Vor Deutschlands EM-Finale: Starker HSV Dümpten triumphiert im Derby gegen Saarn
Mülheim.Der HSV Dümpten bringt den VfR Saarn im Mülheimer Derby der Handball-Oberliga zum Stolpern und holt ganz wichtige Punkte. Der Liveticker zum Nachlesen.
Von Marcel Dronia
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Als Patrick Höppner den letzten Siebenmeter herausholte und zudem eine Zwei-Minuten-Strafe gegen den VfR Saarn provozierte, jubelte der Spielmacher des HSV Dümpten so, als hätte er gerade selbst den Siegtreffer erzielt. Seine Mannschaft machte es in der Halle an der Holzstraße am Ende zwar unnötig spannend, bejubelte aber letztlich einen verdienten 29:27 (15:12)-Derbysieg in der Handball-Oberliga.
Ist es nach den Heimspielen des VfR sonst fast üblich, dass die Heimmannschaft nach dem Spiel gemeinsam hüpft, so waren es diesmal die Dümptener, die in einer Reihe postiert waren und darauf warteten, dass Nico Helfrich den Ton angab. „Haben wir eigentlich heute verloren?“ „Nein, nein, nein, nein ..“
Dümptener Abwehr hat den Saarner Rückraum weitestgehend im Griff
„Es ist das erste Auswärtsspiel, das wir gewonnen haben und das bei einem so heimstarken Konkurrenten“, war Trainer Ralf Trimborn hinterher sichtlich erleichtert. Der Coach ergänzte: „Es macht natürlich immer Spaß, vor so einer Kulisse zu spielen.“
Die Rothosen holten unter dem Strich verdient zwei Punkte, weil die starke Deckung den Rückraum der Saarner weitestgehend im Griff hatte. Außer in Ansätzen Yannick Kamp kamen die Saarner Schützen über 60 Minuten kaum zum Zug. Dabei lagen sie im ersten Viertel der Partie noch in Führung, teilweise sogar mit drei Toren.
„Wir waren aber in der Deckung immer dann zu langsam, wenn sie den siebten Mann gebracht haben“, meinte Saarns Trainer Ragulan Srijeevaghan. In der 20. Minute glich der HSV zum 8:8 aus, ging in der 23. Minute dann erstmals mit 10:9 in Führung. „Wir sind dann in der zweiten Phase der ersten Halbzeit zu hektisch geworden und haben zu viele Fehler gemacht“, meinte der VfR-Coach.
Dümpten führt kurz vor der Pause plötzlich mit vier Toren
Der HSV nutzte das, zog das Tempo an und profitierte auch von einer soliden Wurfquote. Aus dem 10:11-Rückstand machten die Gäste eine 15:11-Führung. „Das Sieben-gegen-sechs ist ein Thema, weil der Rückraum aktuell nicht da ist“, erklärte Trimborn, warum er oft auf einen zusätzlichen Feldspieler zurückgreifen musste.
Auch nach dem Wechsel biss sich der VfR an der Dümptener Deckung die Zähne aus. „Wir hatten immer Probleme mit dem siebten Mann und dann gegen die zwei Kreisläufer. Vorne haben wir unser Glück zu viel über die Mitte gesucht, hätten viel mehr über Halb und Außen spielen müssen“, bemängelte Srijeevaghan. Hinzu kamen zwei berechtigte Rote Karten gegen Tim Koziorowski (42.) und Jonas Krusenbaum (53.), die Saarns Wechselmöglichkeiten natürlich einschränkten.
Saarner geben sich in eigener Halle nicht schnell geschlagen
Dadurch vergrößerten die Dümptener ihren Vorsprung bisweilen auf bis zu sieben Tore. Doch der VfR bewies einmal mehr Moral in der eigenen Halle und kämpfte sich noch einmal heran. Auch weil sich beim HSV nun immer mehr Fehler einschlichen und die lange beherzigte Ruhe ein Stück weit abhanden kam. „Leider haben wir gegen Ende wieder ein bisschen den Kopf verloren. Wir brauchen da jemanden, der den Kopf behält und der dann nicht so emotional ist“, meinte Trainer Trimborn.
Neben zwei wichtigen Toren von Philipp Anhalt zum 26:23 und 27:24 hatte der HSV an diesem EM-Final-Sonntag in Maik Ditzhaus einen zuverlässigen Schützen. Er verwandelte nicht nur den letzten Siebenmeter zum 28:25, sondern versenkte auch den finalen Wurf zum 29:27 im Saarner Tor.
So geht es für die Derby-Kontrahenten jetzt weiter
Der Rest war Dümptener Freude. Und Saarner Frust. „In der Deckung haben wir am Ende noch ein bisschen mehr geackert, aber haben vorne zu viel verworfen und die Bälle unnötig abgegeben“, haderte der Saarner Coach. Während sein Trainerkollege hofft, dass sich die guten Phasen seiner Mannschaft nun weiter verfestigen. „Wir wissen noch nicht, wie Carsten Ridder einschlägt, aber er wird sicher ein stabilisierender Faktor werden“, meinte Ralf Trimborn.
Nach dem Derby trennen den VfR und den HSV nur noch ein Punkt. Am TV Aldekerk II sind die Dümptener vorerst vorbeigezogen, damit belegen sie nun Platz elf von 14. Saarn ist Zehnter. Die Rothosen empfangen am kommenden Sonntag den MTV Rheinwacht Dinslaken, der VfR tritt bei Schlusslicht Grefrath an und will endlich die ersten Auswärtspunkte einfahren.
Liveticker zum Nachlesen: So lief das Derby zwischen Saarn und Dümpten
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