Die Abkühlung hatten sich die Profis von Fußball-Drittligist Rot-Weiss Essen redlich verdient. Nach der ersten XXL-Einheit im Sommer-Trainingslager in Wesendorf, einer Gemeinde im Landkreis Gifhorn in Niedersachsen, konnten einige RWE-Spieler der Versuchung bei sommerlichen Temperaturen nicht widerstehen und sprangen in einen Naturpool im Außenbereich ihres Hotels. Im Sport- und Wellnesshotel „LaVital“ ist die Mannschaft samt Trainern und Funktions-Team seit Montagmittag bis Freitag untergebracht. Fans und Medienvertreter nutzen das Hotel nicht, der Fokus des RWE-Teams liegt auf der Vorbereitung auf die neue Drittliga-Saison.

Zwei Stunden und zehn Minuten wurde am Montagnachmittag auf dem gut gepflegten Rasenplatz hinter dem Hotel gearbeitet. Anders als im Winter-Trainingslager in der Türkei ist der Sportplatz über den Außenbereich der Anlage zu Fuß erreichbar, beste Bedingungen also, um in der heißen Phase der Vorbereitung an den Details zu arbeiten. Am Dienstag wurden zwei Einheiten absolviert, auch der starke Regen hielt die Essener nicht von ihrer Arbeit ab.
Rot-Weiss Essen: Koschinat lässt Anlaufen aus der Dreierkette trainieren
Das tat das RWE-Trainerteam um Chefcoach Uwe Koschinat gleich zum Auftakt. Auf dem Plan stand das Anlaufverhalten aus einer Dreierkette heraus. Der Gegner soll zu Rückpässen gezwungen und anschließend unter Druck gesetzt werden. „Ramien, erinnerst du dich an Cottbus?“, rief er seinem Stürmer Ramien Safi zu, der genau auf diese Weise in der Rückrunde das Siegtor bei den Lausitzern erzielt hatte.

Koschinat stand während des Trainings mächtig unter Strom und ging sehr ins Detail, das wie gewohnt sehr lautstark und bestimmend. Als es Neuzugang Jaka Cuber Potocnik (20, 1. FC Köln) und Tom Moustier, die erst seit wenigen Jahren die deutsche Sprache sprechen, offensichtlich zu schnell ging, wiederholte er seine Anweisungen in einem sehr respektablen Englisch.
Rot-Weiss Essen will sich auf kein System festlegen
Der 53-Jährige möchte taktisch variabel sein, auf ein festes Spielsystem hat sich Koschinat mit seinem Trainerteam bewusst noch nicht festgelegt. In der Rückrunde war seine Mannschaft mit Dreierkette erfolgreich, in den bisherigen Testspielen der laufenden Vorbereitung ließ er sein Team in einer 4-2-3-1-Formation auflaufen. Das macht es für die RWE-Gegner aktuell schwerer, sich auf die Essener einzustellen.

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In der laufenden Vorbereitung hinterlässt Rot-Weiss Essen bisher einen guten Eindruck, aktuell gibt es jedoch einige Verletzungssorgen. Lucas Brumme wird aufgrund mehrere Bänderrisse im Sprunggelenk den Saisonstart am 1. August gegen 1860 München verpassen. Der Linksfuß blieb in Essen, wird die Mannschaft aber am Mittwoch im Trainingslager besuchen. Mehrere Spieler haben zudem aktuell mit kleineren Problemen zu kämpfen. Das betrifft vor allem einige Akteure, die neu an der Hafenstraße sind.

Marvin Obuz (Leiste) kann aktuell nicht trainieren und verfolgte den Auftakt im Trainingslager mit Torben Müsel (muskuläre Probleme), Jannik Hofmann (Knie) und Michael Kostka (Zerrung) von der Seitenlinie. Am Dienstag sollte der Rückkehrer aus Köln wieder einsteigen, doch daraus wird nichts. Immerhin hat Stürmer Marek Janssen seine Verletzung überstanden und trainierte beschwerdefrei.
Rot-Weiss Essen: Belastung bei Zugängen macht sich bemerkbar
Bei einigen Zugängen wie Obuz, Janssen, Hofmann oder Kostka macht sich nach Auffassung des Trainerteams die deutlich höhere Intensität im Vergleich zur Regionalliga (Janssen) oder einem Alltag ohne regelmäßige Matchpraxis (Obuz) bemerkbar. Kostka wird im Trainingslager nur Teilbereiche des Trainings absolvieren. Bei Rechtsverteidiger Hofmann sieht es etwas besser aus, er könnte noch im Trainingslager wieder einsteigen. Bei Obuz war am Dienstag noch nicht absehbar, wann es für ihn wieder losgeht.
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