- Rot-Weiss Essen war heute zu Gast im Stadion an der Grünwalder Straße bei 1860 München. 1500 RWE-Fans haben die Mannschaft begleitet.
- RWE schien kurz vor Schluss schon auf der Siegerstraße, kassierte dann aber noch den Ausgleich. Beide Mannschaften trennten sich 1:1.
- Essens Trainer Uwe Koschinat sprach von einem „leistungsgerechten Remis“, mit der Entstehung des Ausgleichs haderte er.
Es war kein Spiel für Genießer, das der TSV 1860 München und Rot-Weiss Essen am Samstagnachmittag im ausverkauften Grünwalder Stadion über weite Strecken abgeliefert haben. Grausame Fehlpässe, viele Ballverluste und kaum Torrauszenen wurden den 15.000 Zuschauern von beiden Teams geboten. „Heute hat man gesehen, was passieren kann, wenn zwei baugleiche Mannschaften aufeinandertreffen. So ein Spiel kann sehr zäh werden, dann belauern sich zwei Teams“, erklärte RWE-Trainer Uwe Koschinat die sehr destruktive Spielweise beider Teams.
Rot-Weiss Essen: Offensiv-Trio bleibt in München blass
Die personell arg dezimierten Löwen waren zunächst darauf bedacht, den Essenern keine Räume für ihr schnelles Angriffs-Trio um Kaito Mizuta, Ramien Safi und Neuzugang Danny Schmidt zu gewähren. Dieser Plan ging auf, die RWE-Offensive fand lange nicht statt. Lediglich eine gute Torchance durch Gianluca Swajkowski spielte sich RWE heraus. Koschinat bemerkte jedoch, dass seine Mannschaft defensiv ebenfalls nichts zuließ. „Wir hatten in der ersten Halbzeit einen überragenden Umschaltmoment, bei dem wir in Überzahl zum Abschluss kommen, aber nicht sauber abschließen. In der Box haben wir sehr gut und aufmerksam verteidigt.“

Schwung in das Essener Angriffsspiel kam erst in der Schlussphase durch die Einwechslungen von Marvin Obuz (62.) und Marek Janssen (81.). Viele Beobachter wunderten sich, dass der formstarke Mittelstürmer erst so spät kam. Janssens Frust darüber entlud sich anschließend in einem Interview bei Magenta Sport.
Auch interessant
Durch einen Schuss von Obuz, den Janssen entscheidend abfälschte, ging RWE in der 83. Minute schließlich in Führung. Der Plan von Koschinat schien perfekt aufzugehen. „In der zweiten Halbzeit haben sich beide Mannschaften noch mehr den Spielrhythmus genommen. Das konnten wir ändern durch die Wechsel. Wir wussten, dass 1860 personell sehr stark gebeutelt war, deshalb war es Teil unserer Strategie, hinten raus mit starken Einwechslungen das Spiel verändern zu können. Das haben sowohl Obuz als auch Janssen, der sich als Torschütze herausgestellt hat, hervorragend gemacht.“
Rot-Weiss Essen: Wechsel bringen vor dem Ausgleich Unordnung
Doch das war nicht der Schlusspunkt. Innenverteidiger Max Reinthaler konnte nach einer Ecke in der 90. Minute aus kurzer Distanz zum umjubelten Ausgleich treffen. Zuvor hatte Koschinat zwei Wechsel vorgenommen. Gianluca Swajkowski und Torben Müsel gingen vom Feld, Ben Hüning und Nils Kaiser kamen ins Spiel. Letzterer stand beim Eckball nicht so, wie es hätte sein müssen. Die kurze Unordnung wurde von den Hausherren ausgenutzt.
+++ RWE: Steegmann bestätigt – überraschender Transfer steht vor dem Abschluss +++
„Eigentlich ist es eine Domäne von uns, Führungen über die Zeit zu bringen“, analysierte Koschinat, der dann seine Erklärung für den Doppelwechsel folgen ließ. „Sowohl bei der Hinführung des Eckballs, als Franci Bouebari am zweiten Pfosten die Orientierung verlor, als auch beim Eckball selbst, haben wir nicht gut gestanden. Leider musste ich vor dem Eckball wechseln, da Swajkowski angezeigt hat, es geht gar nicht mehr. Dann habe ich mich zum zweiten Wechsel entscheiden, um das Wechselfenster für beide noch zu nutzen.“
Zwei Heimspiele warten auf Rot-Weiss Essen
So verpasste Rot-Weiss Essen den Sprung auf die Aufstiegsplätze, Hansa Rostock und der VfL Osnabrück zogen am Samstag sogar noch vorbei an RWE. Doch mit zwei Heimspielen gegen den TSV Havelse und Wehen Wiesbaden vor der Brust sieht das Gesamtbild nicht schlecht aus für die Essener. Koschinat konnte daher nach dem 1:1 konstatieren: „Das ist für uns kein schlechtes Ergebnis.“
Der heiße Aufstiegskampf in der 3. Liga kann beginnen. Rot-Weiss Essen gehört zu einer ganzen Reihe an Vereinen, die mit berechtigten Hoffnungen auf die 2. Bundesliga in die Rückrunde starten. Die gilt auch für Essens Auftaktgegner TSV 1860 München. Die Löwen haben sich zum Ende der Hinrunde unter ihrem neuen Trainer Markus Kauczinski bis auf vier Punkte an RWE und den punktgleichen Tabellendritten MSV Duisburg herangekämpft. Bei einem Sieg wären die Münchener wieder voll im Geschäft, mit einem Auswärtsdreier könnte Essen einen Konkurrenten distanzieren.
Auch interessant
Die dramatische personelle Situation der Hausherren dürfte die RWE-Chancen zumindest nicht verschlechtern. Insgesamt elf Spieler fehlen 1860, darunter Leistungsträger wie Stürmer Florian Niederlechner (Hüftbeuger-Probleme), die Nummer eins Thomas Dähne (grippaler Infekt), Sean Dulic, Manuel Pfeifer (beide Muskelfaserriss), Jesper Verlaat (Wadenprobleme), Thore Jacobsen (Gelb-Rot-Sperre), oder auch Torjäger Sigurd Haugen (Kieferbruch).
1860 München gegen Rot-Weiss Essen heute live: Die 3. Liga im Live-Ticker

