Die Partie beim SV Rödinghausen war für die SSVg Velbert als das absolute Abstiegsendspiel proklamiert worden, denn bei einer Niederlage wäre die Konkurrenz im Kampf um den Klassenerhalt in der Regionalliga West in der Tabelle wohl nur noch mit dem Fernglas zu sehen gewesen.

SSVg Velbert in Rödinghausen: Zwei Fünfen, eine Eins – Torschütze unter Durchschnitt

Mit dem 1:1 (0:1)-Unentschieden konnten die Niederbergischen zwar keinen Boden im Abstiegskampf gutmachen, erhalten sich aber für die letzten sechs Saisonspiele bei vier Punkten Rückstand auf die Westfalen auf dem wahrscheinlich rettenden Platz 15 noch eine Restchance.

SSVg Velbert: Torhüter hält den Punkt fest

Letztlich war es ein glücklicher Punktgewinn für die Velberter, den sie einem überragenden Torhüter Kevin Jackmuth und der Abschlussschwäche der Rödinghauser verdanken, die eine Vielzahl hochkarätiger Torchancen fahrlässig vergaben. Wie das Spiel verlief und was das Ergebnis für die SSVg bedeutet.

Wir hatten auch noch Möglichkeiten, das Siegtor zu schießen, aber ich sehe das Ergebnis als gewonnenen Punkt an. Wir sind heute nicht abgestiegen und weiterhin im Rennen.

Bogdan Komorowski, Trainer SSVg Velbert

Angesichts der großen Bedeutung der Begegnung für beide Mannschaften war es eine ausgesprochen faire Partie, in der der aufmerksame Schiedsrichter Jörn Schäfer nur eine einzige Gelbe Karte zeigen musste. Vom Anpfiff an war die SSVg-Auswahl in der ersten Hälfte total unterlegen und geriet schon nach acht Minuten in Rückstand, als der aufgerückte Innenverteidiger Tim Corsten nach einer hohen Hereingabe nicht gestört wurde und den Ball zum 1:0 aus kurzer Distanz eindrücken konnte. Ein Gegentor, wie die Velberter das schon oft in dieser Saison kassierten, weil im entscheidenden Moment der Laufweg des Gegenspielers nicht aufgenommen wird.

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Velbert spielt in der zweiten Halbzeit besser – Trainer findet die richtigen Worte

In der Folge durften die Niederbergischen sich bei ihrem Torhüter Kevin Jackmuth bedanken, der zweimal mit tollen Paraden dafür sorgte, dass es nur mit einem schmeichelhaften 0:1-Rückstand in die Pause ging. „Wir haben sicherlich noch Potenzial, zukünftig auch die erste Halbzeit besser zu spielen“, befand SSVg-Trainer Bogdan Komorowski, der in der Halbzeit dann die richtigen Worte gefunden zu haben schien, denn sein Team steigerte sich nach dem Seitenwechsel im weiteren Spielverlauf.

Regionalliga West: SSVg Velbert 02 - Sportfreunde Lotte
Artur Golubytskij traf zum 1:1 für die SSVg Velbert.© FUNKE Foto Services | Stefan Rittershaus

Zunächst aber hatten die Velberter direkt nach Wiederanpfiff Glück, dass die Gastgeber ihren Vorsprung nicht ausbauten. Einmal verzog Torjäger Eduard Probst aus acht Metern, nachdem er Felix Herzenbruch „ausgetanzt“ hatte, dann köpfte Viktor Miftaraj nach einer Ecke völlig freistehend aus kürzester Distanz, doch wieder war der überragende Jackmuth zur Stelle. Völlig überraschend und aus dem Nichts kam die SSVg dann zum Ausgleich. Artur Golubytskij schlug eine Flanke aus dem Halbfeld in den Strafraum, Freund und Feind verpassten, der Ball wurde immer länger und schlug am zweiten Pfosten ein.

SSVg Velbert nimmt den Punkt gerne mit

„Das Tor fiel in einer Phase, wo damit nicht zu rechnen war, aber es war der Dosenöffner, denn danach waren wir besser im Spiel und in der zweiten Hälfte die bessere Mannschaft“, sagte der SSVg-Coach. In der Folge entwickelte sich eine ausgeglichene Partie, in der aber weiterhin die Platzherren die besseren Möglichkeiten hatten. So mussten in der Schlussphase Kilian Wagenaar und Robin Hilger jeweils mit einer Grätsche in höchster Not vor einem einschussbereiten Rödinghauser klären.

Bezogen auf die Situation im Abstiegskampf können die Westfalen sicherlich besser mit der Punkteteilung leben, angesichts des überdeutlichen Torchancenverhältnisses zu ihren Gunsten werden sie das Ergebnis wohl aber eher als doppelten Punktverlust betrachten. „Wir hatten auch noch Möglichkeiten, das Siegtor zu schießen, aber ich sehe das Ergebnis als gewonnenen Punkt an. Wir sind heute nicht abgestiegen und weiterhin im Rennen. Es sind noch 18 Punkte zu vergeben und wir kämpfen weiter“, stellte Komorowski klar.