Pflege

Bufdi: Altenheime in Bochum suchen händeringend Freiwillige

Die Arbeit mit Senioren, aber auch mit Behinderten ist beim Bundesfreiwilligendienst nicht besonders beliebt.

Foto: Patrick Pleul

Die Arbeit mit Senioren, aber auch mit Behinderten ist beim Bundesfreiwilligendienst nicht besonders beliebt.

Bochum.   Die Arbeit mit Senioren ist beim Bundesfreiwilligendienst nicht beliebt. Unter Umständen müssen Zusatzangebote für Senioren gestrichen werden.

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Das Interesse am Bundesfreiwilligendienst (Bufdi) hat trotz der zahlreichen Möglichkeiten junger Erwachsenen nicht abgenommen – dennoch klagen gerade einige Alten- und Behinderteneinrichtungen über Probleme, Freiwillige für den Dienst zu finden. Das hat das Ruhrbistum, zu dem auch Bochum gehört, auf Nachfrage bestätigt. „Es werden nicht weniger Jugendliche, die bei uns helfen wollen“, sagt Brigitta Kelbch vom Bistum. „Die Auswahl ist für die jungen Menschen nur vielfältiger geworden.“

Und: junge Menschen bewerben sich selten in Senioren- und Behinderteneinrichtungen. Das könne durchaus dazu führen, dass Zusatzangebote gestrichen werden. „Es kann sein, dass dann Menschen für Gespräche oder Spaziergänge fehlen“, sagt Brigitta Kelbch. Wie viele Stellen das Ruhrbistum in Bochum jährlich besetzt, sei schwer zu sagen, da die Zahl schwankt. In diesem Jahr gebe es in stadtweit elf Einrichtungen insgesamt 32 junge Erwachsene, die den Bundesfreiwilligendienst ableisten.

30 Stellen sind nicht besetzt

Auch die Diakonie bestätigt, dass die Arbeit mit alten Menschen eher unbeliebt sei. „Bufdi-Stellen in der Altenpflege sind häufig schwieriger zu besetzen, die Arbeit mit Kindern ist dagegen gefragt“, sagt Sprecher Jens-Martin Gorny. Die meisten unbesetzten Stellen gebe es in der Altenpflege. Von rund 51 Stellen sind bei der Diakonie zurzeit etwa 30 nicht besetzt, in vielen Fällen laufen allerdings Bewerbungsgespräche.

Und auch die Stadt berichtet von Problemen, Bufdis für die Hilda-Heinemann-Schule, eine Förderschule, zu finden. Trotzdem seien alle 21 Stellen im Bundesfreiwilligendienst aktuell besetzt. Jugendliche nutzen laut Diakonie den Bundesfreiwilligendienst häufig zur Überbrückung der Wartezeit auf einen Studienplatz. „Manche brechen den Dienst auch ab, wenn sie früher als erwartet einen Studienplatz erhalten“, sagt Jens-Martin Gorny. Es gebe aber auch den umgekehrten Fall, dass Absolventen ihren Dienst verlängern, weil es ihnen so gut gefalle.

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