Wenn sich bei einer Partie der Schach-Bundesliga mehrere Kamerateams um ein Brett drängen, muss schon etwas Besonderes passiert sein. Beim jüngsten Spieltag in Hamburg wollten alle den jungen Mann mit dem Kapuzenpulli des FC St. Pauli sehen. Magnus Carlsen ist der neue Star der Liga. Und bald auch in Mülheim zu sehen?
Der Norweger ist der Superstar der Schachszene und weit über die Grenzen der Sportart hinaus bekannt, seit er 2013 zum zweitjüngsten Weltmeister der Geschichte wurde und den Titel zehn Jahre lang verteidigte. Nach Hamburg kam der 34-Jährige noch immer als Erster der Weltrangliste. Zehn Minuten lang dauerte es, bis er den ersten Zug machte. Carlsen besiegte dann Max Warmerdam von der SG Solingen, der in der Bundesliga auch mehrere Jahre für den SV Mülheim-Nord gespielt hat.
Mülheimer über Carlsen: Er hat schon eine große Zugkraft.
Dessen Vorstandsmitglied Dieter Klein freut sich über den prominenten Neuzugang in der Liga. „Er hat schon eine große Zugkraft“, weiß Klein. In Hamburg hatten sich schon zwei Stunden vor dem ersten Zug mehrere Autogrammjäger vor dem Brahmskontor versammelt. In dem Ausweichlokal war aber nur Platz für wenige Zuschauer. Laut der Pressesprecherin hätte St. Pauli 1000 Karten verkaufen können.
„Die Sparkasse hat bei uns auch gleich nachgefragt“, berichtet Klein. In der Kundenhalle des Kreditinstituts bestreitet der SV Nord traditionell seine beiden jährlichen Heimspiele. So auch am 22. und 23. März. Zu Gast sind dann der SC Viernheim, der SK Kirchweyhe und der SC Heimbach-Weis-Neuwied – und eben nicht der FC St. Pauli mit Magnus Carlsen.
Mülheimer treffen im Februar auf die Mannschaft des Weltmeisters
Auf die Hamburger werden die Mülheimer schon einen Monat zuvor beim Spieltag in Bremen treffen. Kommt es also zum Duell gegen den langjährigen Weltmeister? „Wahrscheinlich wird er nicht gegen uns spielen, davon gehe ich zumindest aus. Dafür sind wir uns auch Kirchweyhe nicht gut genug“, vermutet Dieter Klein.
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Ohnehin ist es nicht üblich, dass Spieler mit solchen Namen dauerhaft am Brett ihrer Mannschaft sitzen – allein schon aus finanziellen Gründen. „St. Pauli hat ja auch so eine gute Mannschaft zusammengekauft. Ich denke er wird drei Kämpfe machen, häufiger wird es nicht sein, er hat ja auch noch viele andere Termine“, geht Klein nur von wenigen Auftritten des Schach-Stars in der Liga aus. Dennoch: „Für die Bundesliga ist er dennoch eine Bereicherung.“
Mülheimer hoffen auf die neue Saison - zuerst aber auf den Klassenerhalt
Und so hoffen die Mülheimer, dass es vielleicht in der nächsten Saison zu einem Duell mit den St. Paulianern kommt, sofern Carlsen auch für eine weitere Spielzeit verpflichtet wird. Und sofern natürlich der SV Nord die Klasse hält.
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Denn aktuell sind die Mülheimer Vorletzter bei noch 15 verbliebenen Teams. Neben Rückzieher Kiel steigen drei weitere Mannschaften ab. Die Abgänge von Thai Dai Van Nguyen (USV TU Dresden) und Daniel Dardha (SF Deizisau) konnten nicht kompensiert werden. „Wir haben das Geld einfach nicht“, stellt Vorstandsmitglied Klein klar. Umso dankbarer ist man für die Einsätze von Spitzenspieler David Navara, immerhin noch die Nummer 51 der Welt.
„Es wird auf jeden Fall schwer, keine Frage, aber wir haben immer noch eine realistische Chance und wollen auf jeden Fall drinbleiben“, betont Klein. Dementsprechend wird der SV Nord mit einer starken Mannschaft am nächsten Spieltag am 1. und 2. Februar antreten, um zumindest den direkten Konkurrenten Mergentheim und vielleicht auch Dresden zu schlagen.
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