Für rund 20 Spielminuten hatte Andre Rieger seinem Trainer nach Muskelverletzung die Einsatzbereitschaft signalisiert. Und der 24-jährige Außenstürmer kam am Sonntagmorgen für den 1. FC Lintfort bei der SG Schönebeck keine Sekunde zu spät auf den Kunstrasen an der Ardelhütte. Zwei bildschöne Fußball-Raketen des Blondschopfs ließen den zuletzt schwächelnden Landesligisten im Essener Nordwesten doch noch jubeln. Rieger verwandelte einen 20-Meter-Freistoß (74.) in den rechten Torwinkel und visierte die gleiche Ecke nach Vorlage von Carlos Pin zum letztlichen 2:1 (0:0)-Erfolg noch einmal an (80.).

Beim 1. FC Lintfort macht Andre Rieger sofort Dampf

„Ich bin noch nicht bei hundert Prozent, aber für ein paar Minuten Dampf nach vorn hat es schon gereicht“, schmunzelte Andre Rieger nach seinem Doppelpack, der im Mannschaftskreis natürlich für beste Stimmung sorgte. Es lag allerdings nicht nur am eingewechselten Außenstürmer, dass die Lintforter am Ende jubeln durften. Trainer Mohamed El Mimouni hatte seinen Mannen nach der blamablen 1:2-Heimniederlage gegen den Mülheimer FC erst einmal eine sattelfeste Defensive verschrieben.

Torwart Philipp Gutkowski (links) vom 1. FC Lintfort war einer Garanten für den Auswärtssieg bei der SG Schönebeck.
Torwart Philipp Gutkowski (links) vom 1. FC Lintfort war einer Garanten für den Auswärtssieg bei der SG Schönebeck.© FUNKE Foto Services | Markus Weißenfels

Lintfort operierte mit Fünferkette, in die sich links auch Simeon Louma und der eigentliche Linksaußen Justin Owuka für den am Auge verletzten Abdoulaye Sall einreihten. Yassine Riad startete erstmals seit langem wieder im zentralen Mittelfeld. Vorn wirkte Carlos Pin zunächst im Alleingang. Torjäger Alfred Appiah saß auf der Bank. In Halbzeit eins machte sich die defensivere Taktik gegen laufstarke und pass-sichere Essener durchaus bezahlt. Zweimal hatte Philipp Gutkowski gut halten müssen. Mehr kam aber nicht auf sein Gehäuse.

Beim 1. FC Lintfort ist auch Torhüter Philipp Gutkowski auf der Höhe

Nach dem Wechsel sorgte ein Abspielfehler im Mittelfeld dann für den neunten Lintforter 0:1-Rückstand im zehnten Spiel. Soheib Benhamza nutzte den Freiraum vor dem Gäste-Strafraum und zog die Kugel unhaltbar flach in die linke Torecke. Gegen Samuel Pozniak musste dann Keeper Gutkowski in einer Eins-gegen-eins-Situation bravourös retten, um die Vorentscheidung zu verhindern.

Läuferisch beim 1. FC Lintfort wieder ein Aktivposten: Mittelstürmer Carlos Pin (am Ball).
Läuferisch beim 1. FC Lintfort wieder ein Aktivposten: Mittelstürmer Carlos Pin (am Ball).© FUNKE Foto Services | Karl Banski

Danach allerdings brach nach einem Lintforter Dreifachwechsel die Rieger-Time an. Den ersten Freistoß hatte SGS-Torsteher Marvin Hartelt noch zur Ecke lenken können. Der zweite Versuch nur drei Minuten später saß. Das beflügelte die Gäste, die eine andere Körpersprache als noch zuletzt in Speldorf und gegen den Mülheimer FC an den Tag legten und sich den Sieg am Ende verdienten. Im Konter bediente der nimmermüde Carlos Pin seinen Unterschiedsspieler. Und Andre Rieger zielte aus 20 Metern, diesmal aus halblinker Position, erneut in den rechten Torwinkel.

1. FC Lintfort: Trainer El Mimouni lobt seine Mannschaft

„Mir hat der Auftritt der Mannschaft wieder besser gefallen, auch wenn wir letztlich einen wie Andre Rieger heute gebraucht haben. Die Defensivordnung war weitgehend gut, der Einsatz und die Laufbereitschaft haben gestimmt“, lobte Coach Mohamed El Mimouni.

1. FC Lintfort: Gutkowski - Owuka (68. Rieger), Louma, Vizuete Mora, Hoffmeister (68. Klement), Haub - Ehis, Riad (68. Maas), Ngangjoh - Pin (84. Baydar), El Abdouni (62. Appiah).