Erkan Aydin ist nicht mehr Trainer des SC 20. Einen Tag nach dem richtungsweisenden Lokalduell gegen Schwarz-Weiß Alstaden, dass der Bezirksligist mit 2:4 (1:1) verlor, trennten sich der Spielclub und sein langjähriger Erfolgscoach, der mit den Blau-Gelben Stadtmeister und Pokalsieger wurde, im beiderseitigen Einvernehmen, wie es im Fußball so schön heißt. Eine Entscheidung, die beide Seiten bedauern und die beiden Parteien schwergefallen ist, die Verein und Trainer aber ebenso für unumgänglich hielten. „Es war jetzt an der Zeit einen neuen Impuls zu setzen“, begründet Kilian Lang, Teammanager der „Knappen“ die Entscheidung. „Das haben wir beide so gesehen.“ Wer der Nachfolger Aydins wird, steht derweil noch nicht fest, soll aber in Kürze bekannt gegeben werden.

„Erkan war nicht nur unser Trainer, sondern auch privat mein Freund. Daran wird sich auch nach der Trennung nichts ändern“, führt Lang weiter aus. „Wir sind ihm wahnsinnig dankbar für das Geleistete. Wir können uns weiterhin in die Augen sehen.“ Der langjährige Spielclubberer Aydin übernahm die erste Mannschaft im April vergangenen Jahres, nachdem die Blau-Gelben sich mit Bilal Fezzani nicht über eine Vertragsverlängerung einigen konnten. Genau der Trainer, der ihm am Freitagabend bei seinem vorerst letzten Meisterschaftsspiel im Seniorenbereich als verantwortlicher Übungsleiter gegenüberstand. Als Jugendtrainer bleibt er seinem Herzensverein weiter erhalten.

SW Alstaden feiert ersten Derbysieg gegen SC 20 seit Mai 2024

Fußball-Bezirksliga in Oberhausen
In einem intensiven Derby behielten die Kuhle-Kicker gegen den SC 20 mit 4:2 die Oberhand.© FUNKE Foto Services | Christoph Wojtyczka

„Wir haben in der zweiten Halbzeit nicht mehr zu unserem Spiel gefunden, sind nicht mehr in die Zweikämpfe gekommen“, ließ Aydin die 90 Minuten an der Mellinghofer Straße Revue passieren. „Deswegen haben wir verdient verloren.“ Nach einer ereignisreichen ersten Halbzeit, die gut und gerne auch 3:3 hätte enden können, ließen die Hausherren im zweiten Abschnitt ihre sonst so bekannte Intensität vermissen. Sergen Sezen brachte die Gäste mit 1:0 in Führung (18.), die Yusuf Allouche nur zwei Minuten später egalisierte (20.). Der SC-Angreifer scheiterte zudem zweimal am Pfosten (36., 45.). Auf der anderen Seite ließen Matti Völkel, der frei auf SC-Torwart Zakaria Benhannoun zulief, und Boran Sezen, beste Möglichkeiten ungenutzt (20., 42.).

Auf den SC 20 wartet bereits am kommenden Sonntag das nächste Bezirksliga-Derby

Erkan war nicht nur unser Trainer, sondern auch privat mein Freund. Daran wird sich auch nach der Trennung nichts ändern.

Kilian Lang, Spielclub-Sportchef

Alstadens Stürmer war es dann, der mit einem Doppelschlag nach dem Seitenwechsel seine Farben auf die Siegerstraße brachte (51., 65., Foulelfmeter). „Einen hätte ich mindestens mehr machen müssen“, haderte der 31-jährige Torjäger freudestrahlend. So wie er feierten seine Teamkollegen den ersten Derbysieg über den SC 20 seit Mai 2024 ausgelassen. Nach dem zwischenzeitlichen Anschlusstreffer durch Ralf Thiel (79.), machte der eingewechselte Serdy Nguala in der 85. Minute alles klar. Damit holten die Kuhle-Kicker aus den letzten sieben Liga-Partien stolze sechs Siege. „Wir haben in der Halbzeit umgestellt. Von Angriffspressing auf Mittelfeldpressing“, erklärte Fezzani, Coach der Schwarz-Weißen. „Dadurch haben wir das Spiel in der zweiten Halbzeit komplett an uns gerissen und kontrolliert.“

Für die Gastgeber steht am Sonntag schon bereits das nächste Derby an. Um 15.30 Uhr ist der amtierende Pokalsieger dann bei der bisherigen Überraschungsmannschaft der Saison, der Spvgg. Sterkrade-Nord, zu Gast. Wer den SC 20 dann auf das Spiel vorbereitet, steht noch nicht fest. „Wir sind seit Samstag in Gesprächen mit möglichen Kandidaten. Wir wollen bis spätestens Mittwoch den neuen Trainer vorgestellt haben“, so Lang. Definitiv ist nur, dass der neue Übungsleiter jemand von Extern sein dürfte und keiner mit Stallgeruch. Deniz Batman, aktuell verletzter Spielmacher der Blau-Gelben, soll aber als Co-Trainer weiterfungieren.