Vor dem finalen Punktspiel der 2. Volleyball-Bundesliga sind die Adler des Moerser SC immer noch Vorletzter. Was eher bescheiden klingt, könnte sich noch als wertvoll für den sportlich lange Zeit tot gesagten MSC erweisen. Platz elf dürfte genau dann die Rettung bedeuten, wenn in der Zweiten Liga unverhofft noch ein Startplatz frei bleiben sollte. Einfach wird es nicht, das schmale Pünktchen an Vorsprung auf Schlusslicht Münster Volleys auch ins Ziel zu bringen. Der MSC ist an diesem Samstag (19 Uhr, Wolfskuhle) ausgerechnet beim ärgsten Ligarivalen VV Humann Essen zu Gast.
MSC ist beim Tabellendritten VV Humann Essen zu Gast
Allein die langjährige Rivalität mit den Humännern selbst im Nachwuchsbereich ist für alle Beteiligten Motivation genug, noch einmal alles zu geben. Zumal die Essener als Tabellendritter in die erstmals ausgetragenen Zweitliga-Play-offs starten werden. „Ich rechne damit, dass Humann unser Match als ernsten Probelauf für die Play-offs nehmen wird“, versichert MSC-Cheftrainer Martin Schattenberg.

Der schätzt die Gastgeber nicht nur deshalb als haushohe Hürde für Moers ein. „Sie haben gute, sprungstarke Außenangreifer, mit Moritz Finke einen starken Zwei-Meter-Mittelblocker, dazu die Bach-Brüder im Zuspiel. Da kommt eine schwere Aufgabe auf uns zu“, betont Martin Schattenberg, hebt jedoch auch hervor: „Wir sind nach zuletzt drei Siegen in vier Spielen durchaus im Aufwind.“
Moerser SC muss in Essen auf Jona Pukownik verzichten
Der Coach kann auf den fast kompletten Kader bauen. Einzig Außenangreifer Jona Pukownik, der zuletzt aber im Zweitliga-Team eh nicht zum Zug gekommen war, fällt wegen einer Schulfahrt aus. Nach den beiden Heimerfolgen ist auch eher nicht damit zu rechnen, dass Martin Schattenberg seine Start-Sechs umkrempelt: „Die Besten werden spielen, immerhin geht es für uns ja auch noch um etwas.“

Damit schließt der Chefcoach mögliche Abschiedsgeschenke aus an Spieler, die den MSC zum Saisonende verlassen. Darunter sind mit Zuspieler Fabio Bertea, Mittelblocker Tim Ihde und Außenangreifer Luca Wagner immerhin drei langjährige Moerser. Wie es mit Martin Schattenberg selbst beim MSC weitergeht, bleibt offen.
Moerser SC hat einen neuen Co-Trainer schon gefunden
„Es sind ein paar Szenarien möglich, die wir nach dem letzten Meisterschaftsspiel klären“, sagt Schattenberg mit Blick auf seinen Vereinschef Guido Lohmann. Es deutet sich allerdings an, dass der Gymnasiallehrer in der neuen Spielzeit, ob nun 2. Bundesliga oder 3. Liga West, die Cheftrainer-Aufgabe aus Zeitgründen nicht erneut ausfüllen mag. Im Brasilianer Thomaz Santos, aktuell noch im Aufgebot des Regionalligisten TB Osterfeld, gibt es bereits einen neuen Co-Trainer mit B-Lizenz für die kommende Saison.


