Ein hitziges Derby gleich zum Auftakt in die Handball-Verbandsliga 2025/26 – prima: Aber die Erwartungen wurden nur zum Teil erfüllt. Emotionalität wie spielerischer Glanz kochten in der Pattberg-Halle überwiegend auf Sparflamme. Die kämpferische Einstellung hingegen war in Ordnung. Der TV Schwafheim hatte letztendlich vor heimischer Kulisse leichtes Spiel, dominierte mit einer durchschnittlichen Leistung den völlig indisponierten TV Issum in allen Belangen und gewann auch in der Höhe verdient mit 32:20 (18:10).
Der TV Schwafheim „kocht“ mit einer durchschnittlichen Leistung den indisponierten TV Issum ab
Schwafheim brachte von Beginn an einfach mehr Engagement auf die „Platte“. Und schnell war klar: Kevin Wiedemann nahm massiven Einfluss auf den Derbyverlauf. Der TVS-Regisseur war an nahezu allen Offensivaktionen seiner Mannschaft beteiligt – als umsichtiger Denker und Lenker sowie als hungriger Torschütze. Kevin Wiedemann glänzte, obwohl ihm über weite Strecken ein „Bewacher“ über das Spielfeld folgte. Doch Issum fehlte in der Verteidigung schlichtweg die Einstellung. Ob bei der nötigen Konsequenz gegen Kevin Wiedemann oder als Kollektiv am Kreis: Es funktionierte gar nichts.
Schwafheim nutzte die überraschend vielen Freiräume, warf den Großteil seiner Tore ohne nennenswerte Gegenwehr. Aber die Hausherren mussten in Abschnitt eins noch zwei Schreckmomente überstehen: Pascal Prchala knickte bei einer Angriffssituation unglücklich mit dem Sprunggelenk um, wurde von seinen Kameraden gestützt und humpelnd vom Feld geführt. Prchala konnte ebenso nicht weiterspielen wie Neuzugang Marco Hofmeister, der sich in einem hart geführten Zweikampf in der Deckung wohl die Nase gebrochen hat.

Weshalb Issum in diesem Lokalderby so überhaupt keine Rolle gespielt hat, war allerdings nicht nur der löchrigen Deckung geschuldet, sondern im gleichen Maße einem ideenlosen Offensivauftritt. Ein paar schöne Distanzwürfe von Heiko Hagmans – das war‘s. Der harmlose Issumer Auftritt lief immer wieder nach dem gleichen Schema ab. Ein Ballkontakt – Wurf – Ballverlust oder ein Ballkontakt – versuchter Durchbruch – Ballverlust. Es war nicht schön anzuschauen. Angemerkt sei aber: Die Gäste mussten auf die Spieler Schmetter, Teuwsen, van Stephaudt, Reichel und Hartges verzichten.
TV Issum: Eine löchrige Deckung und ein ideenloser Angriff
In den zweiten 30 Minuten kam keine Spannung mehr auf. Issum stellte zwar seine Defensive auf eine 6:0-Formation um. Aber es reichte nicht, um Schwafheim in Schwierigkeiten zu bringen. Kevin Wiedemann führte weiterhin klug Regie. „Die Jungs haben sich richtig toll verkauft. Es war für uns ganz bestimmt nicht einfach. Ein generell schmaler Kader und dann noch die beiden Ausfälle“, lobte TVS-Trainer Peter Wiedemann. Zum Feiern war Christian Ginters überhaupt nicht zu Mute, im Gegenteil: Seine Stimmung nach dem Abpfiff lag im Keller. „Ich bin stinksauer. Das, was meine Mannschaft abgeliefert hat, war gar nichts“, schimpfte der TVI-Trainer.

TVS: K. Wiedemann 15/5, Köhler 4, Weigt 4, Krause 3, Hofmeister 2, Francois 1, Prchala 1, Engel 1, Niehoff 1.
TVI: Leenings 8/4, Hagmans 5, Ernst 2, Zadraschil 1, Scheffers 1, Krahl 1, Zell 1, Sakulenski 1.


