Beim 74:70 (39:17) in der Damenbasketball Bundesliga über UBC Münster kamen die New Basket Oberhausen noch einmal mit einem blauen Auge davon, denn auf eine gute erste Hälfte folgte eine beinahe gleichermaßen schwache zweite. Sarah Talons Abgezocktheit und Jarla Müllers offensiver Rebound nach eigenem Distanzwurf machten in einer zittrigen Schlussphase den Unterschied. „Arbeitssieg“, stimmten Kapitän Müller und Trainerin Nicole Telke unisono ein.
Damit war nach den ersten Minuten nun wirklich nicht zu rechnen. Die Mannschaft von Telke startete mit der üblichen Fünf, bestehend aus Müller und Talon, sowie Lily Wilke, Pauline Teßmer und Maja Manten und der schon zur Gewohnheit gewordenen Intensität. NBO stresste den Aufsteiger mit hohem Tempo und flinken Fingern. Nach etwas mehr als drei Minuten hatte Münster schon sechs Ballverluste und NBO eine 14:2-Führung herausgespielt. Als Manten dann auch noch einen Dreier zum 21:2 durch die Reuse schickte, war die Partie beinahe schon auserzählt. Denn Münster tat sich auch dann schwer, wenn sie zum Abschluss kamen. Gerade einmal vier von insgesamt 23 Würfen im ersten Viertel fanden zum 24:8 den Weg ins Ziel.
New Basket Oberhausen: Guter Start, danach wird es aber unnötig spannend
Sie sind da gut zurückgekommen. Die 2009er müssten wieder über 30 Minuten bekommen haben und müssen auch Fehler machen dürfen.
Nicole Telke, NBO-Trainerin
Durchaus verständlich, dass Telke nun schon früh auch ihrer Bank das Vertrauen schenkte. Tatsächlich machten sie es im zweiten Viertel ebenfalls noch völlig in Ordnung, die Ballverluste des UBC wuchsen auf 19 an, die Quoten aus dem Feld mit 25 Prozent aus dem Nahbereich blieben dazu gruselig. Was da aber schon auffiel, Münster ackerte immer wieder gut am offensiven Brett und erarbeitete sich dort Vorteile und gute Chancen, sie verwandelten sie in den ersten 20 Minuten nur einfach konsequent nicht.
Nachdem Teßmer direkt den ersten Pass der zweiten Halbzeit abfing und zum 41:17 reinlegte, schien auch das oft so kritische dritte Viertel kein Problem zu werden. Doch da hatte sich der Schlendrian schon eingeschlichen. Münster verkürzte auf 46:33, ehe Müller voranging. Vorne traf sie für Drei, hinten blockte sie. Stella Reinike hängte Sarah Ericson dann das vierte Foul an und auch Luisa Biegierz traf aus der Distanz zum 54:35, rund 13 Minuten vor dem Ende. „Sie sind da gut zurückgekommen“, lobt Telke und betont, „die 2009er müssten wieder über 30 Minuten bekommen haben und müssen auch Fehler machen dürfen.“
Die New Baskets Oberhausen bringen den Heimsieg über die Ziellinie
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Das hätte es eigentlich gewesen sein müssen, doch NBO ließ auch im letzten Abschnitt wieder schleifen und ließ Münster erneut rankommen. Weil Münster nun deutlich besser traf als im ersten Durchgang, schrumpfte der Vorsprung immer weiter. Ericson verkürzte auf 73:65, nach einem Ballverlust von Biegierz legte Mona Landwehr nach, es war nur noch ein Sechs-Punkte-Spiel. Plötzlich wurde es knapp in der letzten Minute, in der Müllers eigener offensiver Rebound wichtige Zeit von der Uhr nahm. Talon musste gestoppt werden, Ericson foulte damit aus. Der erste war drin, der zweite sprang raus und wurde durch Teßmers Einsatz der nächste NBO-Ballbesitz. Manten schloss überhastet ab, Münster kam jedoch zu keinem einfachen Wurf und erst bei sechs Sekunden zu Freiwürfen. Miriam Lincoln traf den ersten, über den offensiven Rebound verkürzte Mona Landwehr noch auf vier Punkte Rückstand, doch die verbliebenen 2,6 Sekunden überstand NBO. Talon verfehlte den ersten und setzte dann auch den zweiten an den Ring, so dass den Gästen zwar noch der Rebound gelang, aber die Zeit für einen Abschluss fehlte.
NBO: Müller (20), Wilke (4), Talon (20), Teßmer (8), Manten (14); Reinike, Antwerpen, Anderheide, Kaschuba, Hülsmann, Kluss (2), Biegierz (3).



