Als die Schlusssirene ertönt war, lagen zwischen den Handballern des HSV Dümpten und der HSG Vennikel/Rumeln/Kaldenhausen kurz die Nerven blank. Der einstige Dümptener Mirko Krogmann musste von einem der Schiedsrichter zurückgehalten werden. Was folgte, war Verwirrung: Gibt es nun noch einen Freiwurf für die Duisburger oder nicht? Die unmissverständliche Geste des Feldschiedsrichters mit beiden Armen über Kreuz, beseitigte alle Zweifel. Feierabend - 29:29 (15:13). Das Unentschieden war für beide Oberligisten im Kampf um den Klassenerhalt kein Befreiungsschlag.

Dümptens Trainer Ralf Trimborn wusste dann zunächst auch gar nicht, was er mit diesem Punktgewinn anfangen sollte. „Wir haben den Abstand zu ,VeRuKa‘ gehalten, das ist okay, aber die Punkte hätten wir schon hier behalten müssen“, meinte der Coach. Denn als Punktgewinn kann der HSV das Ergebnis nur aufgrund der letzten Minuten verkaufen, als er zwischenzeitlich zurücklag. Andererseits führten die Gastgeber eine Viertelstunde vor dem Ende aber auch noch mit fünf Toren, so dass der eine Punkt am Ende eigentlich zu wenig ist.

Dümptener Handballer sind in entscheidenden Phasen nicht clever genug

„Wir waren in den entscheidenden Phasen nicht clever genug. Wir verlieren den Sieg vorne und hatten aber auch hinten immer wieder abgefälschte Bälle, weil wir nicht konsequent genug in der Deckung waren“, analysierte Trimborn.

Schon in der ersten Halbzeit führte seine Mannschaft dank eines guten Starts phasenweise mit fünf Toren. Doch zum Ende des ersten Durchgangs bewiesen die Gäste aus dem Duisburger Westen, dass sie schwer zu stoppen sind, wenn sie einmal in einen Lauf kommen. Kurz vor der Pause hatte die HSG eigentlich den Ball zum 14:14 in der Hand, fing sich aber stattdessen noch einen Konter zum 15:13 für Dümpten.

HSV Dümpten führt bis weit in die zweite Hälfte hinein

Die Hausherren brachen dann das Momentum der Gäste und behielten ihren Vorsprung bis zum 27:23 nach etwas mehr als 48 Minuten. Dann aber kam die HSG wieder ins Rollen: zwei Serien mit drei Toren führten erst zum Anschlusstreffer und dann sogar zur ersten und einzigen Führung - 29:28 durch Finn Siebert.

Doch die HSG machte den Sack nicht mit einem weiteren Treffer zu und Patrick Höppner sicherte dem HSV Dümpten noch den Punkt. Nach der letzten Auszeit hatten die Duisburger zwar noch 21 Sekunden, für einen Abschluss reichte es aber nicht mehr.

Der Kampfgeist der letzten Minute war dann auch einer der positiven Aspekte, die Dümptens Trainer Trimborn trotz der vielen verletzten und angeschlagenen Spieler herausstellte. „Das ist ein wichtiger Punkt: wir machen plötzlich Spiele wieder eng. Letzte Woche haben wir den Punkt leider nicht gekriegt, den wir verdient gehabt hätten“, meinte der Coach. Diesmal war es zumindest der eine Zähler.

Ein Sieg, dreimal ein Punkt: Abstiegskampf ist weiterhin völlig offen

Im Abstiegskampf hat sich fast nichts verändert, nur Aldekerk II hat doppelt gepunktet, dafür ist der OSC Rheinhausen II nun auch wieder mitten drin im Geschehen. Die Ergebnisse auch der oberen Teams zeigen, dass plötzlich wieder alles möglich ist. „Wir spielen nächste Woche in Königshof und dann zu Hause gegen Hiesfeld. Das sind auch Spiele, wo wir weiter punkten können. Das dind Spiele, die man schon abgehakt hat und die holst du dir plötzlich vielleicht wieder“, so Trimborn.

Genauso erging es dem VfR Saarn. Der holte seinen 13. Punkt am Sonntagvormittag, nutzte einmal mehr seine Heimstärke aus und sorgte mit dem 31:31-Unentschieden gegen den Tabellenzweiten TV Krefeld-Oppum für ein echtes Ausrufezeichen. Oppum ist am Ende trotzdem der Gewinner des Spieltags, denn sowohl Spitzenreiter TuS Lintorf (zu Hause gegen Hiesfeld/Aldenrade) als auch Verfolger Adler Königshof (in Kaldenkirchen) haben am Samstagabend verloren, so dass die Krefelder nach Punkten mit Lintorf gleichgezogen sind. Es wird also spannend oben wie unten!

HSV: Brysch, Strenger, Kretschmer - Ditzhaus (6/1), Peterson (5), Ridder (4), Höppner (3), Anhalt (2), Christ (2), Guth (2), Heiming (2), Klaus (2/1), Munke (1), Michalski, Muscheika

HSV Dümpten - HSG Vennikel/Rumeln/Kaldenhausen: der Liveticker zum Nachlesen