- In der 3. Liga empfängt Rot-Weiss Essen heute ab 14 Uhr den SSV Ulm 1846. Die Gäste stehen auf einem Abstiegsplatz.
- Rund 700 Gäste-Fans werden heute an der Hafenstraße erwartet, einige von ihnen sind vom RWE-Rivalen Rot-Weiß Oberhausen. Vor dem Spiel gab es laute „Scheiß-Oberhausen-Rufe“ im Essener Stadion.
- Ulm und RWO verbindet eine enge Fanfreundschaft. Aus diesem Grund haben sich zahlreiche Oberhausener angekündigt. Die Regionalliga West steckt schon in der Winterpause.
Wohl kaum ein Drittliga-Experte hätte vor der Saison erwartet, dass der SSV Ulm 1846 zur Winterpause in der 3. Liga auf einem Abstiegsplatz überwintern würde. Schließlich starteten die „Spatzen“ als Zweitliga-Absteiger mit großen Ambitionen in die Saison – trotz eines Umbruchs im Sommer. Mit 16 Punkten aus 18 Partien hinkt der SSV den eigenen Erwartungen aber meilenweit hinterher.
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Selbst bei einem Auswärtssieg heute bei Rot-Weiss Essen (14 Uhr) könnte der Drittligist die Abstiegsränge nicht verlassen. Trotzdem wäre ein Dreier für die Gäste extrem wichtig, damit der Rückstand auf das rettende Ufer nicht weiter anwächst. Auch wenn RWE als Aufstiegsaspirant der Favorit ist, rechnet sich SSV-Trainer Pavel Dotchev durchaus Chancen auf einen Überraschungscoup aus. „Die kochen auch nur mit Wasser“, so Dotchev. Der erfahrene Coach zeigte sich „absolut zuversichtlich“, etwas mitnehmen zu können.
RWE-Gegner SSV Ulm 1846 hat große Personalsorgen – „Darf keine Ausrede sein“
Dabei reist Ulm mit großen Personalproblemen zu Rot-Weiss Essen: Insgesamt vier Spieler fallen mit einem Kreuzbandriss aus. Der Ex-Essener Dominik Martinovic, Kapitän Johannes Reichert, der eng mit Essens Spielführer Michael Schultz befreundet ist, Jonas David und Marcel Wenig fehlen allesamt langfristig. Doch das sind nicht die einzigen Ausfälle.

Auch Evan Brown (bei der U20-Nationalmannschaft von Kanada), Felix Vater (krank), Sadin Crnovrsanin, Luis Görlich (beide Schambeinentzündung), André Becker (angeschlagen), Lukas Röser (Fußverletzung) und Max Brandt (Gelbsperre) stehen nicht zur Verfügung. „Das darf keine Ausrede sein“, betonte Dotchev angriffslustig. Und fügte hinzu: „Wir haben genügend Potenzial und Qualität, um das alles abzufangen.“
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Das große Problem der Ulmer Saison ist die schwache Defensive: 41 Gegentore nach 18 Spielen – nur Schlusslicht Schweinfurt kassierte mehr Treffer. Zuletzt gab es ein 3:5 gegen den VfL Osnabrück. Dotchev legte den Finger in die Wunde: „Wir bekommen zu viele und zu leichte Gegentore. Das nervt mich und ich muss auch ehrlich sagen, dass ich es noch nicht schaffe, das abzustellen.“
Bei Rot-Weiss Essen: RWO-Fans unterstützen SSV Ulm
Unterstützt wird der SSV Ulm 1846 an der Hafenstraße von insgesamt 700 Fans, darunter auch Anhänger von Rot-Weiß Oberhausen. Seit 1999 pflegen Ulm und RWO eine intensive Fanfreundschaft. Im Oktober wurde sogar ein gemeinsamer Fanschal mit dem Slogan „Von der Emscher bis zur Donau – Unzertrennlich seit 1999“ entworfen. Weil sich RWO bereits in der Winterpause befindet, wird ein Teil der 700 Fans somit aus Oberhausen kommen. „Da freuen wir uns sehr drauf“, sagte Pressesprecher Max Rieck vor der Partie. Da die Regionalliga West bereits in der Winterpause ist, dürften zahlreiche Oberhausener dabei sein. Die Reaktion der RWE-Fans auf den Besuch aus der Nachbarstadt: Vor dem Spiel gab es laute „Scheiß-Oberhausen-Rufe“ im Essener Stadion.

Es ist eine Freundschaft, die aus der gemeinsamen Erfahrung von Auf- und Abstiegen und dem gegenseitigen Anfeuern in der Kurve wuchs. Beide Traditionsklubs haben ähnliche Strukturen und unterstützen sich regelmäßig bei Spielen. Dabei wird das Lied „SSV Ulm und RWO“ auf beiden Seiten angestimmt.




