13 von 20 möglichen Drittliga-Einsätzen bestritt Marek Janssen in der laufenden Saison für Rot-Weiss Essen. Auf den ersten Blick liest sich das nicht schlecht. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass sich auf ebenjene 13 Spiele lediglich 319 Einsatzminuten verteilen. Das entspricht dem klassischen Arbeitsumfang eines Jokers.

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Auch beim Jahresauftakt gegen 1860 München kam Janssen nicht über diese Rolle hinaus. Neun Minuten vor Schluss brachte ihn RWE-Trainer Uwe Koschinat für Ramien Safi in die Partie an der Grünwalder Straße – prompt erzielte Janssen die Führung für die Essener Gäste, die kurz darauf noch den Ausgleich kassierten und sich schlussendlich mit einem 1:1 begnügen mussten.

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Treffsicher gegen 1860 München: RWE-Joker Marek Janssen ballt die Faust.© FUNKE Foto Services | Thorsten Tillmann

Rot-Weiss Essen: Großer Joker-Frust bei Marek Janssen

Auch bei Janssen saß der Frust nach Abpfiff tief, nicht nur wegen des verschenkten Sieges, sondern vor allem wegen der persönlichen Situation. Mit ungewöhnlich deutlichen Worten ließ der Torjäger seinem Ärger über das andauernde Joker-Dasein freien Lauf. „Meiner Meinung nach bin ich als Startelfspieler in die Rückrunde gekommen. Das ist mein Anspruch“, sagte Janssen, der durch seinen vierten Ligatreffer augenscheinlich Selbstbewusstsein getankt hatte, am Mikrofon von Magenta Sport.

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Dann legte der Torjäger richtig los: „Ich habe in der Hinrunde sehr viel Dreck gefressen, ich weiß, dass das scheiße schmeckt. Jetzt habe ich heute wieder ein Tor gemacht. Viel mehr kann ich dazu nicht sagen. Ich will spielen, der Mannschaft helfen und Tore schießen. Irgendwann reicht‘s!“ Rumms.

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Janssen machte sodann keinen Hehl daraus, an wen diese Worte gerichtet waren. „Das soll der Trainer entscheiden“, antwortete der 1,95-Hüne auf die Frage, ob er nun in die Startelf gehöre. „Aber ich glaube, ich habe wieder gute Argumente geliefert – wie in der ganzen Hinrunde. Ich bin immer stark geblieben, habe immer alles gegeben. Irgendwann sollte man mich auch mal belohnen und mir vertrauen.“

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RWE-Trainer Koschinat reagiert auf Janssen-Ansage

Kurz darauf bekam Koschinat bei Magenta Sport die Gelegenheit, die Ansage seines bockigen Stürmers zu erwidern. „Wir hatten ein sehr langes Gespräch im Wintertrainingslager. Ich bleibe dabei: Ich muss eben Entscheidungen treffen“, stellte der RWE-Trainer klar.

SC Verl - Rot-Weiss Essen
RWE-Trainer Uwe Koschinat.© FUNKE Foto Services | Thorsten Tillmann

Weiter sagt der 54-jährige Fußballlehrer: „Jeder Spieler sollte auch darüber nachdenken, welcher Spieler aktuell gar nicht zum Einsatz kommt. Ohne die Vita von Marek Janssen mit der von Ahmet Arslan zu vergleichen: Ahmet Arslan hätte auch Gründe auf der Basis seiner Vita, seiner Verdienste für RWE und unserer Zusammenarbeit Frust zu schieben. Ich habe im Jahr 2025 glaube ich viele Personalentscheidungen für Rot-Weiss Essen getroffen, die nicht so scheiße waren.“

Etwas überraschend kam Koschinat dann aber noch zu einem versöhnlichen Abschluss seines Statements. „Nichtsdestotrotz finde ich es geil, dass Marek Janssen diesen Anspruch an sich selbst hat.“ Weitere Folgen scheint Janssens Frust-Interwiew also nicht zu haben.