Bombenentschärfung
Bochumer Bombe: "Wir standen kurz vor der Sprengung"
Bochum. Entschärfung einer gefährlichen Säurezünder-Bombe hatte die Bochumer Innenstadt lahmgelegt. Einer der größten Einsätze in der Nachkriegszeit.

Menschenleer war die Innenstadt ab 13 Uhr (hier die Huestraße). Ein Großaufgebot an Polizei, Feuerwehr und weiteren Hilfskräften sorgte dafür, dass niemand die Absperrungen passierte. Auch die WAZ war verwaist. Erst am Abend konnte die Redaktion die Arbeit wieder aufnehmen. Radio Bochum blieb auf Sendung: mit Ausnahmegenehmigung der Einsatzleitung.© Ingo Otto

Das DRK versorgte mit 21 Helfern Anwohner in der Sammelstelle in der Musikschule. Tee, Kaffee und Wasser gab es für zeitweise 80 Frauen und Männer.© Ingo Otto

Hilfsbereitschaft prägte den Tag: bei den Einsatzkräften und auch privat. Eine Studentin nahm zwei gestrandete Hamburger in ihrer CityWohnung auf: „Geht voll klar!“© Ingo Otto

Binnen weniger Stunden wurde der Großeinsatz mit 215 Helfern organisiert: eine logistische Meisterleistung. Die Fäden liefen in der Zentrale auf dem Boulevard/Hellweg zusammen. Die allermeisten Anwohner, Beschäftigten, Geschäftsleute und Passanten zeigten Verständnis für die großräumigen Sperrungen.© Ingo Otto

Zu erheblichen Störungen kam es auf den Innenstadt-Straßen. Blieb der Ring anfangs noch geöffnet, wurde am späten Nachmittag auch die Hauptverkehrsader gesperrt. Vor allem im Feierabendverkehr bildeten sich lange Staus. Der öffentliche Nahverkehr in der City musste bereits ab den Mittagsstunden eingestellt werden. Der Hauptbahnhof war zum Glück nicht betroffen. Nur knapp einer Evakuierung entging auch das St.-Elisabeth-Hospital an der Bleichstraße.© Ingo Otto

"Wir standen kurz vor der Sprengung", sagte Entschärfer Karl-Friedrich Schröder kurz nach der erfolgreichen Entschärfung. Das Problem an der Bombe mit über 100 Kilogramm Sprengstoff: eine Ausbausperre, außerdem sei der Zünder krumm gewesen. Sie hätte wohl jeden Moment hochgehen können.© Bernd Kiesewetter

