Bochum. Auch das Wetter spielte mit: Tausende Besucher strömten am Donnerstag zur ersten Bochumer Kneipennacht ins Bermuda-Dreieck. Fortsetzung folgt.

Ende März: Da kann eine Kneipennacht nur drinnen funktionieren. Wer ahnt schon, dass zu dieser Jahreszeit frühsommerliche Temperaturen herrschen? So war es am Donnerstagabend fast zu schön, um den Freisitz im Bermuda-Dreieck zu verlassen. Tausende taten’s dennoch – und wurden mit Kultur pur belohnt.

Der Donnerstag war der Wunsch der Wirte

Kurzfristig war er angeknipst worden, der jüngste Hotspot der viel gerühmten Bochumer Live-Kultur. Stadtwerber Andreas Bentler (BO-Marketing) und Bochum-Total-Macher Marcus Gloria hatten die Gastronomen in und rund ums Dreieck nicht lange überreden müssen, bei der Premiere der Kneipennacht dabei zu sein. Zu erfolgreich sind ähnliche Formate in der Nachbarschaft mit handgemachter Mucke im Ausgehviertel. Einziger Wunsch der Wirte: Belasst es zum Auftakt bei einem Donnerstag. Das Wochenende ist für Wagnisse zu wichtig.

Binnen weniger Wochen strickten Bentler & Gloria ein Programm, das anderen Kommunen locker zum Stadtfest gereichen würde. An 20 Spielorten gab’s reichlich auf die Ohren. Nicht nur Musik von Rock, Punk bis Country, sondern auch Lesungen, Theater und eine Vernissage. Nicht nur im Dreieck, sondern auch im Ehrenfeld und am Rathaus. Nicht nur in Kneipen, sondern auch beim Optiker, in der Frittenbude und im Fahrradladen. Dass einige reguläre Donnerstags-Angebote für die Kneipennacht vereinnahmt wurden (Karaoke im Kult, Remmi Demmi im Sachs, der „Fight Club“ im Theater Rottstraße): Was soll’s?

Viele Gäste wussten nichts von der Kneipennacht

Was niemand auf der Rechnung hatte: das herrlich milde Wetter, das das Dreieck schon zu früher Stunde füllte. Als nach 20 Uhr die Bands und Künstler loslegten, gab’s auf der Partymeile und in den Läden kaum noch einen freien Meter. Kein Zweifel: Mächtig voll wäre es an diesem lauen Frühlingsabend auch ohne die Kneipennacht geworden. Den Veranstaltern ist’s egal. „Ein voller Erfolg“, freuten sich Andreas Bentler und Marcus Gloria schon gegen 20 Uhr. Meinen auch Claudia (25) und Christine (27) aus Dortmund, die im Three Sixty feierten: „Wir wollen das schöne Wetter ausnutzen und sind spontan nach Bochum gefahren. Von der Kneipennacht wussten wir nichts. Umso schöner, dass wir jetzt als Zugabe auch noch Live-Musik genießen können.“

Wermutstropfen: Der Zuspruch außerhalb des Dreiecks hielt sich in Grenzen. Dabei sollte die Kneipennacht gerade auch an der Party-Peripherie für eine Belebung sorgen.

Wiederholung im Herbst geplant

Einen neuen Versuch gibt’s in jedem Fall. Im Herbst soll die Kneipennacht wiederholt werden. Und machen die Gastronomen weiter mit, wird auch fortan zweimal im Jahr gefeiert: vor und zum Ende der Freiluftsaison. Wobei: Aufs Wetter sollte man sich besser nicht verlassen.