Der Freitag begann beim Fußball-Landesligisten 1. FC Lintfort mit einem gehörigen Schrecken. Und mit der Polizei. Unbekannte hatten in der Nacht zuvor die Platzanlage an der Franzstraße heimgesucht, diverse Fenster und Türen beschädigt, um sich Zugang zum Hauptgebäude und zum Haus der Naturfreunde zu verschaffen. „Eine Geldkassette mit Wechselgeld im dreistelligen Bereich ist entwendet worden und dazu ein Sixpack Cola. Der Schaden am Gebäude ist dagegen mindestens zwanzigmal höher als die Verlustbeute“, erklärte Klubchef Kevin Hippert vor dem Punktspiel am Sonntag (11 Uhr, Ardelhütte) bei der SG Schönebeck.

1. FC Lintfort betrübt Schaden und kriminelle Energie

Die Polizei war mit der Spurensicherung vor Ort, um sich ein Bild der Lage zu machen. „Der Schaden drumherum betrübt uns natürlich. Dazu auch die kriminelle Energie, die aufgewendet wird, um eine relativ geringe Beute zu machen. Wir haben ja als Verein keinen Tresor im Klubhaus, wo sich das Geld stapelt“, betont Kevin Hippert. Das Gelände, auf dem die in den vergangenen Jahren enorm renovierte Anlage liegt, gehört zwar der Stadt Kamp-Lintfort. Der Fusionsverein ist allerdings Pächter und damit bei Vorfällen wie dem Einbruch in der Pflicht. Was Zeit, Energie und im Zweifel trotz Versicherungsschutz auch Geld kostet.

Beim Fußball-Landesligisten 1. FC Lintfort wurde in der Nacht von Donnerstag auf Freitag eingebrochen und ein ziemlicher Schaden am Klubhaus hinterlassen. Foto: 1. FC Lintfort
Beim Fußball-Landesligisten 1. FC Lintfort wurde in der Nacht von Donnerstag auf Freitag eingebrochen und ein ziemlicher Schaden am Klubhaus hinterlassen. Foto: 1. FC Lintfort

In der Vergangenheit gab es punktuell schon einige Male nächtlichen Vandalismus an der Franzstraße. Zuletzt schien sich die Lage allerdings beruhigt zu haben. Dennoch denken die Lintforter darüber nach, die große Platzanlage künftig flächendeckend mit Videokameras überwachen zu lassen. „Das ist bei uns ausbaufähig, aber auch teuer. Vielleicht gibt es ja den einen oder anderen Unterstützer, der uns helfen will“, so Klubchef Hippert. Der damit die Hoffnung verbindet, potenzielle Einbrecher tatsächlich abzuschrecken.

1. FC Lintfort steckt nach zwei Niederlagen derzeit wieder im Tief

Sportlich präsentierte sich das Team von Trainer Mohamed El Mimouni zuletzt in Speldorf (0:3) und beim blamablen 1:2 im Heimspiel gegen den bisherigen Tabellenletzten Mülheimer FC im Tief. Bei der SG Schönebeck geht es am Sonntagmorgen auf dem Kunstrasen an der Ardelhütte erneut gegen einen Gegner aus der Abstiegszone. Die Essener konnten allerdings am Mittwoch mit einem 10:2 im Kreispokal gegen den Bezirksligisten Heisinger SV ein wenig Selbstvertrauen tanken.

Musste beim 1. FC Lintfort am Sonntag gegen den Mülheimer FC verletzt ausgewechselt werden: Linksaußen Abdoulaye Sall (in Rot-Blau), hier gegen Tunahan Yardimic vom MFC.
Musste beim 1. FC Lintfort am Sonntag gegen den Mülheimer FC verletzt ausgewechselt werden: Linksaußen Abdoulaye Sall (in Rot-Blau), hier gegen Tunahan Yardimic vom MFC.© FUNKE Foto Services | Thorsten Lindekamp

„Bei uns waren die letzten Auftritte ein Spiegelbild der Qualität, die wir derzeit haben“, erklärt Coach El Mimouni. Und dies erstens mit Blick auf grobe individuelle Fehler, die in der Defensive großzügig auf viele Spieler verteilt sind. Zweitens ist die Feststellung auch auf die Offensive gemünzt. Gerade gegen Mülheim gab es in der Endphase noch genügend Torchancen, um die Heimblamage abzuwenden.

1. FC Lintfort: Sall fällt aus, Rieger und Maas trainieren wieder mit

Personell muss der am Auge verletzte Abdoulaye Sall als Linksaußen ersetzt werden. Andre Rieger und Alex Maas trainieren nach Verletzungen zwar wieder mit. Fraglich ist, ob der Trainer einen Starteinsatz am Sonntag bei mindestens einem von beiden riskieren mag.