Die Lage beim 1. FC Saarbrücken bleibt angespannt: Aus den letzten sieben Spielen holte der FCS nur sechs Punkte, der Vorsprung auf Rang 17 beträgt aktuell ebenfalls sechs Zähler. Noch liegt alles in der eigenen Hand – doch mit dem Auswärtsspiel bei Rot-Weiss Essen (Sonntag, 16.30 Uhr, Magenta Sport) wartet nun eine anspruchsvolle Aufgabe.

Dass die Situation wieder enger geworden ist, liegt auch daran, dass die Konkurrenz Morgenluft wittert. Vor allem der SSV Ulm 1846 darf wieder hoffen. Trotzdem zeigt sich Trainer Argirios Giannikis auf der Pressekonferenz kämpferisch – trotz der bisherigen Auswärtsschwäche: „Wenn wir unsere Auswärtsspiele sehen, dann malt sich außerhalb der Kabine wahrscheinlich niemand eine Chance aus.“ Intern sei die Überzeugung jedoch vorhanden: „In der Kabine rechnen wir mit der Chance.“

Rot-Weiss Essen: Saarbrücker Giannikis früher selbst als Trainer an der Hafenstraße

Mit einem Schnitt von 1,27 Punkten pro Spiel bewertet der 45-Jährige seine bisherige Arbeit durchaus positiv – gerade angesichts der Ausgangslage bei seinem Amtsantritt. Dennoch bleibt er mit Blick auf den Abstiegskampf wachsam: „Die Gefahr besteht seit dem ersten Tag.“ Und weiter betont er: „Es ist erst durch, wenn es wirklich mathematisch und rechnerisch durch ist.“

Gleichzeitig hebt Giannikis hervor, dass sich die Mannschaft unter seiner Leitung stabilisiert habe: „Wir sind vier Spiele vor dem Saisonende weiter über dem Strich und haben mehr Punkte als zu meinem Start.“ Eine komfortablere Situation – aber eben noch keine Entscheidung.

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Vor dem Duell an der Hafenstraße versucht der FCS-Coach zudem, den Druck bewusst auf den Gegner zu verlagern – einen Klub, den er bestens kennt. Denn Giannikis stand selbst einst bei Rot-Weiss Essen an der Seitenlinie und war dort zwischen Oktober 2017 und Frühjahr 2018 Cheftrainer.

RWE: Giannikis setzt auf Psychospielchen und schiebt Favoritenrolle nach Essen

Die aktuelle Lage beim Revierklub sieht er differenziert: „Ich sehe die Favoritenrolle ganz klar beim Gegner.“ Gleichzeitig verweist er auf die jüngsten Ereignisse: „Sie hatten sieben Siege am Stück, aber haben eine 3:1-Führung innerhalb von 20 Minuten verspielt.“ Daraus leitet er auch eine mentale Komponente ab: „Sie haben auch den Druck, weil sie weiterhin etwas verspielen könnten.“

Dass Essen nun möglicherweise verunsichert ist, hält Giannikis für denkbar: „Ich denke, das macht etwas mit einem, wenn man ins Nachdenken kommt.“ Dennoch warnt er davor, den Gegner zu unterschätzen. Vom vielzitierten „angeschlagenen Boxer“ will er nicht sprechen – dafür sei die bisherige Bilanz „zu gut“ gewesen.

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Klar ist aber: Der Druck liegt auf beiden Seiten. Saarbrücken braucht Punkte, um den Vorsprung zu sichern – und Giannikis macht deutlich, dass jetzt vor allem Ergebnisse zählen.