Als die erste Runde beginnt, wird es plötzlich still in der Harbecke-Sporthalle in Mülheim Saarn. 230 Kinder und Jugendliche hatten zuvor noch für eine wuselige Atmosphäre und eine laute Geräuschkulisse gesorgt, nun sitzen sie sich an dutzenden Schachbrettern gegenüber und unternehmen die ersten Züge. Der Schachverein Mülheim-Nord veranstaltete am Sonntag eines der größten Jugendturniere in NRW. Inklusive einer besonderen Auszeichnung.
„Schach ist in den letzten Jahren deutlich jünger geworden, weil es in den Schulen präsent ist“, weiß Philipp Limbourg, Jugendwart beim SV Nord. Im Gegensatz zu den meisten anderen Sportarten hätten die Schachvereine sogar ein Stück weit durch Corona profitiert, weil danach viele Kinder in die Vereine kamen, die während der Pandemie das Spiel gelernt hatten.
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Mülheimer Schachverein will Kinder schnell ans Spielen bringen
„Wir schauen immer, dass wir die Kinder schnell ans Spielen bringen, damit sie mit den ersten Regeln vertraut werden“, sagt der Jugendleiter. Wurde beim SV Nord vor 15 Jahren die U10-Klasse eingeführt, gingen bei den „Mülheimer Jugendopen“ sogar Kinder in der U6-Klasse den Start - Jahrgänge 2020 und 2021! „Klassisch fängt man mit Schach aber zwischen sechs und acht Jahren an“, erklärt Limbourg.
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Wenngleich der Verein jahrelang in der ersten Liga spielte und sogar mal am Europapokal teilnahm, bezeichnet er die Jugendarbeit mittlerweile als sein Herzstück. Von den 279 Mitgliedern sind 150 Kinder und Jugendliche. Auch deswegen bekam der SV Nord nun von der Deutschen Schachjugend für drei Jahre das Qualitätssiegel Top-Schachverein Kinder und Jugendschach verliehen. Zu den Kriterien dieser Auszeichnung gehören unter anderem jugendgemäße Räumlichkeiten und Spielzeiten, eine systematische Talentförderung und eine gelungene Einbindung der Jugendlichen ins Vereinsleben. Bislang haben nur 40 Klubs in Deutschland dieses Qualitätssiegel erhalten.
Mülheimer Schachverein erhält besondere Auszeichnung
„Schön, wenn man dafür auch eine Auszeichnung bekommt. Das hilft hoffentlich bei der Gewinnung neuer Mitglieder und bei einer besseren Sichtbarkeit in Mülheim“, sagt Philipp Limbourg. Bei der Zahl der Jugendlichen müsse man sich sicherlich nicht mehr vor anderen Vereinen aus „klassicheren“ Sportarten verstecken.
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Bei vielen Turnieren stelle der SV Nord oft ein Gros der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. „Deswegen wollten wir unseren Leuten auch mal was zurückgeben“, erläuterte der Jugendleiter die Entstehung des Turniers. Das Vereinsheim im Südbad hätte dafür aber ebenso wenig ausgereicht wie ein Gemeindehaus mit vielleicht 100 Plätzen. „Es steht und fällt mit den Räumlichkeiten“, ist Limbourg dankbar, an diesem Sonntag die Harbecke-Halle in Saarn zur Verfügung gestellt bekommen zu haben.
Warum der SV Nord auf feste Ämter in der Jugendabteilung verzichtet
„Von der Menge und dem Stellenwert ist es das größte Jugendturnier in NRW“, betont Philipp Limbourg. Sogar Vereine aus Niedersachsen schicktne ihre Spielerinnen und Spieler nach Saarn. Eine Besonderheit war vor allem die U6-Klasse. Darüber hinaus arbeitete der Mülheimer Verein auch mit kurzfristigen Anmeldungen, während die meisten anderen Turniere meist einen Monat im Voraus ausgebucht sind.

Alles werde von den Eltern aus der Jugendabteilung organisiert. „Wir arbeiten eher projektbezogen als mit festen Ämtern, das ist einfach zeitgemäßer“, sagt Limbourg. Damit der SV Nord seinen Status im deutschen Schachsport und im Sport in Mülheimer weiter festigen kann.


















































































