„Ich habe Horst Mühlenfeld mal wieder lachen sehen“, schmunzelte Ralf Trimborn, Trainer bei den Oberliga-Handballerin des HSV Dümpten, nach dem Auswärtsspiel seiner Mannschaft beim TV Lobberich. An der Laune des ewigen Dümptener Vorsitzenden (durchgehend seit Vereinsgründung 1992) lässt sich die verbesserte Stimmungslage bei den Rothosen ablesen: Mit einem überzeugenden 35:27 (16.13) beim TV Lobberich feierte der HSV nicht nur den zweiten Auswärtssieg in Folge, sondern macht den Abstiegskampf wieder deutlich offener als bisher. Auch der VfR Saarn bleibt nach einer weiteren Niederlage in der Fremde mittendrin.

„Wir mussten wenig eingreifen, manchmal zwar beruhigen, aber wir wussten, was Lobberich macht und die Mannschaft hat das gut umgesetzt“, analysierte Trimborn einen verdienten Sieg der Dümptener. „Wir hatten wieder Phasen, in denen wir nicht so gut waren, aber wir sind nicht eingebrochen.“

Trotz Schwächephasen: HSV Dümpten bricht diesmal nicht ein

Nach Rückstand in der ersten Halbzeit sicherte sich der HSV einen Drei-Tore-Vorsprung zur Pause und setzte sich dann kontinuierlich ab. Neuzugang Carsten Ridder war in seinem ersten Spiel die erhoffte ordnende Hand und erzielte auch gleich sieben Tore. Ebenso viele wie Patrick Höppner, der ohne die alleinige Verantwortung neben ihm glänzte.

Der zweite kurzfristige Zugang Christoph Guth kam noch nicht zum Einsatz, ebenso wenig wie Nico Helfrich (Verdacht auf Kreuzbandriss) und Lars Brümmer (Rücken-OP), mehrere weitere Spieler waren angeschlagen. Die Voraussetzungen waren bei den Rothosen also alles andere als gut - umso wichtiger waren die beiden Punkte.

Handball-Oberliga: Wieder mehr Mannschaften in den Kampf um den Klassenerhalt involviert

Ein Sonderlob vom Trainer verdienten sich ein starker Philipp Anhalt mit fünf Toren und Siebenmeterschütze Simon Klaus, der viermal vom Strich und weitere zweimal aus dem Spiel heraus traf.

„Jetzt ziehen wir sie wieder mit rein, die Chance wird wieder größer“, sagt Trimborn über den Konkurrenten, der nun nur noch vier Zähler entfernt ist. Ebenso wie der OSC Rheinhausen II, der am Samstag in Königshof unterlag. Dazwischen liegt noch der VfR Saarn, der den ersten Auswärtssieg der Saison bei Schlusslicht Grefrath nicht vergolden konnte. Er unterlag beim MTV Rheinwacht Dinslaken mit 19:28 (13:16) und hat jetzt nur noch einen Punkt mehr als Dümpten.

So ist der Zwischenstand in der unteren Tabellenhälfte der Oberliga

  • 8. OSC Rheinhausen II (14 Punkte)
  • 9. TV Lobberich (14 Punkte)
  • 10. DJK-VfR Saarn (12 Punkte)
  • 11. HSV Dümpten (10 Punkte)
  • 12. HSG Vennikel/Rumeln/Kaldenhausen (10 Punkte)
  • 13. TV Aldekerk II (8 Punkte)
  • 14. Turnerschaft Grefrath (2 Punkte)

(Da nach jetzigem Stand keine Nordrhein-Mannschaft aus der dritten Liga absteigen, müssen aus der Oberliga maximal die beiden letzten Teams runter.)

Die Saarner mussten in Dinslaken auf beide Schöneich-Brüder verzichten, Yannick Kamp spielte trotz Fußverletzung. Durch die Ausfälle von Thimo Kilgast und Robin Milhorst musste Tim Koziorowski am Kreis fast durchspielen. „Im Moment hat uns die Seuche erwischt. Das ist aber trotzdem keine Entschuldigung, denn 19 Tore sind einfach zu wenig“, meinte Trainer Ragulan Srijeevaghan.

Handball Oberliga : DJK VfR Saarn - TSV Kaldenkirchen
Jonas Krusenbaum und der VfR Saarn mussten sich in Dinslaken klar geschlagen geben.© FUNKE Foto Services | Kerstin Bögeholz

Die eigene Abwehr stand noch recht ordentlich, doch die gegnerische 6:0-Deckung bekam der VfR nicht geknackt. „Die Dinslakener haben vorher verkündet, dass sie unseren Rückraum ausschalten wollen. Das haben sie - in Summe mit unseren Ausfällen - auch geschafft“, meinte der Coach.

Sechs-Tore-Serie entscheidet das Spiel zu Ungunsten des VfR Saarn

Zur Pause lagen nur drei Tore zwischen beiden Teams, doch der MTV kam mit zwei Treffern zurück aufs Feld. Auf das 18:14 ließen die Hausherren dann sogar sechs Tore in Serie folgen und entschieden damit das Spiel.

„Jetzt müssen wir schauen, dass alle wieder schnell fit werden“, so Srijeevaghan. Am kommenden Sonntag empfängt der VfR nun Lobberich. Das Hinspiel verloren die Mülheimer mit elf Toren. Der Coach sagt: „Jetzt wollen wir natürlich gucken, dass wir das anders gestalten.“