen Wohnviertel Kronenstraße, dessen Bau Anfang nächsten Jahres beginnen soll.

„Wir liegen gut im Zeitplan“, erklärt Barbara Jessel, die über die Genossenschaft Krone, die in dem Bauprojekt 19 Wohnungen tragen wird, mit dem Standort verbunden ist. Die Genossenschaft hat längst genügend Mitglieder, „es gibt nur noch eine Wunschliste, falls jemand abspringt“, so Jessel. Insgesamt werden 86 Wohnungen errichtet, davon sollen 37 öffentlich gefördert werden. 49 entstehen frei finanziert, darunter elf Eigentumswohnungen. Deren Vermarktung läuft über die Ruhrwerk Immobilien GmbH aus Bochum. Schon jetzt gibt es viele Nachfragen, wenn der Bauantrag durch ist, lassen sich verlässliche Angaben machen.

Die Initiatoren sowie Willi Gründer als Privatinvestor, der schon dem inklusiven Wohnprojekt Claudius-Höfe auf die Beine geholfen hat, rechnen in zweieinhalb Jahren mit dem Einzugstermin.

Wohnphilosophie

Beim Bestgebotsverfahren um das Grundstück setzte sich 2015 die Genossenschaftsgruppe um Barbara Jessel, gemeinsam mit einem Projektentwickler und Willi Gründer, gegen zahlungskräftigere Bewerber durch, weil vor allem auch die Wohnphilosophie und die soziale Komponente der Jury am Herzen lagen. Der Gemeinschaftsgedanke spielt eine große Rolle.

Veränderungen im Nutzungskonzept

Im Verlauf der Planungen wurden im Nutzungskonzept Veränderungen vorgenommen. Jessel: „So mussten die Initiatoren und das evangelische Johanneswerk ihr gemeinsames Vorhaben aufgeben, dort eine stationäre Pflegeeinrichtung mit 48 Einzelzimmern zu bauen. Willi Gründer: „Der bautechnische und finanzielle Aufwand wäre zu groß geworden und hätte dem Budget für die Erfüllung der gesetzlichen Vorgaben der stationären Altenpflege nicht entsprechen können.“ Das Johanneswerk wollte gemeinsam mit dem Wichernhaus in Gerthe die Etagen an der Kronenstraße nutzen, weil wegen der Einzelzimmer-Vorgabe für Altenheime Kapazitäten ausgebaut werden mussten. Eineinhalb Jahre wurde geplant, dann scheitere die Idee. „Wir hatten sogar die Gebäudegröße dafür ausgeweitet“, sagt Gründer.

Zielgruppe Senioren

Jetzt wird das Projekt kostengünstiger. Senioren bleiben aber auf jeden Fall eine der Zielgruppen des neuen Wohnviertels. Sie sollen in einer Gruppenwohnung mit vier Apartments untergebracht werden; auch die kleinen, sozial geförderten wie auch frei finanzierten Wohnungen werden für alleinstehende Ältere gebaut.

Quartierstreff für alle Bewohner

Um eine Altersdurchmischung zu erreichen, werden auch Wohnungen für Studenten und Familien gebaut. Die Diakonie, die ursprünglich eine kleine Demenz-WG an der Kronenstraße unterbringen wollte und dann absprang, ist wieder im Boot für die ambulante Betreuung für Wohngruppen mit Menschen mit verschiedenen Behinderungen.

Ein Quartierstreff soll die künftige Nachbarschaft fördern. Wie im ursprünglichen Plan bleibt nun wieder – wegen der wegfallenden Pflegeeinrichtung – Platz für ein „Co-Working-Space“ für junge Unternehmer und Start-ups. Willi Gründer: „Junge Gründer können sich keine eigenen Büros leisten und teilen sich die Arbeitsstätte bei uns im Haus der Mietwohnungen.“

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