Es hat sich wieder bewahrheitet: Mit dem TV Issum ist vor eigenem Publikum nicht zu spaßen. Die Verbandsliga-Handballer durchkurven bekanntlich eine Saison mit vielen Höhen, aber auch mit Tiefen. Doch zum Rückrundenauftakt haben es die Ginters-Mannen wieder krachen lassen. Der TV Issum schlug in einem emotionsgeladenen Derby in der gut besuchten heimischen Halle am Vogt-von Belle-Platz den TV Schwafheim mit 25:24 (13:12). Den Hausherren ist damit die Revanche für die peinliche 20:32-Schlappe zum Saisonstart geglückt.
Christian Ginters: „Die Anfangsphase war wirklich gut. Wir hatten Schwafheim.“
Issum begann stark, schöpfte aus einer gut gestaffelten und aggressiv agierenden Deckung die nötige Kraft. „Die Anfangsphase mit einer 10:5-Führung war wirklich gut. Wir hatten Schwafheim“, sagte TVI-Coach Christian Ginters. Aber es blieb nicht so positiv. Schwafheim legte mit Engagement zu, erhöhte das Tempo und somit die Schlagzahl. Die Gäste waren bis zum Pausenpfiff wieder dran. TVS-Rückraumspieler Max Mehlich sah in der 29. Minute noch die Rote Karte wegen eines Foulspiels an Florian Scheffers.

Aber Schwafheim wollte mehr, obwohl der Mannschaft die Rückraumspieler ausgingen. Jonathan Steinkuhl fehlte wegen einer Mandelentzündung, Max Mehlich musste bekanntlich auf der Tribüne Platz nehmen, und Pascal Prchala konnte wegen seiner Fußverletzung nur „hinten“ spielen. So musste Pierre Köhler ran. Schwafheim zog auch wegen der Tore seines Oldies auf 20:17 (44.) davon.
TV Schwafheim gingen die Rückraumspieler aus – Pierre Köhler musste ran
Doch ab diesem Zeitpunkt übernahm erneut der TV Issum die Initiative. „Wir haben nochmals an unserer Einstellung geschraubt und die Bereitschaft sichtlich erhöht“, betonte TVI-Coach Ginters. Issum konnte sich in der Schlussphase auf seine kämpferischen Tugenden verlassen. „Wir haben letztendlich etwas glücklich gewonnen“, so Ginters abschließend. Kollege und TVS-Trainer Peter Wiedemann: „Ich denke, ein Remis wäre gerecht gewesen. Wir hatten sogar noch die Möglichkeit zum Ausgleich, haben die letzte Aktion aber nicht gut ausgespielt.“

TVI: Leenings 7. Höhner 6, Zell 5, Schmetter 3, Scheffers 2, Sakulenski 2.
TVS: K. Wiedemann 9/2, Köhler 4, Hofmeister 2, Mehlich 2, Geidel 2, Weigt 2, Francois 1, Wanner 1, Prchala 1.
Zwei weitere Spiele in der Verbandsliga
TV Borken - SV Neukirchen 29:28 (12:16). SVN-Trainer Björn Baar war nach dem Abpfiff einfach nur niedergeschlagen: „Es ist so ätzend. Die Niederlage ist einfach nur bitter und unverdient.“ Was war passiert? Neukirchen hatte für seine Verhältnisse eigentlich ein prima Spiel abgeliefert. Die Deckung stand lange Zeit stabil, der Angriff überzeugte und traf. Die Mannschaft hatte auf fast alle Maßnahmen des Gegners die richtigen Lösungen parat. Gleichwohl: Die SVN-Kräfte ließen in der Schlussphase dann doch ein wenig nach. Die Gäste bekamen zu allem Übel in den letzten beiden Minuten noch eine Zeitstrafe aufgebrummt. Neukirchen nahm daraufhin beim 27:28-Rückstand den Torhüter raus, brachte einen zusätzlichen Feldspieler. Der SVN glich zwar neun Sekunden durch Marvin Bartnik noch aus. Aber die letzte Aktion gehörte dem TV Borken: eine schnelle Mitte und der Wurf ins verwaiste SVN-Tor passte. Neukirchen war geschlagen. „Für die Jungs tut es mir richtig leid“, ergänzt Baar. „Sie haben alles gegeben und wurden nicht belohnt.“
SVN: Böckel 8, Bryja 5, Kaplanek 3/3, Toschki 3, Meller 2, Drymalla 2, Bartnik 2, Casper 1, Jäger 1, Körschen 1.

HSG Wesel - TuS Lintfort 34:28 (17:11). Der TuS Lintfort hat eine absolut solide Leistung abgerufen, mehr war gegen das Top-Team aus Wesel nicht drin. Die Gäste traten mutig in Erscheinung, doch der eine oder andere technische Fehler in Abschnitt eins war dann zu viel und sorgte dafür, dass Wesel sich bis zum Pausenpfiff absetzen konnte. Aber der TuS ließ nach dem Seitenwechsel nicht locker, kämpfte stark und schaffte es somit die zweite Hälfte ausgeglichen zu gestalten. Beide TuS-Torhüter, Kevin Schatull und Mika Schnerr, überzeugten.
TuS: Nederkorn 6, König 5/4, te Morsche 4, Lessmann 3, Schlieper 3, Lasnig 3, Klanten 2, Richardt 2.


