Im Saisonendspurt und Kampf um den Klassenerhalt muss das Bundesliga-Schlusslicht VfL Bochum den nächsten Rückschlag hinnehmen: Für Stürmer Philipp Hofmann ist die Spielzeit frühzeitig beendet. Dabei hatte er noch Glück im Unglück.

Wöchentlich

VfL Bochum-Newsletter: Jetzt kostenlos anmelden!

Spielberichte, Transfergerüchte, Analysen, Interviews: Das Wichtigste zum VfL.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Der Angreifer war beim Auswärtsspiel gegen den 1. FC Heidenheim (0:0) gleich zu Beginn (4. Minute) mit Marvin Pieringer zusammengeprallt und zog sich dabei einen Rippenbruch zu. Hofmann probierte es noch, hatte aber starke Schmerzen im Brustbereich, bekam kaum Luft, wurde dann nach gut neun Minuten ausgewechselt.

Wie der VfL am Samstagmittag bekannt gab, bohrte sich nach dem Zusammenprall die Rippe ins Rippenfell und löste einen Lungenkollaps aus. „Durchaus lebensbedrohlich. Nur der umsichtigen medizinischen Erstversorgung und den sofortigen Untersuchungen und dem Handeln im örtlichen Krankenhaus hat Hofmann es zu verdanken, das nichts Schlimmeres passiert ist“, schrieben die Bochumer in ihrer Mitteilung.

VfL Bochum: Hofmann noch nicht transportfähig

Nach einer „kleinen Operation mittels Thorax-Drainage“ sei die Lunge wieder funktionsfähig. Der VfL-Spieler bleibe weiterhin zur Beobachtung im Krankenhaus, bis er transportfähig sei. Nach Informationen dieser Redaktion sollen Röntgen-Untersuchungen zeigen, wann er die Klinik verlassen kann. „Dank der sehr guten ärztlichen Betreuung geht es ihm den Umständen entsprechend besser“, sagte Trainer Dieter Hecking dem SID am Montag am Rande des „Ich liebe Fußball Talk“ im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund: „Wir hoffen insgeheim, dass er am Mittwoch wieder nach Hause kommt.“

Bochums Philipp Hofmann muss auf dem Feld behandelt werden. Für ihn ist die Saison beendet.
Bochums Philipp Hofmann muss auf dem Feld behandelt werden. Für ihn ist die Saison beendet.© Harry Langer/dpa | Harry Langer

Sorge um Heidenheim-Keeper Kevin Müller

Im von Zweikämpfen betonten Duell der Abstiegskandidaten, Heidenheim steht mit vier Punkten Vorsprung aktuell auf Rang 16, gab es zwei schwere Verletzungen. FCH-Torwart Kevin Müller war kurz nach der Pause (49. Minute) mit Bochums Ibrahima Sissoko zusammengeprallt und musste minutenlang auf dem Feld behandelt werden, bevor er auf einer Trage vom Feld transportiert wurde.

Teamkollege Tim Siersleben leistete Erste Hilfe, brachte ihn in eine stabile Seitenlage, ehe die Sanitäter und Ärzte herbeigeeilt kamen. Auch VfL-Verteidiger Maxi Wittek handelte schnell, brachte den Ärzten im Sprint den Notfallkoffer. Wie die Heidenheimer am Samstag mitteilten, zog sich der 34-jährige Schlussmann eine Gehirnerschütterung zu.

VfL-Bochum-Fans zeigen nach Union-Spiel zum zweiten Mal viel Feingefühl

Bemerkenswert während der Unterbrechung war, dass beide Fanlager den Namen des verletzten Torwarts skandierten. Bochums Trainer Dieter Hecking lobte sie dafür: „Beste Genesungswünsche an Kevin. Die Zuschauer haben ein feines Gespür für die Situation gehabt. Auch unsere Anhänger haben sehr gut reagiert. Das Wichtigste ist, dass er hoffentlich bald wieder auf den Beinen ist.“ Auch Heidenheims Trainer Frank Schmidt lobte den Zusammenhalt der Fanlager in dieser brenzligen Situation.

Ähnliche Szenen gab es bereits in der Woche zuvor, als sich Union Berlins Diogo Leite sich einen Kehlkopf-Bruch zugezogen hatte. Auch bei seiner Behandlung herrschte Stille im Ruhrstadion, Leite wurde von den VfL-Fans mit Mut machenden Sprechchören verabschiedet.

News und Hintergründe zum VfL Bochum

Philipp Hofmann war bei den ergreifenden Szenen um Heidenheims Müller schon nicht mehr im Stadion. Anders als bei Müller war die Dramatik seiner Verletzung im Stadion von außen noch nicht greifbar.

Boadu vergibt die große Hoffnung auf den Klassenerhalt

Für Hofmann kam Myron Boadu, für hohe lange Bälle fehlte fortan der wichtigste Abnehmer. „Philipp ist in den letzten Wochen extremst wichtig geworden für uns, nicht nur auf dem Platz, sondern auch in der Kabine. An ihm richten sich die Spieler schon auf“, sagte Trainer Dieter Hecking hinterher zum sportlichen Verlust des Vizekapitäns, der seit Wochen auf dem Platz die Binde trägt für den erneut nicht zum Einsatz gekommenen Anthony Losilla.

Boadu hätte für Aufbruchstimmung sorgen können im Kampf um den Klassenerhalt. Er hatte die drei besten Chancen des VfL, scheiterte per Volleyabnahme, hatte Pech bei einem Pfostenschuss und vergab den Lucky Punch in der Nachspielzeit, als er den Ball nach starkem Holtmann-Pass neben das Tor lupfte. Nach dem 0:0 ist der Abstieg wohl nur vertagt, die Chance auf den Relegationsrang sehr gering.