RWE-Trainer Uwe Koschinat sieht darin auch eine Gefahr für seine Mannschaft. „Das wird ein sehr schwieriges und herausforderndes Spiel. Mir ist nicht verborgen geblieben, dass sie personelle Probleme haben. Auf der anderen Seite weiß ich, dass sie unter Markus Kauczinski eine enorme Stabilität entwickelt haben. Gegen Winterthur (4:1) haben sie auch ein gutes Testspiel absolviert. Die ausverkaufte Grünwalder Straße kann auch Kräfte freisetzen. Die jungen Spieler, die jetzt vielleicht zum Einsatz kommen, werden sich von den Emotionen treiben lassen.“
Auch interessant
Freiwillig verzichten wird Koschinat auf Mittelfeldspieler Tom Moustier. Auf Nachfrage dieser Redaktion machte Koschinat am Freitag bei der Pressekonferenz klar, dass sein Musterschüler nicht verletzt sei, in München aber dennoch nicht spielen werde. Der wechselwillige Franzose nahm zuletzt nicht mehr am Mannschaftstraining teil. Er sei nicht bei der Sache, da ihn das Angebot des portugiesischen Erstligisten CF Estrela Amadora beschäftige. Nach WAZ-Informationen soll es nicht mehr allzu lange dauern, bis dieses Thema endgültig vom Tisch ist und Moustier nach Portugal wechselt.

Rot-Weiss kam zuletzt nicht gut aus den Startlöchern
Enden soll an diesem Samstag der Auftakt-Fluch der Essener in der 3. Liga. Seit dem Aufstieg im Jahr 2022 konnte RWE kein Spiel zu Beginn einer Hin- oder Rückrunde für sich entscheiden. In der letzten Saison setzte es zwei Pleiten gegen Alemannia Aachen, das Hinspiel in dieser Spielzeit gegen 1860 München endete mit einem 1:1-Remis.

Wöchentlich
Rot-Weiss Essen-Newsletter: Jetzt kostenlos anmelden!
Spielberichte, Transfergerüchte, Analysen, Interviews: Das Wichtigste zu RWE.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
In München wird Koschinat voraussichtlich auf die Elf setzen, die bei der Generalprobe vor einer Woche in der Türkei gegen Zweitligist Dynamo Dresden (1:1) eine ansprechende Leistung zeigte und ihr Spiel nach 60 Minuten mit 1:0 gewinnen konnte. Demnach steht Winter-Neuzugang Danny Schmidt (Fortuna Düsseldorf) vor seinem Pflichtspiel-Debüt für RWE.
Rot-Weiss Essen bei 1860 München: Die RWE-Startelf
RWE: Golz - Rios Alonso, Schultz, Kraulich - Kostka, Swajkowski, Müsel, Brumme - Safi, Mizuta - Schmidt.








