Supermarkt kommt

Anwohner diskutieren den Neubaukomplex in Riemke kontrovers

Gut besucht war die Bürgerversammlung zum Bau eines Wohn- und Geschäftshaus im Zentrum von Riemke.

Gut besucht war die Bürgerversammlung zum Bau eines Wohn- und Geschäftshaus im Zentrum von Riemke.

Foto: Svenja Hanusch

Riemke.   Die VBW baut einen Rewe-Supermarkt und 75 Wohnungen. Viele Bürger kommen zur Versammlung. Einige Nachbarn befürchten hohe Verkehrsbelastung.

Gut besucht war die Bürgerversammlung des Bezirks Mitte zum Thema Bau eines Rewe-Supermarktes und Wohnhäuser an der Ecke Herner-/Tippelsberger Straße. Das Stadtplanungsamt erläuterte im Gemeindesaal St. Franziskus die Baupläne für das Wohn- und Geschäftshaus.

Wohnungsmix ist vorgesehen

Vier vorhandene Wohnhäuser werden für den Neubau abgerissen. Das Erdgeschoss des neuen Baukomplexes ist als 1750 Quadratmeter große Verkaufsfläche für Rewe und einen Bäcker vorgesehen. Die erste bis dritte Etage soll Platz für 75 Wohnungen mit jeweils ein bis drei Zimmern bieten, alle barrierefrei. Entlang der Herner Straße soll zudem ein viertes Obergeschoss mit Wohnnutzung entstehen. Hierbei handele es sich laut Rainer Backwinkel, Leiter der Bauabteilung der VBW Bauen und Wohnen GmbH, um einen „Wohnungsmix“, also öffentlich geförderte und frei finanzierte Mietwohnungen.

Gute Bus- und Bahnanbindung

Insgesamt sind für den neuen Baukomplex 128 Stellplätze geplant, davon 75 in einer Tiefgarage und 53 Parkplätze im Außenbereich. 35 der 128 Parkplätze sind hierbei für die Bewohner der Wohnungen vorgesehen, über den Rest verfügt Rewe – für die vielen Anwohner also nicht ausreichend. „35 Stellplätze bei 75 Wohnungen mögen ein Missverhältnis darstellen“, so Backwinkel. „Unsere Erfahrung jedoch ist, dass gerade in einem Bereich mit guter Bus- und Bahnanbindung, Studenten und ältere Menschen kein Auto nutzen“.

Rewe muss mit Rückstau leben

Gerda Otto, Anwohnerin der Moritzstraße, sorgt sich über einen möglichen Verkehrskollaps. „Wenn jemand vom Rewe-Parkplatz auf die Herner Straße fahren will, so bekommt er Probleme, denn vor der Ampel gibt’s oft Rückstaus.“ Sie befürchtet, dass viele Kunden in Folge in den Seitenstraßen, wie der Moritzstraße, parken.

Tobias Hundt vom Planungsamt sieht dies weniger problematisch: „Es ist unwahrscheinlich, dass die Rewe-Kunden mit den Einkaufswagen über das Kopfsteinpflaster laufen, wenn genügend Stellplätze vor Ort vorhanden sind. Rewe muss selbst damit leben, wenn ein kleiner Rückstau auf dem Parkplatz beim Herausfahren entsteht – dass sich das Verkehrsaufkommen generell auf umliegende Straßen erhöhen wird, ist natürlich klar“.

Bürgern sind Schallschutz und Klima wichtig

Heinz Otto, Anwohner der Walburgastraße, bereitet die Anlieferung durch Lkw an der Tippelsberger Straße Sorgen, da er kaum genügend Platz dafür sehe. „Die Verkehrsinsel vor der Anlieferungs-Einfahrt muss unter Umständen verlegt werden“, so Tobias Hundt. „Entstehen Schäden durch die Baufirma, muss sie sie auch beheben“.

Nicht nur der Schallschutz ist den Bürgern wichtig – auch das Klima spielt eine Rolle. Auf der Herner Straße herrscht schon jetzt Tempo 30, um die Luft reiner zu halten – ohne den künftigen Neubau. Auch Temperaturschutz sei laut Andreas Hotte von der Moritzstraße unumgänglich. Laut Rainer Backwinkel seien Dachbegrünungen vorgesehen. Auf dem Innenhof soll es Bauminseln geben. „Wir erstellen einen Umweltbericht“.

Baubeginn frühestens Ende des Jahres

Viele Fragen zu dem 15 Millionen-Euro-Projekt könnten aufgrund der frühzeitigen Bürgerbeteiligung noch nicht zufriedenstellend beantwortet werden, so Bezirksbürgermeisterin Gabriele Spork. Das Verkehrsgutachten werde nun mit Stellungnahmen der Bürger erstellt. Die endgültigen Entscheidungen trifft der Rat beim Satzungsbeschuss.

Tobias Hundt ist zuversichtlich: „Einige Monate dauert es noch, dann wird der Plan fertig sein und der Bau kann beginnen, frühestens Ende des Jahres.“ Die Bürger werden dann zu einer zweiten Versammlung geladen, in der die Bezirksvertretung über die endgültigen Beschlüsse informiert.

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