Würdiger hätte der Abschied aus der Saison für die Zweitliga-Volleyballer des Moerser SC kaum ausfallen können. Beim Tabellendritten VV Humann Essen zeigte der Rangvorletzte ein tolles Finish. Die Gäste-Fans unter den sicher gut 500 Zuschauern in der prall gefüllten Sporthalle des Gymnasiums Wolfskuhle im Essener Süden waren schier aus dem Häuschen, als das Team von Trainer Martin Schattenberg tatsächlich ein 3:2 (25:23, 15:25, 18:25, 25:21, 15:10) nach Hause brachte. Nun heißt es warten und hoffen, ob der elfte Tabellenplatz noch zur Rettung reichen kann. Die VBL wird in der zweiten Mai-Woche über Lizenzen und Ligeneinteilungen beschließen.
Moerser SC: Enrico Scarpi läuft in Essen heiß
Das interessiert natürlich auch Publikumsliebling Jakub Petras brennend. „Ich fühle mich in Moers wohl und würde auch gern bleiben. Mal sehen, was in den nächsten Wochen passiert“, erklärte der Slowake nach dem Match. Auch die Volleyball-Zukunft des Italieners Enrico Scarpi ist noch offen. Der Außenangreifer zeigte in Essen seine beste Saisonleistung und holte den Entscheidungssatz mit acht von 15 Punkten quasi im Alleingang.

Trainer Martin Schattenberg brachte, allerdings auch durchaus gezwungen, noch einmal seinen kompletten Kader. Nach einem guten ersten Satz manövrierte sich der MSC in ein langes Tief. Der aus Medizin-Studiumgründen scheidende Fabio Bertea ersetzte zwischenzeitlich den sichtlich schwächelnden Nico Haug als Zuspieler, Luca Wagner kam für Lukas Schattenberg, bei dem die Wade zwickte. Und auch Tim Ihde, der dritte Abwanderer bei den Adlern, kam gut für Luis Bartsch als Mittelblocker zum Zug.
Aufschlagsalve von Tim Ihde bringt den Moerser SC zurück in die Spur
Ihdes Aufschlagsalve zu Beginn des vierten Satzes zum zwischenzeitlichen 9:2 riss das schon verloren geglaubte Match aus dem Feuer. Mittelblocker Tim Broshog verdiente sich eine gute Note. Und natürlich auch Enrico Scarpi, der weite Teile der Saison unter Form wirkte, in Essen aber wirklich heiß lief. „Ich bin ziemlich stolz auf meine Jungs trotz des Tiefs im zweiten und dritten Satz. Leider haben wir zu spät gezeigt, dass wir in die Zweite Liga gehören“, bilanzierte Trainer Martin Schattenberg.

Schattenbergs vermutlich letztes Match als MSC-Cheftrainer verfolgte übrigens auch Ex-Weltklassespieler und -trainer Chang Cheng Liu. Und dies auf einem Stuhl hinter der Grundlinie und nahe des Currywurst-Topfs, der in Essen recht nah am Spielfeld platziert ist. Ob der ehemalige Olympiastarter, mittlerweile 61 Jahre alt, künftig näher an seinen MSC heranrückt, wird man sehen. Klubchef Guido Lohmann, der inmitten der gut 50 MSC-Fans den finalen Sieg bejubelte, steht vor einigen wichtigen Entscheidungen. Beeinflussen kann Lohmann allerdings nicht mehr den sportlichen Abstieg. Die MSC-Fans werden auf eine VBL-Hintertür für den Traditionsverein hoffen. Zweite Liga macht schließlich mehr Spaß als 3. Liga West.
MSC-Start-Sechs: Scarpi, Bartsch, Haug, L. Schattenberg, Petras, Broshog; Libero: Illmer - eingewechselt: Ihde, Bertea, Wagner, Pricken.


